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Motocrossfahrer fahren unerlaubt durch die Reichersbeurer Wälder und sorgen für Ärger.

Problem mit Motocrossfahrern

„Höllenlärm“ im Wald

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Der Freizeitdruck in den Reichersbeurer Wäldern wächst. Immer wieder kommt es zu Konflikten mit Mountainbikern, Joggern und vor allem Motocrossfahrern. Thematisiert wurde das bei der gemeinsamen Waldbegehung von Grundeigentümern und Jägern.

Reichersbeuern– Sepp Harrer, Vorsteher der Reichersbeurer Jagdgenossenschaft, gönnt jeden seinen Ausflug in den Wald. Das betont er immer wieder im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. „Ich will das keinem verwehren, aber man sollte sich halt an gewisse Regeln halten.“ Dazu gehört für ihn, dass Jogger, Radler und Spaziergänger auf den Wegen bleiben und Hunde angeleint werden. „Viele haben kein Bewusstsein mehr für die Natur“, ergänzt Bürgermeister Ernst Dieckmann, dem das Thema ein Anliegen ist. Früher sei allen klar gewesen, „dass man nach Georgi am 23. April nicht mehr durch die Wiesen und über die Weiden läuft.“ Schließlich möchte man zu Hause ja auch nicht, „dass einfach irgendjemand durch das frisch angelegte Blumenbeet in seinem Garten trampelt“, verdeutlicht der Rathauschef.


Gerade morgens vor 8 Uhr und in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr wäre es wichtig, nicht einfach querfeldein durch den Wald zu stapfen. „In der Zeit sind unsere Jäger draußen“, sagt Harrer. Wenn hier ständige Unruhe im Wald herrsche und das Wild aufgescheucht wird, „verlieren die irgendwann ihren Ehrgeiz“, erklärt der Jagdvorsteher. Die Bejagung sei aber wichtig, betont Dieckmann – auch, um die Verbissschäden gering zu halten. „Die Jäger sorgen dafür, dass der Wildbestand nicht zu groß wird. Dies ist erforderlich, damit der junge Baumbestand aufkommen kann.“

1200 Hektar jagdbare Fläche gebe es auf Reichersbeurer Flur. Ein Großteil davon sei bewaldet. Rot- und Rehwild werde geschossen. „Aber auch Schwarzwild haben wir mittlerweile da“, sagt Harrer.

Ein besonderes Ärgernis sind für viele Waldbesitzer die Motocrossfahrer, auch das wurde bei der Waldbegehung deutlich. Hier gebe es seit langem Probleme, sagt der Jagdvorsteher. „Die Maschinen machen einen Höllenlärm und sind kreuz und quer im Wald unterwegs. Das Jagern ist da unmöglich.“

Aber auch die von den Waldbesitzern oft mit Mühe und einigem Geld hergerichteten Wege leiden unter den Motorradfahrern, sagt Dieckmann. „Da werden dann in frisch gemachte Wege Spuren reingezogen. Das ist nicht mehr lustig“, ergänzt Harrer. Vor allem im Bereich des Vorbergs gebe es hier immer wieder Probleme.

Die meisten Fahrer haben keinen Führerschein

Harrer weist auch auf das Haftungsrisiko hin. Denn die Motocrossfahrer seien meisten Jugendliche unter 18 – ohne Führerschein und ohne zugelassene Maschine. „Was ist, wenn was passiert?“ Und dabei gehe es nicht nur um die Selbstgefährdung. „Bei uns sind auch Reiter unterwegs. Was ist, wenn eines der Pferde bei dem Lärm durchgeht und der Reiter verletzt wird?“

Die Motocrossfahrer anzuzeigen, bringe nicht viel, sagt Harrer. „Dann gibt’s ein kleines Bußgeld. Mehr kommt nicht raus.“ Gemeinsam mit Dieckmann appelliert er vor allem an die Eltern. „Es ist wichtig, dass man das Eigentum anderer respektiert.“ Und dazu gehören auch angelegte Wege. „Und man sollte sich so verhalten, dass man sich und andere nicht gefährdet“, sagt der Bürgermeister.

Kiesgrube als legale Ausweichmöglichkeit?

Harrer könnte sich vorstellen, dass man den Motorsportlern eine Fläche anbietet, auf der sie tatsächlich ein paar Mal in der Woche fahren dürfen. „In der Gemeinde gibt es ja zwei Kiesgruben und die Flächen am alten Schießplatz.“ Dieckmann will das nicht gleich ausschließen, hat aber Bedenken. „Man darf ja nicht vergessen, dass das, was die in der Regel jugendlichen Motocrossfahrer machen, nicht erlaubt ist. Die haben keinen Führerschein und keine Zulassung.“ Man werde das aber prüfen und überlegen, „ob wir irgendeine legale Lösung dafür finden“. Bis dahin appelliere er „an den gesunden Menschenverstand“ und bittet alle „um gegenseitige Rücksichtnahme“.

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