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Als Torpedomaat Josef Wolf gibt Schauspieler Klaus Steinbacher (li.) die Kommandos zum Abfeuern der Geschosse an seine Kameraden, gespielt von (ab 2. v. li.) Leon Blaschke, Wolfgang Rauh und Rafael Gareisen.

Reichersbeurer (24) spielt Nebenrolle in neuer Serien-Fortsetzung bei Sky

“Das Boot“ fährt mit Schauspieler Klaus Steinbacher weiter

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Der Kinofilm „Das Boot“ war 1981 ein Straßenfeger und ist heute ein Klassiker der deutschen Filmgeschichte. Der Fernsehsender Sky hat als Fortsetzung eine Serie entwickelt, die derzeit ausgestrahlt wird. Eine der Rollen spielt Klaus Steinbacher (24) aus Reichersbeuern.

Reichersbeuern– Schon rasch nach dem Casting 2017 erhielt Klaus Steinbacher die Zusage, in der Fortsetzung von „Das Boot“ den Torpedomaat Josef Wolf spielen zu dürfen. „Ich hab mich sehr gefreut, dass ich da dabei sein darf“, berichtet der 24-Jährige. Regie führt Andreas Prochaska, in weiteren Rollen sind unter anderem Tom Wlaschiha („Game of Thrones“), Rick Okon („Tatort“) und Robert Stadlober zu sehen. Die acht Teile, die derzeit vom Bezahlsender Sky ausgestrahlt werden beziehungsweise zeitunabhängig abrufbar sind, wurden in den Häfen von La Rochelle (Frankreich) und Valletta (Malta) sowie in Prag gedreht. Der Sender hat nach eigenen Angaben 26,5 Millionen Euro in die Serie investiert. Läuft sie erfolgreich, ist eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

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Klaus Steinbacher, der als Kind seine erste große Rolle in „Wer früher stirbt, ist länger tot“ hatte, hat nach dem Abitur am Tölzer Seidl-Gymnasium die Profi-Laufbahn eingeschlagen und an der Bayerischen Theaterakademie von August Everding Schauspiel studiert. Die Dreharbeiten für „Das Boot“ waren für ihn etwas Besonderes. „Nach der frühen Zusage nach dem Casting hatte ich lange Zeit, mich auf die Dreharbeiten vorzubereiten“, sagt der 24-Jährige. „So etwas ist selten.“ Er beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs („Ich wusste bislang wenig von dem Krieg auf See“), las Bücher, schaute sich Dokumentationen an und natürlich mehrmals den Filmklassiker von Regisseur Wolfgang Petersen. Während der Dreharbeiten waren Fachleute vor Ort, um die Schauspieler beispielsweise über U-Boot-Technik zu unterrichten. Zudem gab es sportliche Trainings mit Stuntmen.

Wie fühlt es sich an, in die Zeit des Zweiten Weltkriegs einzutauchen? Steinbacher erinnert sich an eine Szene im Hafen von La Rochelle, als die Crew auf dem U-Boot stand und rundum Nazi-Fahnen im Wind flatterten. „Da lief es einem schon kalt den Rücken runter.“ Die Figur, die er spielt – Josef Wolf – ist an Bord der Torpedomaat, also für das Abfeuern der Geschosse zuständig. Laut Drehbuch ist er ein überzeugter Nazi. „Er ist eine Person, die sich aber nicht wirklich mit dieser Ideologie auseinandersetzt“, sagt Steinbacher. Für ihn wiederum „war diese Erkenntnis erschütternd“: „Josef Wolf tut einfach nur seinen Dienst, er geht richtig darin auf, die Torpedos abzufeuern.“ Was man damit anrichte, sei Josef Wolf nicht bewusst gewesen. „Wenn man sich damit auseinandersetzt, wird man schon sehr nachdenklich“, sagt Steinbacher.

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Kann man nach so einem Drehtag, nach einer filmischen Gratwanderung zwischen Leben und Tod, abends einfach abschalten? „Die Tage waren hart, so was nimmt man schon mit in den Feierabend“, sagt Steinbacher offen. „Aber die Zusammenarbeit am Set war sehr gut, dabei sind Freundschaften entstanden. Ich denke, das hat uns allen geholfen, solche Szenen zu verarbeiten“, sagt der Reichersbeurer und berichtet von gemeinsamen Koch- und Fußball-Abenden.

Die Fernseh-Serie setzt da an, wo der Originalfilm endete, nämlich im Hafen von La Rochelle. Dort bereitet sich eine U-Boot-Besatzung auf ihre Jungfernfahrt 1942 vor. Gleichzeitig geht es auch um die französische Widerstandsbewegung und das bevorstehende Eingreifen der Alliierten.

Steinbacher konnte seiner Rolle ungewohnt Freiheit geben, er spricht nämlich Dialekt, „und zwar unabgeschwächt“, sagt er schmunzelnd. Ist das authentisch für einen Mann bei der Marine? „Natürlich. Auch Männer aus Bayern waren damals im U-Boot-Krieg im Einsatz.“

Die Serie ist zwar derzeit aktuell, im Prinzip ist der Zweite Weltkrieg für Klaus Steinbacher aber buchstäblich schon wieder Geschichte. Der Reichersbeurer hat derzeit ein festes Engagement an der Münchner Schauburg. Das Theater ist auf ein junges Publikum spezialisiert, Steinbacher wirkt in vier Produktionen mit („Himmel und Hände“, „Nothing twice“, „Hilfe, die Herdmanns kommen“ und „Besuch aus Tralien“). „Man kann sich als Schauspieler nur wünschen, in so einem Haus zu landen“, schwärmt er. „Das ist eine wahnsinnig wertvolle Erfahrung.“ Steinbacher hofft, dort auch weiterhin mitspielen zu können, denn im Frühjahr 2019 geht der Vertrag zu Ende. Zudem hat er einen Kinofilm mit Hans Steinbichler abgedreht, „mit diesem Regisseur wollte ich schon immer mal etwas machen“.

Was 2019 genau alles passieren wird, weiß Steinbacher noch nicht. Nur so viel: „Durch ,Das Boot‘ ist gerade sehr viel in Bewegung. Und ich freue mich auf neue Herausforderungen.“

Die neue Serie „Das Boot“ wird jeden Freitag im Bezahlsender Sky ausgestrahlt, ab 20.15 Uhr kommen jeweils zwei Folgen, die letzten sind am 14. Dezember zu sehen. Unabhängig davon kann man die gesamte Serie, die aus acht Folgen besteht, jederzeit bei Sky abrufen.

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