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Freuen sich auf die Zusammenarbeit (v. li.): Bürgermeister Ernst Dieckmann, Wirt Guido Stocker und August Maerz, Vorstandsvorsitzender der Reutberger Brauerei.

Gastronomie

Das plant der neue Pächter des  Reichersbeurer „Altwirts“

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Guido und Julia Stocker übernehmen die Traditionsgaststätte „Altwirt“ in Reichersbeuern. Der 49-jährige Koch verrät, auf was sich die Reichersbeurer freuen dürfen.

Reichersbeuern  Der Kontakt zu den Gastronomen kam über die Klosterbrauerei Reutberg zustande. „Wir haben den richtigen Pächter für unsere Wirtschaft gefunden“, ist Bürgermeister Ernst Dieckmann optimistisch. Er ist erleichtert, dass die Zukunft der letzten verbliebenen Dorfwirtschaft sichergestellt ist. Einen neuen Pächter zu finden, sei nicht leicht gewesen. „Wir hatten zwei, drei Leute, die ernsthaft interessiert waren“, sagt er auf Anfrage. Bei Stocker habe man gespürt, „dass er wirklich will. Und wir hatten alle das Gefühl, dass das gut passt“, so Dieckmann.

Der 49-jährige Gastronom und seine Frau Julia sind derzeit als Wirtsleute in der Schlossbrennerei Tegernsee tätig. Dazu kommt voraussichtlich ab November oder Dezember nun der Reichersbeurer „Altwirt“. Ob es bei dieser Zweigleisigkeit bleibt, dazu will Stocker im Moment nicht viel sagen. „Es ist jetzt erst einmal so. Aber es ist nicht geplant, dass wir Großgastronomen werden.“

Der 49-Jährige, der aus Pfaffenhofen kommt, „stammt aus einer bayerischen Wirtsfamilie“. Die Liebe zum Beruf „habe ich praktisch mit der Muttermilch aufgesogen“, sagt Guido Stocker. Gegen den Rat des Vaters entschied er sich nach dem Abitur, am „Königshof“ in München eine Ausbildung als Koch und Kellner anzutreten. Später kochte er in Sterne-Restaurants in ganz Süddeutschland. „Das war sehr interessant.“ Von 2001 bis 2008 führte er als Pächter im Schloss Hohenkammer ein Gourmet-Restaurant. Danach folgte ein italienisches Feinschmecker-Restaurant in der Therme Erding. Doch die Liebe zur bayerischen Küche ließ ihn niemals los – und brachte ihn 2012 an den Tegernsee.

Auf die neue Herausforderung in Reichersbeuern freut sich Stocker. Den Schwerpunkt werde er sicher auf bodenständige bayerische Küche legen. „Schweinsbraten, Kaiserschmarrn, aber auch eher vergessene Gerichte wie gefüllte Kalbsbrust oder saures Lüngerl“, könnten sich auf der Karte wiederfinden.  Aber auch das eine oder andere Gericht mit frischer Pasta könne er sich gut vorstellen. Bei allem setzt Stocker auf regionale Produkte.

Bis das erste Gericht in Reichersbeuern serviert werden kann, wird aber noch einige Zeit vergehen. Denn zunächst stehen Umbauarbeiten auf dem Programm. „Die bisherigen Pächter führen den Altwirt noch bis Herz Jesu am 10. Juni, dann wird umgebaut“, sagt Bürgermeister Ernst Dieckmann. Die Gastwirtschaft gehört seit vergangenem Jahr der Gemeinde. Sie hatte den gesamten Gebäudekomplex, in dem sich momentan auch noch die Raiffeisenbank-Filiale befindet, gekauft. In Letzterer soll bald die Gemeindeverwaltung Platz finden. Die Bank wiederum hatte den nicht weit entfernten „Neuwirt“ gekauft. Nach dessen Abriss, der Ende April begann, wird dort zur Tegernseer Straße hin ein Wohngebäude mit fünf Einheiten errichtet. Daran anschließend ist ein Verbindungsbau zur neuen Filiale der Raiffeisenbank vorgesehen. Läuft alles nach Plan, soll im Sommer nächsten Jahres das neue Bankgebäude fertig gestellt sein.

Für den „Altwirt“ hofft Dieckmann auf eine kurze Umbauphase. „Wenn alles gut geht, kann Familie Stocker im November 2018 im frisch renovierten Altwirt beginnen“, so der Rathauschef. 

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