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500 Unterschriften hat Mitinitiator Hans Maria Heyn am Mittwochmorgen im Reichersbeurer Rathaus an Bürgermeister Ernst Dieckmann übergeben.

Streit um Standort

Mobilfunkmast in Reichersbeuern: 500 Unterschriften für Bürgerbegehren

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, das einen Mobilfunkmast auf dem Reichersbeurer Kirchberg verhindern soll, haben es geschafft: In nicht einmal einer Woche brachten sie weit mehr als die erforderlichen Unterschriften zusammen.

Reichersbeuern – 500 Unterschriften stehen auf den Listen, die Hans Maria Heyn, Mitinitiator des Bürgerbegehrens, am Mittwochmorgen im Reichersbeurer Rathaus Bürgermeister Ernst Dieckmann überreichte. Die Einträge werden nun geprüft, vermutlich wird der eine oder andere doppelte Namen noch herausfallen. Es dürfte aber keine Frage sein, dass die nötigen 187 Unterschriften zusammengekommen sind – und das in weniger als einer Woche. Verhindert werden soll durch das Bürgerbegehren die Errichtung eines Mobilfunkmasts der Telekom auf dem Hügel hinter der Reichersbeurer Kirche. Die Unterstützer befürchten eine Verschandelung des Ortsbilds, sind aber auch in Sorge wegen der möglichen Strahlenbelastung.

Dass so viele gegen das Vorhaben unterschrieben haben, „zeigt, dass es hier nicht um Partikularinteressen von uns beiden Organisatoren geht“, sagt Heyn, der die Aktion mit Konstantin Schlüter initiiert hat. Vielmehr gehe es um ein Anliegen, das von vielen mitgetragen werde. „Die Listen lagen beim Metzger, beim Bäcker und in der Gärtnerei aus. Es ist ein Anliegen, das Menschen unabhängig von einer Parteizugehörigkeit, von Geschlecht oder Alter unterstützen“, sagt Heyn. Und übrigens auch unabhängig von ihren Wohnort: „Es haben nicht nur Leute unterschrieben, die besonders nah an dem Sendeturm wohnen würden“, sagt Heyn. „Viele sagen einfach: Das ist mein Ortsbild. Das will ich erhalten.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich gegen den Standort Protest geregt, 200 Unterschriften kamen damals zusammen. Die Gemeinde gab daraufhin ein weiteres Gutachten in Auftrag, in dem diverse Standorte im Dorf geprüft wurden. Das Ergebnis wird am heutigen Donnerstag in einer Gemeinderatssitzung im Gasthaus Altwirt vorgestellt. „Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass man nicht das Ergebnis des Gutachtens abgewartet hat“, sagt Bürgermeister Ernst Dieckmann.

Natürlich sei es das gute Recht von jedem, ein Bürgerbegehren zu starten. „Und ich bin jemand, der sich Bürgerbeteiligung wünscht“, betont der Rathauschef. Daher freue er sich auch auf die Diskussion am Donnerstagabend. „Es geht darum, gemeinsam eine vernünftige Lösung zu suchen“, sagt Dieckmann. „Mir ist nur wichtig, dass die Diskussion sachlich bleibt.“

Dass man die Vorstellung des Gutachtens nicht abgewartet hat, habe einen guten Grund, sagt Heyn. „Uns ist gesagt worden, dass der Gemeinderat direkt danach einen Beschluss fasst.“ Nachdem sich nun 500 Menschen gegen den Standort Kirchberg ausgesprochen haben, „hoffen wir, dass es nicht dazu kommt“.

Wie dem Bürgermeister geht es den Initiatoren vor allem um eine sachliche Diskussion. „Wir wollen nicht das Dorf spalten“, betont Heyn. „Wir suchen einen Konsens.“ Ihm sei klar, dass die Mobilfunkversorgung ausgebaut werden müsse. „Wir wollen nicht das letzte Funkloch der Welt sein.“ Es gehe lediglich darum, einen anderen Standort zu finden. Dieckmann verschließt sich der Diskussion nicht, sagt aber auch: „Wir werden keine Ideallösung finden, mit der alle superzufrieden sind.“

Ihm ist wichtig, dass die Menschen verstehen, warum sich die Gemeinde überhaupt an der Standortsuche beteiligt. „Wir tun das, um dabei zumindest etwas die Zügel in der Hand zu behalten“, sagt der Bürgermeister. Bringe sich die Gemeinde hier nicht ein, „ist die Konsequenz, dass die Anbieter versuchen werden, die Anlagen auf privaten Hausdächern zu bauen“. Bis zehn Meter seien die Anlagen genehmigungsfrei. Heyn hat dazu eine etwas andere Auffassung. „Die Gemeinde kann Schutzzonen ausweisen, in denen keine Anlagen errichtet werden dürfen.“

Termin:

Die Reichersbeurer Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 28. März, beginnt um 19 Uhr im Saal des Gasthofs Altwirt.

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