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So sehen die Masten in (v.li.) Tölz (Kalvarienberg), Gaißach und Sachsenkam aus.

Vor dem Bürgerentscheid

Die Last mit dem (Funk-)Mast: So lief die Standortsuche in den Isarwinkler Gemeinden

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Funkmasten für oft zu Diskussionen. In Reichersbeuern führt dieser Konflikt demnächst zum Bürgerentscheid. Wie sieht es in den anderen Isarwinkler Gemeinden aus?

Reichersbeuern/Sachsenkam/Greiling/Gaißach – Die Telekom will Funklöcher schließen und flächendeckend den neuen 5G-Standard einführen. Um die dafür nötigen Mobilfunksender gibt es allerdings vor Ort immer wieder Konflikte. In Reichersbeuern wehrt sich wie berichtet eine Bürgerinitiative dagegen, dass die Gemeinde der Telekom einen Standort auf dem Kirchberg für einen 15-Meter-Mast anbietet. Am Sonntag, 26. Mai, wird darüber in einem Bürgerentscheid abgestimmt. Anlass für einen Blick in die Nachbargemeinden: Wie lief die Standortsuche dort ab?

Sachsenkam

Weithin sichtbar steht seit einiger Zeit ein 35 Meter hoher Sendemast an der B 13 beim Sachsenkamer Wertstoffhof. In Betrieb ist er nach Auskunft von Bürgermeister Hans Schneil noch nicht. Wie in Reichersbeuern hatte es auch hier erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung gegeben.

Schon vor dem G7-Gipfel, der 2015 auf Schloss Elmau stattfand, hatte die Telekom nach einem Mast-Standort gefragt, um funktechnisch die B 13 abzudecken, berichtet Schneil. Zunächst hatte die Gemeinde dafür das Gewerbegebiet ins Auge gefasst. „Das haben die dortigen Firmen abgelehnt.“ Ein Standort hinter der Moar-Alm kam letztlich ebenfalls nicht in Frage. Als der Gemeinderat nach langen Beratungen kurz vor dem Entschluss stand, den Standort am Wertstoffhof anzubieten, regte sich Protest aus der Bevölkerung. Es wurden über 400 Unterschriften gegen den Standort gesammelt.

„Wir haben dann ein Gutachten zu verschiedenen Standorten machen lassen“, so der Bürgermeister. Dabei sei herausgekommen, dass ein Sender am Wertstoffhof die geringste Strahlenbelastung für die Bewohner und gleichzeitig eine gute Versorgung des Ortes gewährleiste. Das habe nach einer Infoveranstaltung im „Altwirt“ letztlich auch die Bürgerinitiative akzeptiert. Andernfalls habe die Gefahr bestanden, dass sich die Telekom im Ort auf die Suche nach einem genehmigungsfreien Standort auf einem Privatdach umsieht, so Schneil.

„Schön ist er nicht, das ist klar“, sagt Schneil heute über den Mast. Es sei auch nicht jeder im Ort begeistert. Doch hier störe der Mast weniger als an einem Standort südlich von Sachsenkam, der ebenfalls im Gespräch war. Und er sei recht weit entfernt von der Wohnbebauung.

Greiling

Konfliktfrei lief die Standort-Suche für einen Mast in Greiling ab. Auch hier wollte „die Gemeinde die Fäden in der Hand behalten“, wie Bürgermeister Anton Margreiter sagt. Der Telekom wollte man daher die alte Wasserreserve südlich der B 472 anbieten. Hier kam letztlich nur ein unmittelbar angrenzendes Grundstück in Frage, mit dessen Privateigentümer Gemeinde und Telekom sich aber einig wurden. Bevor der Gemeinderat diesem Vorschlag an die Telekom zustimmte, wurde noch ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses habe ergeben, dass ein Mast dort Greiling und die Bundesstraße gut abdecke. Die nächste Wohnbebauung sei 200 Meter entfernt, so Margreiter. „Aus der Bevölkerung gab es so gut wie keine Nachfragen“, sagt der Bürgermeister, der auf Transparenz setzte und das Gutachten auf der Homepage der Gemeinde veröffentlichte. Der 25 Meter hohe Mast werde voraussichtlich Anfang 2020 gebaut.

Gaißach

Seit rund zehn Jahren steht der rund 40 Meter hohe Sendemast in Gaißach im Fokus, denn sowohl Anwohner in Gaißach-Dorf als auch am Oberen Griesfeld in Bad Tölz befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Strahlenbelastung. Die Gemeinde aber hat kaum Einfluss darauf, wer und was von diesem Standort aus sendet. Der Mast gehört dem Bayerischen Rundfunk, wurde in den 1960er-Jahren errichtet. „Aber Fernsehsignale werden von dort schon lange nicht mehr gesendet“, erklärt Bürgermeister Stefan Fadinger. Stattdessen ist dort eine Vielzahl von Mobilfunksendern montiert. Vergangenen Winter kam noch ein Sender für den BOS-Funk für die Rettungsdienste dazu, um einige Funklöcher im Tölzer Stadtgebiet zu schließen. Wie berichtet hat die Gemeinde den BR daraufhin aufgefordert, der Montage weiterer Sender Grenzen zu setzen. „Wir haben vom BR keine Stellungnahme bekommen – und Staatssekretär Gerhard Eck hat auch nicht geantwortet“, sagt Fadinger. Das weitere Vorgehen soll in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 21. Mai, besprochen werden.

Wackersberg

Das Tölzer Stadtgebiet wird außer vom Gaißacher Mast aus hauptsächlich auch vom Blomberg aus versorgt – ebenso wie der Bereich bis Bad Heilbrunn, Dietramszell und Königsdorf, erklärt der Wackersberger Bürgermeister Alois Bauer. Dieser Mast steht ebenfalls seit Jahrzehnten. „Er wurde in den 1970er- oder 80er-Jahren von der Bundeswehr als Funkstation gebaut“, so Bauer. Der Mast stehe auf Grund, der der Stadt Bad Tölz gehört. Wer dort einen Sender montieren darf, habe die Gemeinde insofern unter Kontrolle, als sie dazu eine Ausnahmegenehmigung zur Befahrung der Forststraße erteilen muss, die zum Mast führt.

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