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Die schöne Silhouette von Reichersbeuern sehen die Initiatoren des Bürgerbegehrens gefährdet, sollte mitten im Ort auf dem Hügel hinter der Kirche ein Mobilfunkmast aufgestellt werden. 

187 Unterschriften nötig

Bürgerinitiative in Reichersbeuern gegen Mobilfunkmast auf dem Kirchberg

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In Reichersbeuern werden aktuell Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Die Initiatoren wollen einen Mobilfunkmast auf dem Kirchberg verhindern. Dazu brauchen sie mindestens 187 Unterschriften – am besten innerhalb einer Woche.

Reichersbeuern– „Kein Mobilfunkmast auf dem Kirchberg!“ Das ist die Überschrift eines Bürgerbegehrens, das in Reichersbeuern gestartet ist. Die Initiatoren haben es dabei besonders eilig. Die nötigen 187 Unterschriften wollen sie noch vor der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 28. März, zusammen haben.

Über die Errichtung eines neuen Mobilfunkmasts der Telekom in Reichersbeuern wird schon seit geraumer Zeit diskutiert. Die Gemeinde hat dafür den Kirchberg ins Auge gefasst. Dagegen hatte sich bereits vergangenes Jahr Protest geregt, untermauert durch eine Sammlung von über 200 Unterschriften.

Die Gemeinde hat Ende 2018 noch einmal ein Gutachten dazu in Auftrag gegeben. Bürgermeister Ernst Dieckmann erklärt, das Ergebnis liege ihm noch nicht vor. Es soll in der Gemeinderatssitzung am 28. März der Öffentlichkeit präsentiert werden. Wenn es weiterhin den Standort Kirchberg favorisiert, schwebt Dieckmann eine entsprechende Beschlussfassung noch am selben Abend vor.

„Mobilfunkmast würde das Ortsbild von Reichersbeuern verunstalten“

Das wäre jedoch rechtlich nicht möglich, wenn bis dahin das Bürgerbegehren eingereicht ist, das genau das Gegenteil fordert. Als Initiatoren firmieren Hans Maria Heyn und Konstantin Schlüter. „Prinzipiell herrscht Einigkeit, dass es einen Funkmast braucht“, erklärt Heyn. Doch gegen den Standort am Kirchberg führen die Initiatoren zwei Argumente ins Feld. „Wenn Sie Reichersbeuern anschauen, wird die Silhouette geprägt von der Kirche, dem Maibaum, dem Hügel und der Benediktenwand“, sagt Heyn (37), der im Ort aufgewachsen ist und nach Stationen in Berlin und im Ausland wieder hierhergezogen ist. Ein Sendemast „auf unserem schönsten Hügel, direkt hinter der Kirche St. Korbinian und vor unserem herrlichen Alpenpanorama wird das Ortsbild von Reichersbeuern auf ewige Zeiten verunstalten“, heißt es im Text des Bürgerbegehrens.

Zudem macht den Initiatoren die mögliche Strahlenbelastung Sorgen. „Der Mast wäre zu nahe an Kindergarten und Schule, an der Kirche und der Dorfmitte mit dem ,Altwirt‘“, führt Heyn ins Feld. „In der Schweiz dürfte ein Mast in dieser Lage gar nicht gebaut werden.“ Schlüter, der mit seiner Frau und vier Kindern in unmittelbarer Nähe lebt, wäre auch selbst betroffen. Das Bürgerbegehren fordert, dass die Gemeinde einen alternativen Standort außerhalb des Dorfs benennt und der Telekom anbietet.

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Sieben andere Standorte, die im Gemeindebesitz sind, würden in dem aktuellen Gutachten geprüft, erklärt dazu Dieckmann. Sollte sich ein anderer Platz als geeigneter erweisen, „dann ist es ja gut“, so der Bürgermeister. Er wolle da nicht vorgreifen, gibt aber zu bedenken: „Je weiter weg der Mast ist, desto höher muss die Strahlung sein.“ Am Kirchberg würden in jedem Fall „alle Grenzwerte eingehalten“.

Laut Dieckmann wäre der Mast nicht, „knapp 20 Meter“ hoch, wie es im Text des Bürgerbegehrens heißt, sondern nur 15. „Wir haben mit einer Hebebühne einen Mast mit dieser Höhe simuliert und von allen Seiten Fotos gemacht.“ Das Ergebnis aus seiner Sicht: „Die Silhouette würde nicht zerstört, es wäre verträglich.“ An dieser Stelle reiche ein „schmaler Spargel“ aus Beton oder ein leichter Stahlmast aus. Auch hier gelte: Je weiter weg der Mast von der Wohnbebauung und damit von den Nutzern ist, desto höher und massiver müsse er sein. „An der B 472 müsste er zum Beispiel 60 Meter hoch sein.“

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Schlüter (44), Geschäftsführer einer Softwarefirma, kritisiert, dass Dieckmann den Standort Kirchberg als „alternativlos“ darstelle. „Aber es gibt natürlich Alternativen. Vodafone zum Beispiel hat in Reichersbeuern eine 100-prozentige Netzabdeckung.“ Der Vodafone-Mast stehe auf einem Stadl Richtung Greiling – auf Flur der Nachbargemeinde.

Dieckmann ist derweil vor allem wichtig, dass die Gemeinde das Heft des Handelns in der Hand behält. Biete die Kommune der Telekom keinen geeigneten Standort an, könne das Unternehmen genauso gut das Dach eines Privateigentümers dafür anmieten. Dazu benötige der Konzern noch nicht einmal eine Baugenehmigung. Auch auf die künftige Entwicklung habe die Gemeinde dann keinen Einfluss mehr.

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Familien, Freunde und weitere Unterstützer der Initiatoren sind nun unterwegs, um Unterschriften zu sammeln. Unterzeichnen mindestens zehn Prozent der 1863 Reichersbeurer Wahlberechtigten und wird das Begehren als gültig anerkannt, findet ein Bürgerentscheid statt.

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