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Holzboden, Stuck und Flügel: Schulleiterin Carmen Mendez präsentiert den Festsaal des Max- Rill-Gymnasiums in Reichersbeuern.

Serie: Die Abi-Macher

Klein, aber oho: Das zeichnet das Max-Rill-Gymnasium aus

Wir stellen in loser Folge jene Schulen in unserem Verbreitungsgebiet vor, in denen man die allgemeine Hochschulreife erlangen kann. Heute: das Max-Rill-Gymnasium in Reichersbeuern.

Reichersbeuern – Die Gänge sind hoch, die Räume sind hell. Ein Blick aus dem Fenster des Schlosses zeigt ein weitläufiges Schulgelände. Das fast 1000 Jahre alte Gebäude liegt am Rand des idyllischen Dorfs Reichersbeuern und erinnert mit seinen Türmchen an längst vergangene Zeiten. Schulleiterin Carmen Mendez öffnet eine Tür nach der anderen und gibt den Blick auf eine Bibliothek, einen Festsaal mit Konzertflügel und Lernsäle frei.

Das Max-Rill-Gymnasium ist eine private Ganztagsschule mit Internat. Die Schulgemeinschaft setzt sich aus etwa 130 Schülern und 50 angestellten Mitarbeitern zusammen, die in den Bereichen Schule, Internat, Verwaltung, Küche und Hauswirtschaft tätig sind. „Einige Schlagworte sind uns hier besonders wichtig: International, integrativ und digital“, erklärt Mendez.

Das Gymnasium steht Schülern aus dem Ausland und Kindern mit besonderem Förderungsbedarf offen, und ist mit modernen Lernmaterialien ausgestattet. Um diese bestmöglich zu nutzen, haben sich die Lehrer fortgebildet. Die Klassen sind klein und gut durchmischt. „Das ist ausschlaggebend, um die Integration der ausländischen Internatsschüler zu gewährleisten“, sagt die Direktorin.

Besonders wichtig sei am Max-Rill-Gymnasium eine soziale Erziehung, so Mendez. Deshalb machen die Schüler außerhalb der Schulmauern Praktika in sozialen Einrichtungen und Großküchen. „Wir möchten, dass unsere Gymnasiasten Achtung vor allen Berufen haben und bodenständig sind.“ Der Kontakt zu Mitschülern aus anderen Kulturkreisen fördere darüber hinaus Toleranz und Fairness. Interessant für die Schüler sei die „unmittelbare globale Konkurrenz“, so Mendez. Die Jugendlichen können ihre Leistungen über die deutsche Grenze hinaus bewerten, indem sie einen Eindruck des Schulsystems ihrer ausländischen Mitschüler bekommen.

Prüfungen sind am Max-Rill-Gymnasium immer angekündigt. „Wir halten das für pädagogisch fair und beugen damit der Entwicklung von Prüfungsängsten vor“, erläutert Schulleiterin Mendez. Die Freizeitangebote finden in sogenannten „Gilden“ statt. Auf dem Programm stehen sportliche Aktivitäten wie Tennis, Schwimmen und Bogenschießen, sowie kreative, kulturelle und soziale Kurse. Dazu gehören Theater, Kochen, Debattieren und Kreatives Schreiben. Die Studienfahrten führen die Schüler in deutsche und ausländische Universitätsstädte. Stolz ist die Schulleiterin auf den Schüleraustausch mit der Partnerschule in Moskau. Dass man darum am Max-Rill-Gymnasium Russisch lernen kann, versteht sich von selbst.

„Das weitverbreitete Klischee, dass an einer privaten Schule nur Kinder aus sehr wohlhabenden Familien sind, können wir absolut nicht bestätigen“, merkt Mendez an. Die Schüler kämen aus allen sozialen Umfeldern, ein Umstand, den auch die finanzielle Unterstützung des Schulvereins gewährleistet. Die Selbstständigkeit der jungen Menschen fördern die Lehrer auf vielfältige Art und Weise. So entwickeln die Zehntklässler ihre Seminare für die Oberstufe selbst. „Diese Kurse sind ausnahmsweise mal nicht vom Lehrplan vorgegeben, und davon machen wir Gebrauch. Leonora Mitreuter

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