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Starker Partner für die Gemeinde Reichersbeuern: Die MW Biomasse AG, die vor drei Jahren dieses Biomassewerk bei Irschenberg gebaut hat. 

Details im Gemeinderat vorgestellt

Reichersbeuern: Mit Nahwärme auf der Zielgeraden

In Reichersbeuern wird bald ein Nahwärmenetz mit einer Firma aus Irschenberg gebaut. Die Preise stehen schon fest, auch für die Bürger.

Reichersbeuern Der Reichersbeurer Gemeinderat hat sich am Freitagabend in einer Sondersitzung erneut mit dem Thema Nahwärmenetz befasst, das bereits mehrere Male diskutiert worden war. Das endgültige Vertragswerk war zuvor nach den Worten von Bürgermeister Ernst Dieckmann „noch einmal intensiv durchverhandelt“ und in eine abschließende Form gebracht worden.

„Der Vertag mit der MW Biomasse AG in Irschenberg ist jetzt perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten“, sagte das Gemeindeoberhaupt in seiner Einleitung (zur Information: MW ist die Abkürzung für Maschinenring und Waldbesitzer). Besonders wichtig erschien Dieckmann, dass die Gemeinde durch den Gesellschaftervertrag „das Heft des Handelns nicht aus der Hand gibt“. Nach der Laufzeit von drei Jahren werde die Gemeinde wissen, ob es Sinn mache, wie geplant in ein größeres Infrastrukturnetz zu investieren. Der Gesellschaftervertrag müsse dann entsprechend geändert werden.

Bedeutend ist für Dieckmann, dass die Haftungsrisiken der Gemeinde nochmals überarbeitet und „austariert“ wurden. Die Kommunalaufsicht habe keine Einwände gegen den Entwurf vorgebracht.

Das Ratsgremium stimmte dem Bau eines Nahwärmenetzes und der Gründung der MWB Reichersbeuern GmbH & Co KG ohne Gegenstimme zu und ermächtigte Dieckmann, den vorliegenden Gesellschaftervertrag zu unterschreiben.

Bis zur Wahl der vier Gesellschaftsvertreter in der Septembersitzung des Gemeinderats sollen neben Bürgermeister Ernst Dieckmann, Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Melf und der Dritte Bürgermeister Klaus Harrer die Gemeinde in der Gesellschafterversammlung vertreten.

Mittlerweile konnte eine konkrete Preiskalkulation für die Wärmelieferung, die auch für ein größeres Infrastrukturnetz gelten würde, erstellt werden. Der Gesamtpreis setzt sich aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis zusammen. Im Grundpreis in Höhe von 63,23 Euro je KW Leistung sind im Wesentlichen die Investitionskosten enthalten. Im Arbeitspreis (54,99 Euro je verbrauchter MWh) finden sich das Heizmaterial und die laufenden Betriebskosten wieder. Dabei wird von einer Rücklauftemperatur des aus der Hausanschlussstation in das Netz zurückfließenden Heizwassers von maximal 50 Grad ausgegangen. Die Vertragslaufzeit des später abzuschließenden Anschluss- und Wärmelieferungsvertrages ist auf 15 Jahre ausgelegt.

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Die Preiskalkulation für die Wärmelieferung bestätigte erste Einschätzungen, dass der Gesamtpreis bei einer regenerativen Wärmeversorgung zunächst durch Pellets leicht höher ausfallen wird als beispielsweise bei Erdgas. Für den geplanten Anschlussbereich Feuerwehrhaus, Bauhof, Schule und Kindergarten sowie „Altwirt“ und neues Rathaus werden im Nahwärmenetz Kosten in Höhe von 12 232 Euro pro Jahr erwartet. Bei einer Beheizung mit Erdgas fallen rund 8000 Euro an. Hinzu kämen aber anfallende Gebühren, Reparaturen und Rückstellungen für eine neue Gastherme, die die Kosten auf 10 500 Euro ansteigen lassen. Berücksichtig werden müsse bei diesem Vergleich auch, dass die Gemeinde einen Gasliefervertrag mit sehr günstigen Konditionen erhält.

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Zustimmung gab es auch für den Geschäftsbesorgungsvertrag mit der MW Biomasse AG, die für die MWB Reichersbeuern GmbH & Co. KG die Geschäftsführung und alle anderen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Nahwärmenetz übernimmt. Eine Formalie war schließlich die Genehmigung, dass die MWB Reichersbeuern Leitungen im Straßengrund verlegen darf.

Die genauen Vertragstexte und die Preiskalkulation sind auf der Homepage der Gemeinde im Bürgerinformationssystem einsehbar.  (ps)

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