Kite-Surfen

Kornelli für Jugend-Olympia qualifiziert

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Sie hat ihr großes Ziel erreicht: Alina Kornelli ist bei den Olympischen Spielen der Jugend im Oktober dabei. Zur Qualifikation reichte ihr bei der Weltmeisterschaft in China Rang sieben mit einer Leistung, mit der sie selbst nicht zufrieden ist.

Hainan/Reichersbeuern– Hühnerfüße und Algen – mit dem Essen in China konnte sich Alina Kornelli nicht so recht anfreunden. Mit Rang sieben bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Kite-Slalom auf Hainan im Südchinesischen Meer war die Reichersbeuerin ebenfalls nicht sehr zufrieden. Doch ihr ganz große Ziel hat sie erreicht: Weil Sofia Tomasoni in den Top-Vier landete, Italien aber bereits einen Startplatz bei den Jugend-Spielen von 6. bis 12. Oktober in Buenos Aires/Argentinien hat, rückte die Deutsche als Zweite des Quali-Wettkampfs in Dakhla/Marokko (wir berichteten) nach. „Das ist die Hauptsache“, sagt Kornelli. „Auch wenn bei der WM mehr drin gewesen wäre.“

Potenzial und Material hätte für deutlich mehr gereicht, meint die seit Samstag 18-Jährige, die mit ihrem Vater, Ex-Windsurf-Weltmeister Dietmar Kornelli schon vor der WM auf die Insel flog. In einzelnen Ausscheidungen besiegte sie viele der vor ihr Platzierten. Gegen die spätere Weltmeisterin Nina Font Castells trat sie nie an, weil entweder die Spanierin oder Kornelli nicht ins Finale kamen. Doch Castells hatte sie schon beim Quali-Wettkampf in Dakhla geschlagen. Für Jugend-Olympia rechnet sich Kornelli also einiges aus. „Ich denke, ich bin dort eine von fünf Favoriten, eine Medaille für mich wäre toll.“

Aber auf Hainan, dem „Hawaii Chinas“, waren ihre Ergebnisse zu unkonstant, sie sammelte zu viele Strafpunkte, oder ihr passierten „blöde Sachen“. Einmal stürzte sie in Führung liegend ohne Not kurz vor dem Ziel. Am ersten Tag wurde sie nach Fehlstarts 23. und 7. „Ich war ziemlich nervös.“ Das legte sich, als sich abzeichnete, dass sie sich über die Nationenwertung qualifizieren würde, weil sogar zwei Italienerinnen in den Top-Vier lagen. Am zweiten Tag gewann Kornelli einen Finallauf, wurde anschließend 13. und 8. Am letzten Renntag verbesserte sie ihren 8. Gesamtrang noch um einen Platz und wurde 7.

Und sie hat bei dem Wettkampf einiges mitgenommen. Beispielsweise weiß sie nun, dass sie nicht immer volles Risiko gehen muss. Insbesondere am Start, wo sie sich mit einigen Frühstarts um ein besseres Ergebnis brachte. Die Kiter fahren innerhalb einer Minute vor dem imaginären Startstrich hin und her und überqueren die Linie zwischen zwei Bojen im Optimalfall genau, wenn der Countdown abgelaufen ist. Kornelli war jedoch zuweilen zu früh dran. Dabei ist manchmal sogar besser, das Feld von hinten oder aus der Mitte aufzurollen.

Gestartet wird beim Twin-Tip-Race gewöhnlich in Sechser-Heats, die schnellsten drei kommen in die nächste Runde. Auf dem Weg zum Wendepunkt müssen verschiedene Manöver gefahren und ein ein Meter hohes Hindernis übersprungen werden. Die Vorausfahrende muss auf der Strecke den Überholvorgang der Verfolger ermöglich, den Kite also entweder hoch- oder runter nehmen. „Ich will immer vorne weg fahren, aber das ist meistens gar nicht nötig, höchstens im Finale“, sagt Kornelli, die diese Erkenntnis für die nächsten Wettkämpfe mitnimmt.

Bis zu Jugend-Olympia fährt sie noch verschiedene Rennen – unter anderem die Erwachsenen-WM in Gizzeria/Italien. „Da treffen wir die ganzen Surfer von Hainan wieder, da freue ich mich schon drauf.“ Betrachtete man sich zunächst als Konkurrentinnen, hat man mit der Zeit doch Freundschaften geschlossen. Zwischen den Wettkämpfen muss Kornelli noch ihr Abitur am Tölzer Gymnasium nachschreiben. Die Prüfungen in Französisch und Mathematik durfte sie nachholen. „Cool, dass das geklappt hat.“ Auch die mündlichen Prüfungen stehen noch an.

Weniger Grund zur Freude hatte Xaver Kiebler. Der Thanninger, der sehr locker in den Wettkampf hineinging, setzte mit seiner Coolness Maßstäbe. Er behauptete sich unter starker Konkurrenz, überraschte die Trainer und beendete den ersten WM-Tag als Führender. Tags darauf lag er als Fünfter noch auf Qualifikationskurs, dann flaute der Wind ab. „Wenn kein Wind mehr gekommen wäre, hätte er sich qualifiziert“, sagt Kornelli. Doch bei der leichtestmöglichen Brise fuhren die Kiter noch eine Runde, Kiebler hatte einen verhängnisvollen Fehlstart: Er wurde Neunter und verpasste Buenos Aires nur um einen Platz in der Nationenwertung.

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