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Ganz besondere Gäste beim 90. Geburtstag des Reichersbeurer Altbürgermeisters Hans Harrer (vorne, 2. v. re.) waren Spieler der Meistermannschaft von 1964 (hinten, v. li.): Herbert Müller, Engelbert Reichart, Hans Eimansberger, Lorenz Funk, Manfred Heinrich sowie (vorne, v. li.) Reinhold Kettelhut, Willi Gerg und Willi Leitner.

„I bin froh, dass i no so rüstig bin“

Altbürgermeister Hans Harrer feiert 90. Geburtstag 

Altbürgermeister, Eishockey-Urgestein, Ehrenmitglied bei den Gebirgsschützen und beim Trachtenverein: Hans Harrer kennt in Reichersbeuern wohl jeder. Jetzt feierte er seinen 90. Geburtstag.

Reichersbeuern – Etwa 160 Gäste beglückwünschten ihn im „Altwirt“. Mit organisiert hat die Feier der aktuelle Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann. „Hans Harrer ist einer, der für die Gemeinde so viel getan hat“, sagte Dieckmann. „Er ist bis heute da, wenn in der Gemeinde was los ist – und das mit 90 Jahren.“

1963 ist Harrer als „Gmoaschreiber“ in die Gemeinde gekommen. „Heute würde man wohl eher Sekretär dazu sagen“, erklärt der 90-Jährige lachend. Von 1966 bis 1990 war er Bürgermeister. Auch dem heutigen Gemeindeoberhaupt ist die Meinung des Altbürgermeisters noch sehr wichtig. „Er steht immer mit Rat und Tat zur Seite, wenn ich Fragen habe. Er zeigt mir auch mal, wo es lang geht, wenn es sein muss.“

Besonders hervorzuheben ist auch seine Arbeit für den Sportclub Reichersbeuern. 1956 wurde der Verein mit Harrers Hilfe gegründet. Harrer beantragte damals in einer Bürgerversammlung den Bau eines Eisplatzes. Im gleichen Jahr noch fand das erste Spiel im Natureisstadion statt. Der größte Erfolg gelang dann 1964: Die Buben um Trainer Harrer gewannen die bayerische und deutsche Jugend-Meisterschaft. Reichersbeuern war im Ausnahmezustand und wurde zum bekanntesten Eishockey-Dorf Deutschlands. Bei der Geburtstagsfeier waren jetzt viele von der damaligen Meistermannschaft zu Gast. „Das hat mich wirklich besonders gefreut“, sagte Harrer.

Sein Einsatz für den Nachwuchs war jahrzehntelang unermüdlich. „Hans Harrer hatte Magie. Wenn in Reichersbeuern Kinder geboren wurden, ist er sofort zu den Leuten hingegangen und wollte sie fürs Eishockey gewinnen“, sagte Lenz Funk senior einst in einem Interview.

Der Abend zum Ehrentag Harrers war gespickt mit musikalischen Auftritten und Reden. Die Schützenkapelle beispielsweise spielte zusammen mit Landrat Josef Niedermaier. Und auch die Vorführung der Plattlerkinder war für den 90-Jährigen ein schönes Geschenk.

„Es gab viele schöne, emotionale und lustige Momente“, berichtete Dieckmann. Dem stimmt Harrer zu: „Es war ein wunderschöner Abend mit gutem Essen.“

Der Einladung des Bundesverdienstkreuz-Trägers waren nicht nur einige Bürgermeister der Nachbargemeinden, der Landrat und alle Vereinsvertreter des Dorfes gefolgt. Auch seine große weitläufige Familie war gekommen. „Da freut man sich, wenn die sogar aus Regensburg anreisen und wenn auch die kleinsten Urenkel mittanzen.“ Das Tanzbein hat der 90-Jährige am Ende sogar selber geschwungen. „Dass er mit seiner Schwiegertochter tanzt, war natürlich für alle schön anzuschauen“, so Dieckmann.

Über die Nachfrage, wie es einem mit 90 Jahren nun geht, lachte Harrer: „Ich bin froh, dass ich noch so rüstig bin. Solange ich noch mit der Gesellschaft mithalten kann, ist alles gut.“

Tamara Scheid

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