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Gauschießen in Reichersbeuern

Drei Königstitel gehen nach Gaißach

Reichersbeuern - An 17 Tagen war im Reichersbeurer Schützenhaus volle Konzentration angesagt. Dort wurde das 90. Gauschießen des Tölzer Schützengaus ausgetragen. Gestern nun wurden die Ergebnisse bekanntgegeben.

 Das Hauptaugenmerk galt bei der Preisverteilung den neuen Gaukönigen, die von ihren Amtsvorgängern unter viel Beifall die hoheitlichen Insignien entgegennahmen. Im Wettkampf mit dem Luftgewehr hatte sich bei den Herren Martin Peschl von der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Bichl mit einem 13,6-Teiler an die Spitze gesetzt. Dieses Ergebnis wurde von den Damen sogar noch unterboten: Rita Sanktjohanser von den Gaißacher Sportschützen holte sich den Königstitel mit einem 3,6-Teiler. Die Gaujugendschützenkette ging an die 14-jährige Sophie Haslinger, die einen 24,1-Teiler erzielt hatte und auch aus Gaißach kommt. Doch damit ist die Erfolgsbilanz der Gaißacher Sportschützen noch nicht zu Ende: Der neue Gaupistolenkönig Ulrich Gilgenreiner (61,4-Teiler) ist ebenfalls einer der Ihren.

Königswürden: Gauschützenmeister Uwe Langheinrich (li.) und der Reichersbeurer Schützenmeister Michael Danner (re.) gratulierten (v. li.) dem Gauschützenkönig Martin Peschl, Gauschützenkönigin Rita Sanktjohanser, Gaujugendkönigin Sophie Haslinger und Gaupistolenkönig Ulrich Gilgenreiner.


Viele Spitzentreffer seien noch in den letzten Wettkampftagen gefallen, was den Ausgang des Turniers bis zum Schluss spannend hielt, erklärte Schützenmeister Michael Danner von der gastgebenden Reichersbeurer Schützenkompanie. Den Meistpreis für die am stärksten vertretene Gesellschaft heimsten wie gewohnt die Jachenauer ein.

Insgesamt nahmen 730 Schützen aus 19 Vereinen am Gauwettkampf teil. Mit der Ausrichtung dieses Großereignisses erinnerte die Reichersbeurer Kompanie an die 130-jährige Geschichte des Schießwesens in ihrem Heimatort.

Während die Proklamation der neuen Gaukönige und die Preisverteilung am Nachmittag im Gasthof Altwirt über die Bühne gingen, wurde am Vormittag würdevoll der festliche Teil des Tages begangen. Die Fahnen der angereisten Vereine mussten allerdings beim Kirchenzug und auch beim Festzug nach dem Gottesdienst sowie bei der Totenehrung am Kriegerdenkmal in ihren schützenden Plastikhüllen verpackt bleiben. Denn vom grauen Himmel wirbelten Schneeflocken hernieder. Dass solche unbeliebten „Begleiterscheinungen“ aber im Grunde unwesentlich sind, vermittelte Pfarrer Ludwig Scheiel in seiner Predigt: Was wäre der Sinn der Schützenvereine, wenn es ihnen nur um Äußerlichkeiten, ihren Sport und ihre Könige ginge? „Es geht doch um das Zusammenkommen, das Miteinander, das Sich-gegenseitig-Aushalten, auch wenn es nicht immer einfach ist“, betonte Scheiel und verband damit die christliche Aufforderung „Bringt Liebe in unsere Zeit“. Praktisch umsetzen könne man dies auch dadurch, dass man das bessere Schießergebnis eines Konkurrenten akzeptiere – was die schlechter platzierten Schützen bei der Preisverteilung dann auch taten. Rosi Bauer

Gauschießen in Reichersbeuern: Kirchenzug und Königsproklamation

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