Sie wollen gemeinsam anschieben (v. li., im Uhrzeigersinn) Marcus Rummel, Margit Engl, Michaela Wagner, Jürgen Drostel, Franz-Georg Leopold-Pagel, Mathias Helsen und Ruth Kaufmann sowie Bürgermeisterkandidat Georg Miederer (mit Hut). Nic ht auf dem Bild sind Walter Diener, Pauline Leopold, Roman Risken und Benedikt Traudisch. Foto: Platschek

Gemeinsame Liste vorgestellt

Kommunalwahl 2020: Georg Miederer will grüner Bürgermeister in Reichersbeuern werden

Georg Miederer von der gemeinsamen Liste Bündnis 90/Die Grünen, ÖDP und Unabhängige Bürger Reichersbeuern (UBR) erhebt Anspruch auf den Bürgermeistersessel im Reichersbeurer Rathaus.

Reichersbeuern Bei der Aufstellungsversammlung der Listenvereinigung am Mittwochabend im „Altwirt“-Nebenzimmer wurde der 55-jährige Agrar-Ingenieur mit acht Ja-Stimmen bei einer Enthaltung zum Bewerber für das Spitzenamt gewählt.

Georg Miederer ist in Schwabach geboren, wuchs im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern auf, absolvierte dort teilweise im elterlichen Betrieb eine landwirtschaftliche Lehre und schloss anschließend sein Studium als Agrar-Ingenieur ab. Seine politische Kariere begann als Ort-, Kreis- und später als Landesvorsitzender der Landjugend. Als Agrar-Ingenieur hat er zwei Jahre in der Saatgutbranche gearbeitet. Im Jahr 1994 wurde er zum Hofgut Letten als Geschäftsführer der Abokiste berufen. Nach einigen anderen Aufgaben übernahm er 2005 die „Bio-Box“ in Benediktbeuern. Zwischenzeitlich ist er ins Gewerbegebiet Reintal nach Reichersbeuern umgesiedelt, wo er mit seinem Partner ein Betriebsgebäude nach ökologischen Grundsätzen in Holzbauweise errichtet hat.

Obwohl er die örtliche Bauvorschriften in Gemeinden grundsätzlich befürworte, sollten bei Nebengebäuden nicht nur Satteldächer, sondern auch Dachbegrünungen zugelassen werden, sagte er. Ein weiteres Augenmerk richtet er auf die Pflege der Randstreifen von Straßen, die ebenso wichtig sei wie die landschaftliche Pflege einer Alm. Bedarf sieht er auch bei der Schaffung von Freizeitmöglichkeiten für die Bürger, seien es Radfahrwege, die Ausweisung von Sonnenäckern oder Erweiterungsmöglichkeiten bei Kleingartenanlagen. Der Artenerhalt ist ihm ein Anliegen. Wichtig sei ihm bei diesen Überlegungen die Einbeziehung der Landwirte.

Miederer ist Biolandwirt beim Bioland-Verband. Als Hobbys zählte er den Erhalt alter Haustierrassen, sowie den Anbau alter Kartoffel- und Saatgutsorten auf. Beim Wohnungswesen sieht er in der Altbaurenovierung in den nächsten 30 Jahren mehr Potenzial als durch das Ausweisen neuer Baugebiete. Auch hier müsste noch mehr in die ökologische Richtung gedacht werden.

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Die Frage eines Versammlungsteilnehmers, ob er denn Entscheidungen anders fällen würde als der amtierende Bürgermeister, hat Miederer verneint. Er wolle den Blick positiv nach vorne richten, eigene Ideen einbringen und versuchen, Allianzen zu schmieden, um diese auch durchzusetzen. „Ich werde versuchen, neue Richtungen und ökologische Wege einzuschlagen. Den Bürgermeister jetzt anzugreifen, halte er nicht für zielführend. „Jetzt haben die Bürger die Wahl.“

Eine Mutter sorgte sich angesichts steigender Geburtenzahlen um ausreichend Plätze in Kinderkrippe, Kindergarten und Schule. „Es liegt an uns, wie wir uns zu diesem Thema positionieren“, sagte Miederer. Der Vorschlag aus der Versammlung, das Thema in einem Arbeitskreis zu beraten und in das Wahlprogramm einfließen zu lassen, wurde angenommen. In der anschießenden Abstimmung stimmten acht der noch anwesenden neun Stimmberechtigten für die Kandidatur von Georg Miederer als Bürgermeister.

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Bereits zuvor waren die Bewerber für den Gemeinderat in geheimer Wahl bestimmt worden. Unter den zehn Kadidaten befinden sich vier Frauen, die nach dem Frauenstatut der Grünen die ungeraden Plätzen besetzen sollten. Von der Ausnahmeregelung, die Plätze abweichend auch mit Männern zu besetzen, wurde mit Zustimmung der Versammlung dreimal Gebrauch gemacht. Da nicht alle möglichen 28 Plätze für die Bewerbung der 14 Gemeinderatskandidaten besetzt werden konnten, werden die ersten vier Bewerber dreimal und die restlichen acht Kandidaten zweimal auf dem Stimmzettel aufgeführt.  (ps)

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