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Zünftig spielten die Musiker beim Hoagascht im Reichersbeurer „Altwirt“-Saal auf. Zu dem Abend hatten die „Reiwa Buam“ eingeladen.

Hoagascht der Reiwa-Buam 

Bekannte und neue Stücke im ausverkauften Saal

Viel rumgekommen sind die „Reiwa-Buam“ in diesem Jahr – aber am schönsten ist es doch dahoam. Deshalb luden die drei Burschen jetzt befreundete Musikanten nach Reichersbeuern zu ihrem fünften Hoagascht ein.

Reichersbeuern„Bachelor of Volksmusik“ – diesen sehr interessant klingenden Hochschulabschluss gibt es wirklich, und zwei Drittel der „Reiwa-Buam“ können sich (bald) diesen Titel auf ihre Visitenkarte drucken. Andreas Winkler, 26 Jahre jung und Reichersbeurer, hat den Abschluss der Münchner Musikhochschule schon in der Tasche. Sein Musikerkollege, Sepp Steinbacher, ebenfalls 26 Jahre und aus Reichersbeuern, arbeitet noch daran. Was beide weiter verbindet: Das Hauptfach „Steirische“ und die Lust am Komponieren eigener Stücke. Der Dritte im Bunde – Georg Obermüller – fällt bei diesen Mustern komplett aus dem Rahmen und ergänzt aber so die Dreiergruppe perfekt: Er kommt aus Waakirchen, ist 31 Jahre alt, Maschinenbautechniker und spielt Bariton. Die drei jungen Männer, die seit 2009 miteinander musizieren, sind mit ihrem eigenen Stil und wegen ihrem breiten Repertoire weit über den Isarwinkel hinaus bekannt.

Viel rumgekommen sind die „Reiwa-Buam“ in diesem Jahr – aber am schönsten ist es doch dahoam. So luden die drei Burschen jetzt befreundete Musikanten nach Reichersbeuern zu ihrem fünften Hoagascht ein. Die Gruppen „Bernard Dirndl“, „Viererlei“ und die „Tegernseer Tanzlmusi“ folgten dieser Einladung und gestalteten gemeinsam mit den „Reiwa-Buam“ einen abwechslungsreichen Abend beim „Altwirt“. Moderatorin Monika Steinbacher sorgte für viele Lacher bei Jung und Alt im ausverkauften Saal.

Viele Zuhörer waren wohl auch wegen der „Bernard-Dirndl“ gekommen. Die drei jungen Mädchen aus Steingau gehören seit diesem Jahr zu den Preisträgern des Traunsteiner Lindls und bewiesen vor allem bei den letzten beiden Stücken „Nacht werds auf da Oim“ und „Steirer Dreier“ (Zugabe-Jodler) ihr gesangliches Talent und ihre Stimmgewalt. 50 Prozent Heimvorteil hatten „Viererlei“: Die zwei männlichen Mitglieder des Quartetts, Klaus Steinbacher und Engelbert Reiter, kommen aus Reichersbeuern und werden von zwei Lenggrieserinnen ergänzt. Und sie haben laut Ansagerin Steinbacher alles, was eine gute Musikgruppe heutzutage braucht: Sie sind nicht untereinander verheiratet, haben eine WhatsApp-Gruppe, immer sehr lange Musikproben und zusammengezählt sind sie 197 Jahre alt. Die Tegernseer Tanzlmusi ließ es sich nicht nehmen, nach dem offiziellen Ende des Hoagaschts den Anwesenden noch zum Tanz aufzuspielen – und ein paar Pärchen kamen dem Aufruf gerne nach. Viele bekannte Stücke wurden an diesem Abend angestimmt und wunderbar vorgetragen – doch gerade die selbstkomponierten Stücke der „Reiwa-Buam“ wie „Marsch der Komiker“ oder „Bin i da ned g’recht?“ stachen durch ihren eigenen, etwas anderen Stil immer wieder positiv heraus und gaben der Veranstaltung den besonderen Klang.

Der Bachelorabschluss ist für diese Art der Volksmusik mit Sicherheit nicht maßgebend – eher die besondere Beziehung der drei Burschen von den „Reiwa-Buam“ zu Takt, Note und Harmonie sowie das Herzblut beim Musizieren, welches bei jedem Stück zu hören war.  tk

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