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Freie-Wähler-Runde im „Altwirt“: Die Reichersbeurer FW-Gemeinderäte (v. li.) Johann Niggl, Karl Joachim, FW-Sprecher Klaus Harrer, Bürgermeister Ernst Dieckmann, Martina von Sigriz, Korbinian Reiter und Josef Reiter. 

Versammlung der Freien Wähler

Brache in der Reichersbeurer Ortsmitte „sieht aus wie Truppenübungsplatz“

Funkmast, Ortsmitte, Kommunalwahl: In der Versammlung der Freien Wähler Reichersbeuern ging es um eine Vielzahl an Themen.

Reichersbeuern Die Jahresversammlung der Freien Wähler (FW) von Reichersbeuern im Nebenraum des „Altwirts“ hätte mehr Zuhörer verdient gehabt. FW-Sprecher Klaus Harrer hatte zwar keine umwerfenden Neuigkeiten zu vermelden, aber in der Aussprache zu den Ereignissen des Vorjahres gab es bei dem einen oder anderen Thema spürbaren Informationsbedarf.

Zu einer lebhaften Diskussion führte die Frage von Ingrid Gnegel,ob die Gemeinde – wenn das Votum gegen den Standort eines Funkmasten am Kirchberg ausfallen sollte – alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wird. Die Umsetzung des Bürgerentscheids vom 26. Mai sei selbstverständlich, sagte Bürgermeister Ernst Dieckmann. Für den Fall, dass die Bürgerinitiative die Mehrheit erhalte, werde die Gemeinde der Telekom erneut den Standort Walmbichl vorschlagen. Damit ende dann der Auftrag durch den Bürgerentscheid, „aber leider nicht das Problem, weil sich die Telekom dann auf die Suche nach Dachstandorten machen wird“. Die Gemeinde habe dann nur noch die Möglichkeit, durch eine Veränderungssperre für die gesamte Ortschaft Dachstandorte zu verhindern. „Der Gemeinderat hat versucht, eine Lösung zu finden, die die Versorgung sicherstellt, aber so weit wie möglich von der Bebauung entfernt ist“, machte Dieckmann deutlich.

Als sehr schade bezeichnete Klaus Harrer das Aus für das interkommunale Gewerbegebiet am Kranzer. „Die Grundbesitzerin hat unmittelbar vor Vertragsunterzeichnung zurückgezogen“, bedauerte er. Weit fortgeschritten sei man bei den Verhandlungen für eine Dorfentlastungsstraße. Die Vorverträge für die Straßengrundabtretung seien unterzeichnet. Lediglich einer der Beteiligten zögere noch mit dem Gang zum Notar.

Probleme bei der Entwicklung der Ortsmitte

Das brachliegende Gelände an der Abrissstelle des „Neuwirts“ störte Altbürgermeister Hans Harrer gerade mit Blick auf die 1000-Jahrfeier im nächsten Jahr ganz gewaltig. „Da schaut es aus wie auf einem Truppenübungsplatz“, meinte ein Versammlungsteilnehmer. Dass es beim Bauvorhaben der Raiffeisenbank stocke, liege an der Tiefgarage, erklärte Klaus Harrer. Die Kosten seien wegen der schlechten Bodenverhältnisse und der Preisentwicklung im Baugewerbe völlig aus dem Ruder gelaufen, sodass „die Banker die Planung noch einmal überdenken müssen“. Die Verzögerung wirft laut Dieckmann auch die Planung der Gemeinde durcheinander, die schon im vorigen Jahr in das ehemalige Bankgebäude umziehen wollte.

Die Kommunalwahl 2020 rückt näher. Im November ist die Aufstellungsversammlung der Freien Wähler für den Gemeinderat vorgesehen, sagte Harrer. Mit Johann Niggl und Korbinian Reiter stellen sich zwei altgediente Gemeinderäte der Freien Wähler nicht mehr zur Wahl. Dieckmann rief die Zuhörer dazu auf, sich als Gemeinderats-Kandidaten auf der Liste der Freien Wähler zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen wieder eine Liste mit möglichst vielen Bewerbern zusammenbringen.“

Mit Konkurrenz für das Amt des Bürgermeisters aus dem Dorf ist nicht zu rechnen. Die „Bürgerlichen“ um den Zweiten Bürgermeister Andreas Melf haben bereits erklärt, dass sie auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichten wollen und den amtierenden Bürgermeister unterstützen.  ps

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