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Ein letztes Mal in der „Neuwirt“-Küche: Peter und Maria Pirchmoser beenden ihr Wirte-Dasein.

Ende der Traditionsgaststätte 

Der „Neuwirt“ sperrt für immer zu

Reichersbeuern - Ab Samstag ist der Reichersbeurer „Neuwirt“ Geschichte: An Silvester ist das Traditionsgasthaus im Ortskern ein letztes Mal geöffnet. Dann sperrt das Ehepaar Pirchmoser für immer zu.

Seit 2002 sind Peter Pirchmoser und seine Frau Maria Wirtsleute. Zunächst als Pächter, dann als Besitzer. Gesundheitliche Gründe haben schon vor einiger Zeit den Gedanken ans Aufhören geweckt. Nun hat ein Angebot der Raiffeisenbank, das Gebäude zu kaufen, zu einer rascheren Entscheidung geführt. „Vielleicht hätten wir noch einige Jährchen drangehängt, aber die Situation hat sich durch die Anfrage geändert“, erklärt der scheidende Wirt. Die Gemeinde hat auf der gegenüberliegenden Straßenseite von der „Raiffeisenbank im Oberland“ den „Altwirt“ gekauft und wird das Rathaus in die dort angrenzende, bisherige Bankfiliale verlegen. Das Geldinstitut baut dort, wo sich jetzt der „Neuwirt“ befindet, eine neue Geschäftsstelle.

Nicht nur Ortsansässige verbinden schöne Erinnerungen und Erlebnisse mit der gemütlichen Dorfwirtschaft. Unvergessen bleibt das nahezu schon legendäre Weißwurstessen im Anschluss an den jährlichen Sportlerball. Auch der Feuerwehr-Rosenmontagsball war nach einer Unterbrechung von den Pirchmosers wieder ins Leben gerufen worden und hatte noch 2016 seinen Platz im Faschingskalender. Die Bewirtung anlässlich der 150-Jahrfeier des örtlichen Veteranenvereins zählte im Sommer des Vorjahres zu einem der zahlreichen Höhepunkte.

Überhaupt zählten die unterschiedlichsten Ortsvereine all die Jahre zu den Stammgästen beim Neuwirt. Die Sänger- und Liedertafel, den Veteranenverein und die Feuerwehr hebt Pirchmoser dabei ganz besonders hervor. Allerdings sind es auch Vereine, Gesellschaften und sonstige Zusammenschlüsse, die den Abschied nun etwas erleichtern. „Die Schwarzgastronomie und das Rauchverbot haben sehr viel verändert. Was sich vor Jahren noch am Stammtisch abgespielt hat, findet in der heutigen Zeit in ausgebauten Bauwägen und Heustadln, in Vereinshütten und auf diversen Partys statt“, nennen die Wirtsleute einen der Hauptgründe für zurückgehende Gästezahlen. Dabei müssen von den Betreibern und Veranstaltern wesentlich weniger Auflagen und Vorschriften beachtet werden als in der Gastronomie. Um diesen zu entsprechen haben die Pirchmosers 2009 nach dem Erwerb des über 300 Jahre alten Gebäudes auch kräftig in die Renovierung der Küche und Gästezimmer investiert. Küchenchef war stets Peter Pirchmoser. Seine Frau kümmerte sich um den Service.

Nun soll erst einmal die Freizeit genossen werden. Neben Südtirol sollen ganz besonders auch in Deutschland verschiedene Orte als Reiseziele gelten. „Nach einer gewissen Zeit kann ich mir aber schon vorstellen, eventuell als Bedienung zu arbeiten“, verrät Maria. Verständlich, denn die Pirchmosers waren schließlich Wirtsleute mit Leib und Seele.

Hans Demmel

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