Groß war der Andrang, als sich die Bürger 2019 für ein besonderes Foto versammelten.
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Groß war der Andrang, als sich die Bürger 2019 für ein besonderes Foto versammelten.

Kommune muss Fest verschieben

Reichersbeuern nimmt Abschied vom Jubiläumsjahr

Die Gemeinde Reichersbeuern hätte 2020 eigentlich das 1000-jährige Bestehen gefeiert. Doch es kam alles anders als geplant.

Reichersbeuern – „Vieles ist im Jubiläumsjahr 2020 anders gekommen, als wir uns das noch vor einem Jahr vorgestellt hatten.“ Eines habe sich jedoch gezeigt: „Die Dorfgemeinschaft hat funktioniert“, so der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann. Er ließ in der der Jahresschlusssitzung des Gemeinderats, die auf Grund der geltenden Beschränkungen wieder im „Altwirtsaal“ stattfand, die Ereignisse Revue passieren.

Die Reichersbeurer hatten sich demnach sehr auf „1000 Jahre und mehr“ gefreut. Die Corona-Pandemie machte jedoch ab März einen Strich durch diese Vorfreude. Keine Vorstellung des zweibändigen Ortsgeschichtsbuchs, keine Jubiläumsfeier, keine Theateraufführungen und Vereinsaktivitäten. Stattdessen bestimmten Maskenpflicht, Hygiene- und Abstandsregeln den Alltag. Im Dorf habe man sich gerade in den Anfangszeiten gegenseitig geholfen. Schutzmasken wurden genäht und Besorgungen für andere übernommen.

Eine besondere Herausforderung sei das Jahr auch für die Mitarbeiter in der Verwaltung, im Gemeindewerk, in der Kindertagesstätte Drachennest sowie in der Schule gewesen, bei denen sich Dieckmann bedankte. Betroffen war auch der Gemeinderat, der am Schluss der Amtsperiode die ausscheidenden Gemeinderäte nicht in der gewohnt würdigen Weise verabschieden konnte. „Wir werden das nachholen“, versprach Dieckmann. Nach der Kommunalwahl habe man sich mit den neuen Gemeinderatsmitgliedern schnell zusammengefunden. „Das passt“, so Dieckmanns Einschätzung.

Nicht alles sei ohne Fehler gewesen, wie der erst vor Kurzem entdeckte Fehler bei der Preiskalkulation für das Ortsgeschichtsbuch. „Dafür möchte ich mich entschuldigen“, sagte Dieckmann. Vieles habe jedoch gut funktioniert, wie der Umbau des neuen Rathauses und der Umzug im November. „Bis auf einige Restarbeiten ist das Rathaus fertig. Es ist ein nachhaltiges Gebäude, das seiner Aufgabe würdig ist.“

Zufrieden, auch wenn es Verzögerungen bei der Ausführung gab, zeigte sich Dieckmann beim Ausbau des Nahwärmenetzes. Für eine Erweiterung in ein Infrastrukturnetz bestehe großes Interesse. „Es zeigt sich, dass das Netz schneller wachsen wird, als wir uns das vorher gedacht haben“. Eine positive Bilanz zog er auch über den Ausbau des Waldkindergartens. Das Gelände sei nicht nur für die Kinder in der Einrichtung geeignet, sondern diene auch dem Drachennest und der Schule dazu, naturnahe Erfahrungen zu gewinnen. Aufwendiger als gedacht habe sich die Sanierung des Schulsportplatzes erwiesen. Dieckmann bedankte sich bei allen Beteiligten, besonders bei den ehrenamtlich tätigen „Fußballern“ und dem Leiter der Gemeindewerke Anton Melf für deren Arbeit.

„Nur wenn alle zusammen anpacken und gestalten, kann etwas Gutes entstehen“, sagte Dieckmann. Dies sei im Jahr 2020 der Fall gewesen. Abschließend bedankte sich das Gemeindeoberhaupt bei seinen Stellvertretern Andreas Melf und Klaus Harrer sowie bei Georg Miederer, mit denen die Sitzungen immer vorbesprochen wurden. Ein besonderer Dank galt den Mitgliedern des Liegenschaftsausschusses, der sich wegen des Rathausumbaus wöchentlich getroffen hatte, sowie den Gemeinderäten für die gute Zusammenarbeit.  (ps)

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