Standortsuche

Reichersbeuern hat „Bauchweh“ bei Sendemast-Diskussion

Die Standortsuche für einen Sendemast der Telekom für eine Verbesserung des Mobilfunkempfangs in Reichersbeuern ist noch nicht vom Tisch. In der Märzsitzung des Gemeinderats wurde eine Entscheidung erst einmal vertagt.

Reichersbeuern  Das Gremium beschloss, zunächst weitere Verhandlungen über Alternativstandorte mit der Telekom zu führen. Im Gespräch für einen etwa 15 Meter hohen Sendemast ist derzeit der Bereich der ehemaligen Wasserreserve am Kirchberg (wir berichteten).

„Es wird keine ideale Lösung geben“, stellte Bürgermeister Ernst Dieckmann fest. Dies habe sich auch bei der Informationsveranstaltung am vorangegangenen Dienstag gezeigt, bei der der Kommunalbeauftragten der Deutschen Telekom für den Mobilfunk in Bayern, Frank-Peter Käßler, und Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt über die Wirkungsweise der Mobilfunk-Basisanlagen und die Strahlenbelastung informierten, die Ängste in der Bevölkerung aber nicht ausräumen konnten.

Auch im Gemeinderat hatte sich Skepsis breit gemacht, ob es nicht andere geeignete Standorte in der Gemeinde gebe, die sowohl die Mobilfunkversorgung in Reichersbeuern verbessern könnten und die das Risiko einer möglichen Strahlungsbelastung weiter reduzieren würden. „Ich habe Zweifel, dass der Kirchberg der richtige Standort ist“, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Melf, zumal sich die Strahlenbelastung durch zusätzliche Anbieter noch erhöhen könnte. „Der Walmbichl würde mir besser gefallen.“ Für Klaus Harrer war es wichtig, dass die Gemeinde das Zepter des Handelns in der Hand behält. Im Falle einer Ablehnung des Standorts bestehe die Gefahr, dass die Telekom mit einem privaten Hausbesitzer abschließt und die Anlage mitten im Dorf gebaut werde. „Es muss uns klar sein, das Ding ist genehmigungsfrei.“ Johann Niggl spann das Szenario weiter und gab zu bedenken, dass es falls damit die Zielsetzung der Telekom für eine Ortsabdeckung nicht erreicht würde, es statt einer, drei Sendeanlagen im Dorf geben könnte.

Insgesamt zeigten die Ratsmitglieder Verständnis für die „Angst und Sorgen“ (Christine Bernöcker) in der Bevölkerung über mögliche Auswirkungen von den Funkwellen, die von der Anlage ausgehen und die schon jetzt bei der Standortsuche „Bauchweh“ verursachen (Martina von Sigriz). Andererseits: „Was soll man glauben, wenn Fachleute sagen, dass die Strahlenbelastung am Handy wesentlich stärker ist, als die durch die Sendeanlage?“, meinte Dieckmann.

Mit einem Gutachten, wie es die Sachsenkamer in Auftrag gegeben hatten, konnte man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht anfreunden. Die Nachbargemeinde hatte ein unabhängiges Fachbüro mit einer Überprüfung der möglichen Standorte beauftragt. Dabei hatte es sich gezeigt, dass alle untersuchten Standorte deutlich unter dem Grenzwert geblieben waren.

Die Reichersbeurer Gemeinderäte beauftragten schließlich Bürgermeister Dieckmann, weiter am Ball zu bleiben und das Gespräch über mögliche Alternativstandorte zu suchen. ps

Rubriklistenbild: © dpa-tmn / Christin Klose

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