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Familiär geht es im Kinderdorf  „Hogar Jesus Niño“ in Argentinien zu, wo Florian Bachmann (3. v. re.) seit Oktober als "Missionar auf Zeit" arbeitet. Neben der Kinderbetreuung unterstützte der 19-jährige Reichersbeurer die Hausmutter bei Arbeiten in Haus und Garten.

Missionar auf Zeit

„Ein Großteil der Kleidung ist verbrannt“

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Reichersbeuern/Puerto Rico – Dass der Freiwilligendienst in Argentinien ein Abenteuer werden würde, war Florian Bachmann aus Reichersbeuern klar. Dass er dabei ernsthaft in Gefahr geraten würde, nicht.

Erst im Nachhinein ist Florian Bachmann bewusst geworden, wie viel Glück er hatte. Wegen eines technischen Defekts brannte vor Kurzem seine Unterkunft im Kinderdorf „Hogar Jesus Niño“ in der argentinischen Stadt Puerto Rico komplett aus. „Ich habe das Feuer früh genug bemerkt und bin gut rausgekommen“, berichtet der 19-Jährige. „Ein Großteil meiner Kleidung ist aber verbrannt.“

Der Zwischenfall war bislang aber glücklicherweise die einzige negative Erfahrung, die der Reichersbeurer im Rahmen seines kirchlichen Freiwilligendienstes gesammelt hat. Im Oktober vergangenen Jahres flog Bachmann für die Walter-Waldschütz-Stiftung aus Holzkirchen nach Argentinien, wo er noch bis Ende Juli als „Missionar auf Zeit“ (Maz) arbeitet. Anders, als diese Bezeichnung zunächst vermuten lässt, muss Bachmann aber keine Heiden mit der Bibel in der Hand vom christlichen Glauben überzeugen. „Ich arbeite in einem Kinderdorf, wo ich eine Hausmutter bei allen Arbeiten unterstütze, die in Haus und Garten anfallen“, sagt Bachmann.

Zu seinen Pflichten gehört aber auch, die derzeit 32 Buben und Mädchen zu beaufsichtigen, wenn keine Schule ist. „Wir spielen und ratschen zusammen“, sagt Bachmann. Anfangs war das allerdings gar nicht so einfach, weil der Fachabiturient nur wenig Spanisch sprechen konnte, als er nach Argentinien kam. Inzwischen beschreibt der junge Mann seine Kenntnisse als mittelmäßig. „Aber ich habe ja noch ein paar Monate“, sagt Bachmann und lacht.

Beeindruckende Erlebnisse

Im Juli endet sein Dienst, dann will er vier Wochen lang reisen, zum Beispiel in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires oder ins benachbarte Uruguay. Bislang hat Bachmann nur sonntags Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen – das ist nämlich der einzige Tag, an dem der „Maz“ frei hat.

Am meisten beeindruckt hat Bachmann bislang ein Ausflug zu den bekannten Iguazú-Wasserfällen an der Grenze zu Brasilien. Die bestehen aus 20 größeren sowie 255 kleineren, teilweise bis zu 82 Meter hohen Wasserfällen. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, schwärmt Bachmann. „Sehr beeindruckend.“

Dank solcher Erlebnisse kann der 19-Jährige verschmerzen, dass es in der Provinz Misiones, in der Puerto Rico liegt, keine richtigen Berge wie in seiner Heimat gibt. „Die Einheimischen nennen es Berge, eigentlich sind es aber nur Hügel“, sagt der begeisterte Mountainbiker und Bergwanderer augenzwinkernd. Neben den Bergen sowie Familie und Freunden vermisst Bachmann nichts in Argentinien, auch wenn der Lebensstandard im Kinderdorf einfach ist.

In Argentinien wird es langsam Herbst

Nachdem seine erste Unterkunft dort abgebrannt ist, hat Bachmann inzwischen ein neues Haus bezogen, dass speziell für freiwillige Helfer gebaut worden ist. Gerade noch rechtzeitig, denn in Argentinien beginnt so langsam der Herbst. „Im Vergleich zu Deutschland sind die Jahreszeiten genau andersherum“, erzählt Bachmann. „Tagsüber knacken die Temperaturen aber immer noch locker die 30-Grad-Marke.“

Nach dem Abenteuer Argentinien geht es für Bachmann im Sommer zurück nach Deutschland. Ab Herbst will der Absolvent der Fachoberschule (FOS) in Bad Tölz eine Ausbildung beginnen. „Irgendetwas mit Holz oder Pflanzen.“ Dass er danach erneut ins Ausland geht, will Bachmann nicht ausschließen: Die Kombination, sich sozial zu engagieren und gleichzeitig eine andere Kultur kennenzulernen, sei schließlich ideal.

Spenden für Wiederaufbau

Für den Wiederaufbau des völlig ausgebrannten Hauses im Kinderdorf ist die Walter-Waldschütz-Stiftung auf Spenden angewiesen. Wer helfen möchte, kann einen Betrag seiner Wahl auf folgendes Konto bei der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee überweisen: 

Pfarrer Walter Waldschütz-Stiftung

 BIC: BYLADEM1MIB

IBAN: DE07 7115 2570 0000 0454 50

 Kennwort: Kinderdorf

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