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Bayerischer, bergiger, „Bambisla“´- Reichersbeurer entwirft regionale Mode

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Von: Felicitas Bogner

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Thomas Steyerer entwirft in seinem Arbeitszimmer immer wieder neue Motive
Thomas Steyerer entwirft in seinem Arbeitszimmer immer wieder neue Motive, die dann auf seinen beliebten T-Shirts, Caps, Pullovern und Co. in verschiedenen Farben landen.  © arp

Regional, nachhaltig und heimatverbunden. Das ist das Modelabel „Bambisla“ von Thomas Steyerer aus Reichersbeuern. Die Motive auf seinen T-Shirts, Stirnbändern und Co. bilden mitunter auch die Tölzer Berge ab.

Reichersbeuern – Man nehme ein Quäntchen Heimatverbundenheit, eine große Portion Liebe zu den Bergen und etwas berufliche Vorerfahrung. Mit diesen Grundzutaten, garniert mit einer großen Prise Kreativität, eröffnete Thomas Steyerer sein Kleidungslabel „Bambisla“. Den Onlineshop mit Caps, T-Shirts, Stirnbändern und anderen Textilien betreibt der 42-Jährige nun seit vier Jahren. „Ich habe das dann immer weiter ausgebaut.“ Mittlerweile sind die selbstkreierten Kleidungsstücke zu seinem zweiten Standbein geworden.

Aber von vorne: Der selbstständige Grafikdesigner ist in Anger im Berchtesgadener Land aufgewachsen. „Mit meinem Vater habe ich früher schon immer große Touren in den Bergen gemacht“, berichtet er von seinem Hobby. Sein Vater sei beim Skizug der Bundeswehr gewesen. So sei Steyerer mit Skifahren, Tourengehen, Bergwandern und Mountainbiken groß geworden. Vor zwei Jahren hat ihn die Liebe dann ins Tölzer Land verschlagen. Mit seiner Frau lebt der Grafikdesigner nun in Reichersbeuern. „Also habe ich ja zum Glück immer noch Berge in der Nähe. Aufs Brauneck gehe ich mindestens einmal pro Woche.“

Das Alleinstellungsmerkmal von Thomas Steyerer: Bergmotive aus der Region mit den Höhenmetern der Almen und Gipfel. Hier das „Bad Tölz“-Motiv.
Das Alleinstellungsmerkmal von Thomas Steyerer: Bergmotive aus der Region mit den Höhenmetern der Almen und Gipfel. Hier das „Bad Tölz“-Motiv.  © arp

Beruflich verwirklicht der Mediengestalter für viele verschiedene Marken Designs am Computer. „Mitunter habe ich als Kunden einige Outdoorsport-Marken“, sagt er. „Ich war oft in der Situation, dass ich Motive mit Bergen verwirklichen sollte, der Kunde es jedoch etwas anders haben wollte, als ich es persönlich gemacht hätte.“ So sei er nach und nach auf die Idee gekommen, eigene Motive zu entwickeln. „Damit hab’ ich, ohne ein großes Ziel zu haben, am PC nach der Arbeit begonnen“, berichtet der Reichersbeurer. „Irgendwann habe ich dann die ersten Motive auf ganz normale Männershirts drucken lassen.“ Die T-Shirts kamen gut an. „Es hat nicht lange gedauert, dann haben mich die ersten Mädels und Frauen gefragt, ob es die Shirts nicht auch in Frauenschnitten gibt.“

Alleinstellungsmerkmal: T-Shirts und Stirnbänder mit Höhenlinien der heimischen Berge

Die Geschäftserweiterung hat Fahrt aufgenommen. „Nach und nach kamen immer mehr Produkte hinzu. Pullis, Caps, Stirnbänder. Als Druckvorlage dienen Bergmotive ebenso wie bayerische Sprüche und Lebensweisheiten. „Das hat alles einen lustig-lockeren Inhalt, man darf das nicht zu ernst nehmen“, sagt Steyerer mit einem verschmitzten Lächeln, während er auf einen Kleiderständer mit seinen Mustern zeigt. Der Renner bei den Männern seien die Caps mit Sprüchen wie „Gruß vom Krampus“ oder „Habe d’Ehre“.

Steyerers Credo, nicht alles zu ernst zu nehmen, gilt übrigens auch für den recht ausgefallenen Namen seines Labels „Bambisla“. Der Betreiber lacht und zuckt mit den Achseln. „Mei, der Name zeigt irgendwo einen gewissen Witz, aber auch meine Naturverbundenheit, also die zwei Grundideen hinter den Motiven.“

Am gefragtesten sind im Herbst mittlerweile die Stirnbänder mit Steyerers Markenzeichen: den Höhenlinien der heimischen Berge. „Bestseller ist das Stirnband vom Tegernsee.“ Aber auch die mit den hiesigen Bergen und Orten – vom Brauneck über den Sylvensteinsee bis zum Herzogstand und Umgebung – seien bei seinen Kunden, die nach Steyerers Schätzung zu 75 Prozent aus Oberbayern kommen, recht beliebt.

Während viele Ideen hinter den Motiven eher spaßig gedacht sind, ist es die Umsetzung und Produktion keineswegs. Hier legt Steyerer großen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit. „Ich nehme keine Billigshirts aus Asien oder dergleichen her. Eigentlich sind fast alle, mit denen ich zusammenarbeite, aus Bayern und Umgebung. Die Textilien sind dazu fair gehandelt“, berichtet er.

„Bambisla“: Online-Modelabel wird zum zweiten Standbein

Das Konzept scheint anzukommen. „Ich habe mir mittlerweile einen Kundenstamm aufgebaut, und es kommen immer mehr dazu. Aber zum Leben reicht es so noch nicht aus, daher bleibt es bis auf Weiteres mein Nebenerwerb“, erklärt der Reichersbeurer. Gedanken, parallel auch ein Ladengeschäft zu eröffnen, hatte der 42-Jährige auch schon. „Aber dann kamen ja bekanntermaßen erst Corona und jetzt die Energiekrise, da ist mir das alles viel zu unsicher. Daher ist es so, wie es jetzt ist, gerade am besten.“ Dass seit der Inflation viele auf Sparmodus sind, merkt der Geschäftsmann bereits. „Klamotten, erst recht mit eher spaßigen Motiven, sind eben Luxus und damit ein Ausgabepunkt, an dem viele oft als erstes sparen. Das merkte ich in den vergangenen Wochen schon.“ Auch wenn es erst mal beim Onlineshop bleibt, das Sortiment erweitert sich laufend: „Motive fallen mir immer mal wieder neue ein“, sagt der „Bambisla“-Chef.

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