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Die Telekom will den Mobilfunkempfang in Reichersbeuern verbessern.

Diskussion um Antenne

Mobilfunkmast kommt auf den Kirchberg

Die Suche nach dem geeigneten Standort für einen Mobilfunkmast sorgt in Reichersbeuern schon seit Längerem für Diskussionen. Der Vorschlag des Gemeinderats, die Antenne am Kirchberg zu platzieren, ist offenbar umsetzbar.

Reichersbeuern Die Telekom will die Telefon- und Breitbandverbindungen in Reichersbeuern verbessern. Dafür ist eine Mobilfunkantenne notwendig, die den Ortsbereich abdeckt. Im November vorigen Jahres hatte sich der Gemeinderat schon einmal damit beschäftigt. Der Vorschlag der Telekom, den Funkmast im Bereich des Kirchberg Ost zu errichten, stieß damals einhellig auf Ablehnung, weil sich dieser nach Ansicht des Gemeinderats „viel zu nahe an der Wohnbebauung“ befinde.

Die Gemeinde hatte daraufhin der Telekom einen Standort am Walmbichl, im östlichen Teil des Dorfes, angeboten. Als Alternative schlug der Gemeinderat eine Fläche im südlichen Bereich des Kirchbergs vor – „soweit westlich wie möglich“.

Den Vorschlag „Walmbichl“ hat der Kommunikationsriese als ungeeignet eingestuft. Er stelle „eine nicht hinzunehmende Einschränkung der Kapazitäten“ dar. Außerdem könne wegen der hohen Entfernung zur Ortsmitte keine zuverlässige Inhouse-Versorgung sichergestellt werden.

Der zweite Vorschlag des Gemeinderats dagegen könne akzeptiert werden, wenn der Standort nach Osten zur Mitte des Kirchbergs verschoben werde. Bei einer Ortsbegehung kristallisierte sich der Bereich am ehemaligen Wasserhochbehälter heraus, bei dem ein 15 Meter hoher Sendemast anstatt der ursprünglich geplanten 20 bis 25 Meter ausreichend wäre.

Zur neuerlichen Beratung über den Standort hatte Bürgermeister Ernst Dieckmann nun den Kommunalbeauftragten Mobilfunk Bayern der Deutschen Telekom, Frank-Peter Käßler, eingeladen, der in der jüngsten Sitzung die Bedürfnisse des Unternehmens darstellte. Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und höchste Qualität sind demnach die Ansprüche, die an die Mobilfunk-Versorgung gestellt werden. In Reichersbeuern ist dieser Anspruch laut Käßler noch nicht erfüllt. Deshalb will die Telekom den Empfang durch den Bau einer Sendebasisstation verbessern.

Über die Wirkungsweise der Mobilfunk-Basisanlagen und die Strahlenbelastung informierte in der Sitzung Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Der Sicherheitsbereich, in dem sich Menschen nicht ständig aufhalten dürfen, beträgt in der Horizontalen 20 Meter, in der Vertikalen, also nach unten, drei Meter. Zusätzliche Anbieter auf einem Sendemast würden die Sicherheitszone nur geringfügig erweitern. Das größere Risiko gehe nicht von der Mobilfunksendeanlage aus, sondern von den Endgeräten, also vom Handy oder Smartphone. Und: Ein WLan-Router gebe mehr Strahlung ab als das Handy.

Am Ende konnten sich die Ratsmitglieder mit Ausnahme von Michael Sixt auf den Standort des ehemaligen Wasserhochbehälters der Gemeinde am Kirchberg einigen. Der Abstand zur nächsten Bebauung liegt hier bei rund 65 Metern. Die Gemeinde wird die dort lebenden Bürger anschreiben. Sollte es Bedarf für eine Informationsveranstaltung geben, werde diese kurzfristig durchgeführt.

ps

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