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Kulturaustausch

Klavierfestival „Clavis“: Musiker aus aller Welt im Oberland

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Junge Musiker aus aller Welt kommen Ende Februar mehrere Tage ins Oberland, um am „Festival Clavis“ teilzunehmen. Es gibt verschiedene Wettbewerbe und einige Konzerte für die Öffentlichkeit.

Reichersbeuern/Valley – Es ist nicht „nur“ ein Festival, sondern zugleich auch ein Kulturaustausch: Denn das Besondere ist, dass „Clavis“ im Frühjahr im bayerischen Oberland und in den Herbstferien in St. Petersburg (Russland) stattfindet.

Die Organisation liegt in den Händen von Natalia Panina-Rummel, ihrem Mann Marcus Rummel und Anastasia Sobyanina. Das Ehepaar Rummel betreibt in Reichersbeuern eine private Musikschule, in der Schüler aus dem Tölzer und Miesbacher Land unterrichtet werden. Natalia Panina-Rummel stammt aus St. Petersburg und studierte dort Klavier.

Im vergangenen Jahr organisierte das Trio zum ersten Mal „Clavis“ – und es war ein Erfolg. Nach dem Auftakt in Reichersbeuern und Bad Tölz im Frühjahr trafen sich im Herbst 2017 in St. Petersburg rund 150 Musikliebhaber zu einer Fortsetzung. Darunter war auch eine große Gruppe aus dem Oberland: Musikschüler und deren Eltern sowie Lehrer der Reichersbeurer Max-Rill-Schule und von der Tölzer Realschule reisten nach Russland..

Nun findet „Clavis“ zum zweiten Mal statt. Start ist am 23. Februar (siehe Kasten). Weil das Ehepaar Rummel im Oberland gut vernetzt ist und viele musikalische Partner hat, finden Wettbewerbe und Konzerte diesmal auch in Valley, Miesbach und München statt.

Die beiden Musiklehrer Natalia Panina-Rummel und ihr Mann Marcus aus Reichersbeuern organisieren das Festival.

Bislang haben die Organisatoren 50 Anmeldungen vorliegen. Nicht nur von Schülern und jungen Erwachsenen aus der Region, sondern auch aus Russland, Italien, Ungarn, Tschechien, USA, Japan, China, Polen, Georgien, Brasilien, Österreich und Kanada. Allein aus Russland kommen zehn Gäste. Einige Gäste werden bei Rummels Musikschülern einquartiert, andere belegen Ferienwohnungen in Reichersbeuern oder sind in nahe gelegenen Hotels untergebracht. Auch die Max-Rill-Schule beherbergt Teilnehmer.

Die meisten Musiker spielen Klavier, andere Cembalo und Orgel. Zudem gibt es Fortbildungen und Seminare für Pianisten und Lehrkräfte. Zum Auftakt findet am 23. Februar im Orgelmuseum Valley eine Führung statt, anschließend wird dort ein Konzert gegeben.

Die Organisatoren sind stolz, dass sie Dr. Dietmar Gräf für das Festival gewinnen konnten. Der in Bad Wörishofen lebende Organist, Dirigent und Komponist ist international bekannt, unter anderem durch zahlreiche Auftritte, CDs und Fachbücher. Auf Einladung von Papst Benedikt XVI. spielte Gräf mehrmals die Orgel im Petersdom. Beim Festival „Clavis“ gibt er Konzerte in Valley und Reichersbeuern.

Auch Olga Kotlyarova ist wieder mit dabei. Die russische Pianistin kommt seit rund zehn Jahren ins Tölzer Land, gibt immer wieder Konzerte und war im vergangenen Jahr Vorsitzende der „Clavis“-Jury.

Apropos: 2017 gewann Evgeny Konnov diesen Wettbewerb. Der junge Mann, geboren in Tadschikistan, studierte in Moskau, lebt derzeit in Augsburg und darf 2019 am weltweit renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Russland teilnehmen. „Das zeigt, welch hohes Niveau unsere Teilnehmer haben“, freut sich Panina-Rummel.

Die Musiklehrerin engagiert sich für internationalen Austausch. Zwei ihrer Schüler – Felipe Güttler und Moritz Bergmann aus Holzkirchen –, die vor Kurzem erste Preise bei „Jugend musiziert“ gewannen, werden im Sommer an einem Festival in Georgien teilnehmen.

Wer möchte, kann in den Herbstferien vier Tage zu „Clavis“ nach St. Petersburg reisen, am Wettbewerb teilnehmen oder sich fortbilden (31. Oktober bis 3. November). Das Klavierfestival bekommt dort Unterstützung vom russischen Kultusministerium und von Sponsoren. „Das ist dort alles leichter zu bekommen“, sagt Panina-Rummel. „Hier, in Bayern, ist es schwer, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Wir gehen überall betteln.“

Umso dankbarer sei sie, vor Ort auf großes Interesse zu stoßen. „Unsere Pfarreiengemeinschaft stellt uns die Reichersbeurer Kirche für Konzerte zur Verfügung und organisiert nach dem Galakonzert einen Stehempfang.“ Bei den Konzerten ist der Eintritt übrigens frei – aber die Verantwortlichen freuen sich über eine Spende.

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