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„Betreten auf eigene Gefahr“: Diese Warnung prangt auf einem Bauzaun, der Fußgänger am Benutzen des Wegs am Weiherbach hindert. 

Am Weiherbach

Gesperrter Schlossweg zwischen Greiling und Reichersbeuern: Jetzt kommt Bewegung in die Sache

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Ärger um den seit zwei Monaten gesperrrten Pfad entlang des Weiherbachs zwischen Greiling und Reichersbeuern. Dabei müsste das nicht sein, so die Bürgermeister.

+++ Update Samstag, 29. Juni, 19 Uhr +++

Jetzt kommt offenbar Bewegung in die Angelegenheit – es laufen wieder Gespräche. „Wir hatten heute einen Termin vor Ort“, berichtete Bürgermeister Ernst Dieckmann am Donnerstag im Gemeinderat. „Ich glaube, dass wir da auf einem guten Weg sind und eine dauerhafte Lösung finden können.“

Ortstermin zu gesperrtem Weg mit Grundeigentümer stimmt Bürgermeister zuversichtlich

Dabei stellte Dieckmann noch einmal klar, dass es sich um einen öffentlich genutzten Weg handele – wenn auch ohne Widmung. Er sei aber schon auf Karten aus dem 19. Jahrhundert eingezeichnet. Auch bei der Erstellung des Straßen- und Wegeverzeichnisses in den Gemeinden Reichersbeuern und Greiling habe es seinerzeit Überlegungen gegeben, den Weg dort aufzunehmen. Dies wäre bei der Erstaufnahme auch ohne Zustimmung des Grundeigentümers möglich gewesen. „Gemacht hat man es aber nicht. Warum auch immer“, rätselte Dieckmann. Spätere Versuche lehnte der Eigentümer ab.

Dieckmann brachte auch Verständnis für den Eigentümer auf. Das Nutzerverhalten habe sich stark verändert. Das sei für den Eigentümer und Menschen, die an einem solchen Weg wohnen, nicht immer lustig.

Artikel vom 25. Juni:

Reichersbeuern/Greiling– Kein Durchkommen gibt es für Fußgänger an einer beliebten Verbindung zwischen Greiling und Reichersbeuern. Der Pfad entlang des Weiherbachs und des sogenannten Sigrizweihers unterhalb des Schlosses ist per Bauzaun abgesperrt – und das schon seit Wochen. Daran angebracht sind Schilder mit dem Hinweis „Betreten auf eigene Gefahr. Der Eigentümer übernimmt keine Haftung“. Die Bürgermeister der beiden betroffenen Gemeinden bemühen sich, den Weg der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen – bislang ohne Erfolg.

„Es handelt sich um einen Privatweg, der nicht öffentlich gewidmet ist“, erklärt der Reichersbeurer Rathaus-Chef Ernst Dieckmann. Die aktuelle Sperrung gehe vom Eigentümer, einem Privatmann, aus. Der verwies auf einem anderen Schild auf „Aufräumarbeiten“, die ab dem 30. April die Sperrung nötig machen würden. Doch mittlerweile sind fast zwei Monate vergangen, und an der Sperrung hat sich nichts geändert. „Der Eigentümer sagt, er sei noch nicht dazu gekommen, die Büsche auszuschneiden, und das Begehen des Wegs sei gefährlich“, so Dieckmann.

Eigentümer sperrt Fußweg am Weiherbach unterhalb von Schloss Reichersbeuern

Daraufhin hätten die Gemeinden Reichersbeuern und Greiling angeboten, die nötigen Arbeiten selbst zu übernehmen. Auch die Haftung tragen demnach die Gemeinden über ihre Versicherung. Die Last des Winters hatte offenbar tatsächlich Stauden und Büsche über den Weg niedergedrückt. Greilings Bürgermeister Anton Margreiter ist aber überzeugt: „Das wäre in einer halben Stunde aufgeräumt.“

Doch weder auf schriftliche noch telefonische Nachrichten habe der Eigentümer reagiert, erklären die beiden Gemeindeoberhäupter. Für Margreiter ist das unerklärlich. „Ich habe den Eindruck, er will den Gemeinden eins auswischen, wüsste aber nicht, warum“, sagt er. „Wir haben der Familie nie etwas getan.“

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Früher habe es zwar schon einmal Unstimmigkeiten über die Nutzung gegeben, weil Pferde den Weg zertrampelt hätten. Doch seit ein Drehkreuz angebracht sei, „hat in letzter Zeit eigentlich alles gut geklappt“.

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In jedem Fall schade die Sperrung nicht den Gemeinden, sondern den Bürgern, die den Weg gerne zum Spazierengehen mit dem Kinderwagen und mit Hunden nutzen, sowie den Kindern, die hier von Greiling zur Schule nach Reichersbeuern laufen. Sie müssten nun auf die Tölzer Straße (Töl 12) ausweichen – dort gibt es aber weder Fuß- noch Radweg. „Meine Befürchtung ist, dass da mal was passiert“, sagt Margreiter. Eine Radwegverbindung zwischen den Dörfern ist laut Dieckmann zwar angedacht, aber nicht kurzfristig auf der Agenda.

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Die Bürgermeister erklären, sie seien dialogbereit und an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Gleichzeitig lassen sie nun rechtlich prüfen, ob der Privateigentümer einen Weg, der nachweislich seit Generationen von der Öffentlichkeit genutzt wird, einfach so sperren darf. „Wir versuchen, dazu vom Gemeindetag eine belastbare Aussage zu bekommen“, so Margreiter. Er will das Thema auch in der Gemeinderatssitzung an diesem Dienstag (19 Uhr) zur Sprache bringen.

Eine Anfrage des Tölzer Kurier beim Grundeigentümer blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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