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Zwei Lagerhallen einer Biomasse-Anlage in der Nähe der Greilinger Deponie waren am Montag in den frühen Morgenstunden vollständig abgebrannt.

Ermittlungsgruppe „Isar“ erfolgreich

Flammen-Inferno mit Millionenschaden in Reichersbeuern: 47-Jähriger aus Landkreis München festgenommen

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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  • Melina Staar
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  • Andreas Steppan
    Andreas Steppan
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Bei einem Großbrand in Reichersbeuern ist am Montag ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden. Nun hat die Polizei einen Mann aus dem Landkreis München festgenommen.

  • Eine Energiegewinnungsanlage wurde bei einem Großbrand in Reichersbeuern komplett zerstört.
  • Die Polizei spricht von einem Schaden in Millionenhöhe.
  • Mittlerweile gab es mehrere Brände in der Region
  • Die Kriminalpolizei schließt Brandstiftung nicht aus und hat jetzt einen Tatverdächtigen verhaftet.
  • Übrigens, dass Wichtigste aus der Region gibt es jetzt auch im Bad Tölz Newsletter

Update 7. Mai, 15.05 Uhr: Nach den Bränden hat die Ermittlungsgruppe „Isar“ der Polizei einen 47-jährigen Mann aus dem Landkreis München festgenommen. Beamte konnten ihn in enger Zusammenarbeit mit Kräften des Polizeipräsidiums München am Donnerstagmorgen (7. Mai) in seiner Wohnung festnehmen, berichtet Pressesprecherin Carolin Hohensinn vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd

Nach Flammeninferno in Reichersbeuern: 47-Jähriger aus Raum München festgenommen

Der bereits mehrfach wegen anderer Delikte polizeilich in Erscheinung getretene Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. 

Der 47-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen zur Klärung der Brandfälle laufen weiterhin auf Hochtouren, so Hohensinn.

Großbrand in Reichersbeuern: Bilder

Am Mittwoch ereignete sich auch noch ein Brand an einer Waldhütte in Oberhaching. Anwohner hatten kurz vor Mitternacht einen Feuerschein bemerkt.  Die Einsatzkräfte fanden eine lichterloh brennende Hütte mit angebauter Feldscheune vor. 

Der Schaden dürfte im hohen fünfstelligen Bereich liegen. Eine vorsätzliche Brandlegung erscheint auch wahrscheinlich, so die Polizei.

Update 6. Mai: Die Kripo Weilheim hat in Zusammenhang mit dem Brand in Reichersbeuern die Ermittlungsgruppe „Isar“ ins Leben gerufen. Der Grund: Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich doch um Brandstiftung handelt. Die Vermutung liegt deshalb nahe, weil es innerhalb von nur zwei Tagen im Landkreis zu vier Bränden unterschiedlichen Ausmaßes gekommen ist, teilt die Polizei in einer Pressemitteilung mit: Betroffen war zunächst die Biomasseanlage in Reichersbeuern, dann ein Hackschnitzellager in Dietramszell, schließlich ein Wohn-/Geschäftshaus in Wolfratshausen und dann noch eine Bank und ein Container auf einem Betriebsgelände in Egling. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen.

Update 14.18 Uhr: Millionenschaden ist in den frühen Morgenstunden des Montag bei einem Großbrand in Reichersbeuern entstanden. Zwei Lagerhallen einer Biomasse-Anlage in der Nähe der Greilinger Deponie Am Vorberg sind vollständig abgebrannt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren viele Stunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die Ursache des Brandes ist noch unklar. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung liegen nach Angaben der Polizei nicht vor. 

Lesen Sie auch: Die schweren Unwetter in Bayern hatten am Samstagabend verheerende Auswirkungen: Einen Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Beuerberg. Ein Blitz war in ein Heulager eingeschlagen.

Großbrand in Reichersbeuern: Autofahrer sieht Flammenschein von der Bundesstraße aus

Es war um Punkt 3.33 Uhr, als der Alarm einging, berichtet Kreisbrandinspektor Wolfgang Stahl, der die Einsatzleitung innehatte. Ein Autofahrer hatte von der Bundesstraße aus den Feuerschein gesehen, dessen Ursprung er – irrtümlich, wie sich herausstellen sollte – an der Deponie verortete. 

Die ersten Kräfte der Feuerwehr Greiling stellten bei ihrem Eintreffen fest, „dass da nicht nur ein Gartenhäuschen brannte“, wie Stahl sagt. Vielmehr standen zwei jeweils 40 auf 20 Meter große Industriehallen in Flammen. Es handelte sich um die Gebäude einer erst vor einem Jahr in Betrieb gegangenen Biomasseanlage zur Erzeugung von Strom und Wärme, gelegen in einer ehemaligen Kiesgrube. Von hier speisten die privaten Betreiber Strom ins allgemeine Netz ein. In einer der Hallen lagerten Hackschnitzel, in der anderen war ein Blockheizkraftwerk untergebracht. 

Brennendes Biomasse-Kraftwerk in Reichersbeuern: Löscharbeiten sind Herausforderung

Durch die Nachalarmierung rückten zusätzlich die Feuerwehren Reichersbeuern, Gaißach, Bad Tölz und Lenggries aus. Zudem gab es Hilfe von der Unterstützungsgruppe Einsatzleitung. 

Beim Löschen stand die Feuerwehr vor der Herausforderung, dass die brennenden Gebäude nicht betreten werden konnten. „Die Dächer befanden sich kurz vor dem Einstürzen“, sagt Stahl. „Somit war nur ein Außenangriff möglich.“ Hilfreich sei gewesen, dass schon nach etwa einer halben Stunde die WGV einen Bagger zur Verfügung gestellt habe. „So konnten wir die Außenhaut der Gebäude aufmachen und gezielter löschen.“ 

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Rund um die Hallen bestand keine Gefahr, dass die Flammen sich weiter ausbreiten. Es befindet sich kein Wald in der Nähe, die nächsten Gebäude seien „weit über einen Kilometer entfernt“, so Stahl. Das kontaminierte Löschwasser wurde laut dem Einsatzleiter so gesammelt, dass ein vorbeifließender Bach nicht gefährdet war. Das Wasserwirtschaftsamt sei rasch vor Ort gewesen, um dies mit Proben zu begleiten. Gasflaschen aus den Hallen wurden zum Kühlen in den Bach gelegt. 

Bei Großbrand in Reichersbeuern heißt es erst nach über sechs Stunden: „Feuer aus“

Bis es schließlich hieß: „Feuer aus“, dauerte es nach Angaben des Kreisbrandinspektors bis 10 Uhr. „Erst dann konnten wir sicher sein, dass nichts wieder aufflammt.“ Die Hackschnitzel, die dort in unterschiedlicher Körnung – „von ganz grob bis ganz fein“ – lagerten, mussten zum Löschen ausgebreitet werden. Nach dem eigentlichen Löschen war die Arbeit der Feuerwehr aber noch lange nicht beendet. Es galt noch, die verbliebenen Hackschnitzel mitsamt möglicher Glutnester auszuräumen und abzutransportieren. „Damit sind die Kameraden sicher noch mehrere Stunden beschäftigt“, sagte Stahl am Mittag. 

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Mit dabei war auch der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann, der sagte: „So ein Ausmaß der Zerstörung habe ich selten gesehen.“ Vor Ort hielt sich das BRK in Bereitschaft, um bei Bedarf Einsatzkräfte versorgen zu können. Der Kriminaldauerdienst der Kripo Weilheim übernahm umgehend die Ermittlungen. Beamte waren zur Spurensicherung vor Ort. 

Lesen Sie auch: Auch während der Corona-Pandemie sind die Feuerwehren im Landkreis voll einsatzbereit

Am Montag konnte die Polizei aber noch keinerlei Aussagen über die Brandursache treffen. Auch über die Schadenshöhe hieß es lediglich, dass diese nach erster Einschätzung „in Millionenhöhe“ liege.

Großbrand in Reichersbeuern - Millionenschaden - Einsatz läuft

Update 9.51 Uhr: Wie die Polizei mitteilt, sind beim Brand auf einem Firmengelände in Reichersbeuern zur Stunde nach wie vor zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Die Löscharbeiten dauern an. Der Notruf über den Brand zweier Lagerhallen am Engen-Gasteig-Weg wurde um 3.40 Uhr abgesetzt.

Ein Großaufgebot an Polizei-, Rettungs- und Einsatzkräften wurde zum Brandort entsandt. „Bei deren Eintreffen standen bereits zwei Lagerhallen für Hackschnitzel zur gewerblichen Stromgewinnung in Brand“, heißt es im Polizeibericht.

Großbrand auf Firmengelände in Reichersbeuern: Kripo ermittelt

Der Kriminaldauerdienst der Kripo Weilheim übernahm umgehend die Ermittlungen. Aktuell sind auch Beamte der Spurensicherung vor Ort.

Derzeit kann die Polizei noch keinerlei Aussagen über die Brandursache treffen. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung lägen bislang jedoch nicht vor.

Die Schadenshöhe dürfte nach einer ersten Einschätzung in die Millionen gehen.

Großbrand in Reichersbeuern: Die Erstmeldung

Erstmeldung, Montag (4. Mai), 6.33 Uhr: Reichersbeuern - Vollständig niedergebrannt ist eine Industriehalle im oberbayerischen Reichersbeuern (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) am frühen Montagmorgen (4. Mai).

Dabei sei nach Angaben eines Polizeisprechers ein hoher Sachschaden in Höhe von drei bis vier Millionen Euro entstanden, verletzt wurde niemand. Bisher sei noch unklar, wie es zu dem Brand kommen konnte.

Schon von weitem waren der Feuerschein und die enorme Rauchentwicklung am Montagmorgen zu sehen gewesen. Über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten gegen die Flammen gekämpft.

Im Mai 2020 kommt es zu einem Großbrand in Berlin-Tegel.

In Bad Tölz hat ein Blitz einen Dachstuhlbrand verursacht. Es folgte ein Großeinsatz - die Bewohner des Mehrfamilienhauses wurden evakuiert.

Weitere Informationen folgen.

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