Das künftige Reichersbeurer Rathaus ist noch ein Baustelle. Hier wird sie gerade von Bürgermeister Ernst Dieckmann besichtigt.
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Besuch auf der Baustelle: Bürgermeister Ernst Dieckmann schaut sich in der ehemaligen Raiffeisenbank in Reichersbeuern um.

Umbau hat begonnen – Umzug im Herbst

Noch liegt das neue Reichersbeurer Rathaus in Trümmern

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Es ist noch ein weiter Weg bis die Reichersbeurer Gemeindeverwaltung in ihr neues Domizil umziehen kann. Doch die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren.

Reichersbeuern – Wie ein Schlachtfeld sieht das Obergeschoss der Reichersbeurer Raiffeisenbank aus. Die quadratischen, weißen Platten sind von der Decke herunter geschlagen und liegen kreuz und quer über den Boden verstreut. Von den Wänden hängen Kabel herab. Dort, wo sich einst die Türen befanden, klaffen große Löcher, die Ziegelsteine sind frei gelegt. Manche Mauern sind mit schwarzen Planen abgeklebt. Nur ein kleines, durchsichtiges Namensschild hat bislang überlebt. Die Aufschrift „Hans Harrer, Helmut Jennerwein, Birgit Kirst“ erinnert daran, wer hier bis vor Kurzem noch die Immobilienabteilung angesiedelt war. Kurzum: Die Umwandlung der Reichersbeurer Raiffeisenbank in das Rathaus hat begonnen. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Bauarbeiten bis Ende November abgeschlossen sein.

Wie berichtet hat die Gemeinde Reichersbeuern 2016 das Raiffeisenbank-Gebäude gekauft mit dem Plan, dort das Rathaus unterzubringen. „Das Ganze hat sich ein bisschen verzögert, weil die Bank mit ihrem Projekt nicht weitergekommen ist“, sagt Bürgermeister Ernst Dieckmann.

Neues Rathaus: Baukosten steigen

Die veranschlagten Baukosten haben sich mittlerweile von 324 000 Euro auf gut 500 000 Euro erhöht. „Wir haben beschlossen, dass wir mehr in die Substanz reingehen, sodass wir längere Zeit Ruhe haben“, erläutert Dieckmann. „So haben unsere Mitarbeiter zukünftig optimale Arbeitsmöglichkeiten.“

Das neu gestaltete Gebäude sieht er schon vor seinem geistigen Auge. Wo sich momentan der Geldautomat Scheine ausspuckt, soll künftig das Bauamt beheimatet sein. Der Bürgerservice-Bereich im Erdgeschoss wird laut Dieckmann durch einen „tollen Tresen“ geprägt, die Ausschreibung läuft gerade. „Er soll repräsentativ aussehen“, wünscht sich der Bürgermeister. „Es soll Platz für Ausstellungen sein – zum Beispiel über die Geschichte von Reichersbeuern. Und auch die Vereine sollen die Möglichkeit bekommen, sich bei Jubiläen zu zeigen.“ Ebenfalls im Erdgeschoss haben künftig der Gemeindearchivar, die Liegenschaftsverwaltung, das Standesamt, die Steuerstelle und die Kasse ihre Büros. Das Archiv zieht in den Tresorraum im Keller mit dicken, brandsicheren Wänden um. Dieckmann selbst und Geschäftsleiter Josef Wagner residieren im Obergeschoss, dem auch noch eine bestehende Wohnung zugeschlagen wurde. Hier befinden auch die Kämmerei, die Gemeindewerke und der Sitzungssaal. Dessen Türe wird verbreitert, so dass auch für Rollstuhlfahrer Platz haben.

Barrierefreie Verwaltung auf allen Ebenen

An der Eingangstüre der Raiffeisenbank entsteht momentan der Aufzugschacht. Der Aufzug soll dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung künftig barrierefrei alle Ebenen des Rathauses erreichen können. In dieser Woche sollen laut Dieckmann die Heizungs-, Elektro- und Sanitärarbeiten beginnen. Die Verwaltung bekommt mit dem Umbau auch eine neue EDV- und Telefonanlage. Um die Bauleitung kümmert sich die Verwaltung, unterstützt von Architekt Joachim Staudinger. „Eine schöne, anspruchsvolle Aufgabe“, sagt Dieckmann. „Ich bin froh und dankbar, dass wir im Bauausschuss so viele kundige Handwerker haben, allen voran mein Stellvertreter Andreas Melf.“

Momentan sei der Zeitplan „sehr in Bewegung“. Der erste Bauabschnitt sollte eigentlich Ende August fertig sein. „Aber das wird wahrscheinlich nicht ganz klappen“, glaubt Dieckmann. „Realistisch ist Mitte September.“ Solch ein Umzug sei natürlich „immer was Schönes, aber er bedeutet auch viel Arbeit“. Die Verwaltung müsse sich beispielsweise Gedanken machen, welche Akten ins neue Rathaus mitgenommen und welche vernichtet werden. Die Raiffeisenbank wird bis zur Fertigstellung ihres neuen Geschäftsgebäudes am ehemaligen Standort des „Neuwirts“ das bisherige Rathaus nutzen. „Ein gute Lösung“, findet Dieckmann.

Am Standort des alten Rathauses ist ein Projekt für seniorengerechtes Wohnen geplant. Ebenso denkbar ist, dass dort ein Arzt und ein Pflegedienst einziehen. Dieckmann: „Es wird aber noch dauern, bis das umgesetzt wird.“

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