Stellten dem Reichersbeurer Rat das Energie-Effizienz-Netzwerk Oberland vor: Dominikus Brücker (re.) und Stefan Drexlmeier.
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Stellten dem Reichersbeurer Rat das Energie-Effizienz-Netzwerk Oberland vor: Dominikus Brücker (re.) und Stefan Drexlmeier.

Energie-Effizienz-Netzwerk Oberland

Energiewende: Reichersbeuern macht im Netzwerk einen Schritt nach vorne

  • vonEwald Scheitterer
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Eigentlich wollen die Reichersbeurer Gemeinderäte schon dem geplanten Energie-Effizienz-Netzwerk der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ beitreten. Zuerst soll das Thema jedoch auf Ebene der Verwaltungsgemeinschaft behandelt werden.

Reichersbeuern – Grundsätzliches Einverständnis, dem geplanten Energie-Effizienz-Netzwerk der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ beizutreten, signalisierte der Reichersbeurer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Als aber Zweiter Bürgermeister Andreas Melf einwarf: „Es würde doch Sinn machen, wenn wir da als Verwaltungsgemeinschaft einsteigen würden“, wurde eine endgültige Entscheidung über den Beitritt vertagt. Allerdings versprach Bürgermeister Ernst Dieckmann, so bald wie möglich mit seinen Amtskollegen aus Greiling und Sachsenkam darüber zu sprechen.

Professor Dominikus Bücker, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) an der technischen Hochschule Rosenheim, und Stefan Drexlmeier von der Bürgerstiftung warben vor dem Gremium für das geplante kommunale Netzwerk, das mit diversen Maßnahmen „am Ende den CO2-Ausstoß der Gemeinde reduzieren soll“, so Bücker. Vorgeschlagen wurde in der Reihenfolge eine Potenzialanalyse, eine Priorisierung der möglichen Maßnahmen, die Planung und letztlich die Umsetzung, um die Energie nachhaltiger zu nutzen. Profitieren könne man am meisten bei den Liegenschaften und beim gemeindlichen Fuhrpark.

Das Projekt würde über drei Jahre laufen, Reichersbeuern würde 40 Beratertage „einkaufen“. Drexlmeier betonte zudem den Vorteil der geplanten vierteljährlichen Netzwerktreffen: „Zum einen können da die Teilnehmer voneinander lernen, durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.“ Zudem habe die Erfahrung in bereits bestehenden Netzwerken gezeigt, dass die Treffen dafür sorgen, Projekte immer wieder anzustoßen und, dass die einzelnen Kommunen am Ball bleiben.

Bereits beigetreten ist dem Netzwerk unter anderem im Oberland der Landkreis Miesbach, der Markt Holzkirchen und zuletzt auch Tegernsee. Für die angedachten drei Jahre Laufzeit würden knapp 60 000 Euro fällig werden. Da das Projekt aber bis zu 70 Prozent staatlich gefördert wird, würde sich der Eigenanteil der Gemeinde Reichersbeuern auf etwa 21 000 Euro einpegeln. „Der Betrag ist für alle Mitglieder gleich“, antwortete Drexlmeier auf eine Nachfrage. Dafür bekämen auch alle mit den 40 Beratertagen dieselben Leistungen. Letztlich sogar ein Vorteil für kleinere Dörfer, da man hier die Gesamtstruktur viel besser untersuchen könne, als etwa in der Stadt Rosenheim, wo man sich wegen der Größe damit nur auf Teilbereiche konzentrieren könne. Der Experte unterstrich noch einmal: „Wir sind keine Betreiber, verdienen also nichts mit der Umsetzung der Projekte. Deshalb können sie sich auf unsere neutrale Meinung verlassen.“ Inwieweit dies dann auch Sachsenkam und Greiling als Mitglieder der VG überzeugen kann, wird sich zeigen.  

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