Sobald die Infrastruktur nicht mehr funktioniert, kommen Notstromaggregate zum Einsatz.
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Sobald die Infrastruktur nicht mehr funktioniert, kommen Notstromaggregate zum Einsatz (Symbolbild)

Aus der Gemeinderatssitzung

Reichersbeuern: Ein Notstromaggregat für den Ernstfall

Die Gemeinde Reichersbeuern will für den Ernstfall eines Stromausfalls und Gasknappheits im Zusammenhang mit der Energiekrise im Winter einen Notstromaggregat anschaffen.

Reichersbeuern – Wegen des Kriegs in der Ukraine und einer möglichen Gasknappheit im kommenden Winter möchte sich die Gemeinde Reichersbeuern rüsten und ein Notstromaggregat beschaffen. Der Gemeinderat beschloss, sich eine Notversorgung zuzulegen – nur welcher Art genau, blieb noch offen. „Wir wollen auf alle Fälle vorbereitet sein, die möglicherweise durch Gasknappheit und Stromausfälle eintreten könnten“, erklärte Bürgermeister Ernst Dieckmann. Wenn tagelang der Strom ausfalle, werde es bei den Bürgern – sofern sie keinen Kachelofen besitzen – kalt. Kochen, Duschen und Heizen funktioniere dann in den meisten Haushalten nicht mehr.

Ein Notstromaggregat, so der Bürgermeister, solle im Fall einer Versorgungskrise die relevanten Einrichtungen der Gemeinde mit Strom versorgen: zuvorderst die Turnhalle, die dann als Anlaufstelle dienen könne. Dort könnten die Bürger dann auch duschen. Zudem könnte das Notstromaggregat das Feuerwehrhaus, die Heizzentrale der MWB Reichersbeuern und gegebenenfalls auch das Rathaus versorgen.

Reichersbeuern: Ein Notstromaggregat im Fall einer Versorgungskrise?

„Wir gehen davon aus, dass wir eine Leistung von etwa 80 bis 100 Kilovolt-Ampere (kVA) brauchen“, sagte Dieckmann. Die Kosten seien nur schwer abzuschätzen, weil der Markt stark in Bewegung sei. Mit 45 000 Euro einschließlich Anhänger und Zubehör müsse man rechnen. „Wir hoffen alle, dass der Ernstfall nicht eintritt. Vorbereitet sein schadet nicht“, sagte Dieckmann. Er räumte aber ein, dass die enorme Leistung in normalen Zeiten nicht gebraucht werde. Das mobil auf einem Anhänger montierte Aggregat solle im Feuerwehrhaus stationiert werden, weil dort später eine Nachnutzung möglich sei. Natürlich müsse daran gedacht werden, eine gewisse Menge an Treibstoff zu bunkern. Auf eine Frage von Gertraud Wallner wies Dieckmann darauf hin, dass auch einige Hebebühnen bei der Abwasserversorgung mit Strom versorgt werden müssten. Der Tiefbrunnen am Fuchsloch werde über ein Notstromaggregat der Gemeinde Waakirchen mit Strom versorgt. Diskutiert wurde im Gemeinderat, ob ein Zapfwellenaggregat eine Alternative wäre. Diese sind in der Anschaffung günstiger und werden über Traktoren betrieben. So ein Gerät sei aber frühestens im Frühjahr 2023 lieferbar, so Dieckmann.

Noch keine Entscheidung welches Gerät angeschafft wird

Michael Sixt hatte dazu andere Informationen. Er habe in Erfahrung gebracht, dass Aggregate mit niedriger Leistung bis 40 kVA sehr gefragt seien. Geräte mit 60 kVA dagegen seien bis in den Herbst hinein verfügbar. Kosten: 8500 Euro. Dieckmann hatte Zweifel, dass bei einem Ernstfall tatsächlich genug geeignete Traktoren zur Verfügung stehen, weil alle das gleiche Problem hätten. Klaus Harrer brachte die Debatte schließlich auf den Punkt. „Dies ist eine Grundsatzentscheidung. Wir sollten jetzt festlegen, ob wir eine Notversorgung wollen, in welcher Form auch immer.“ Der Gemeinderat sprach sich geschlossen für eine Notversorgung aus. Die Entscheidung über die die konkrete Art des Geräts war in nichtöffentlicher Sitzung vorgesehen. Wie unsere Zeitung erfuhr, traf das Ratsgremium auch ohne Zuhörer keine Entscheidung. Sie soll ebenfalls nichtöffentlich noch getroffen werden. (Günter Platschek)

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