Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Isarwinkler vor dem Amtsgericht

Ein Mönch teilt aus

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Ein rauschendes Fest in Reichersbeuern hatte für einen Gast ein Nachspiel vor dem Amtsgericht. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde er zu 5850 Euro Geldstrafe verurteilt.

Reichersbeuern/Wolfratshausen – Beim Soccerball in Reichersbeuern soll ein 27-jährige Verkäufer beim Einsteigen ins Taxi einen Jugendlichen (19) aus Bad Tölz gewürgt und dessen zu Hilfe eilenden Lenggrieser Freund (21) mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Mann wurde jetzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

Gegen drei Uhr in der Früh wartete der Angeklagte wie viele weitere Besucher des Faschingsballs auf ein Taxi. Nach dem Genuss von etlichen Bieren und Cuba Libre war er nach eigener Wahrnehmung gut angetrunken. „I hab an Rausch gehabt“, sagte der Beschuldigte. Aber der Mann in Mönchskutte war noch fit genug, um für sich und drei Begleiter gleich das erste Taxi, das auf den Parkplatz rollte, zu „besetzen“. Kaum habe er neben dem Fahrer Platz genommen, habe einer durchs Fenster gegriffen und ihn gewürgt. Er habe den Arm weggeschlagen, sei ausgestiegen, habe „den Typen am Kragen gepackt, ihn weggedrückt und ihm zu verstehen gegeben, es solle „sich schleichen“, schilderte der Angeklagte den Vorgang.

An Faustschläge erinnerte er sich nicht. „Ich hatte den Typ im Schwitzkasten und habe mich nach hinten gedreht, um ihn auszulassen. Dabei habe ich den anderen vermutlich getroffen“, lautete seine Begründung. „Ich habe mich nur befreit und bin wieder ins Taxi. Wir sind dann gefahren.“

Weit kamen sie nicht, weil der blutende Geschädigte gleich eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife alarmiert hatte. „Wir dachten, es sei unser Taxi“, sagte der Lenggrieser auf dem Zeugenstuhl. Deshalb hatte sein Freund sich durchs Fenster ins Taxi gebeugt und sich beim Fahrer erkundigt. „Daraufhin stieg der Angeklagte aus, packte meinen Freund am Kragen oder Hals. Ich bin dazwischen, damit sie auseinander kommen. Da hab ich schon die erste Faust und gleich einen zweiten Schlag.“

Dennoch sei ein Gerichtsverfahren nicht nötig gewesen. „War ein unschöner Vorfall, aber es muss nicht sein, dass er bestraft wird“, erklärten beide Geschädigten. „Jeder macht mal was, wenn er betrunken ist.“ Um 1,6 Promille waren bei den Tatbeteiligten mittels Atemalkoholkontrolle gemessen worden.

Als alle Zeugen gehört waren, regte die Staatsanwältin an, den „Griff an den Hals des Geschädigten“ von der Verfolgung auszunehmen. Um eine Bestrafung wegen der Faustschläge kam der Angeklagte jedoch nicht herum. „Den Schwitzkasten hat niemand auch nur ansatzweise bestätigt“, so die Anklagevertreterin. Sie beantragte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro.

Verteidiger Jost Hartmann-Hilter sah das Verhalten seines Mandanten durch Nothilfe („Faustschläge, um einen zu erwartenden Angriff abzuwehren“) gerechtfertigt. „Eine Verurteilung kann daher nicht erfolgen“, sagte der Rechtsanwalt.

Richter Helmut Berger bewertete die „körperliche Auseinandersetzung, die es nicht mal anders gebraucht hätte“, anders. „Sie stiegen aus, weil’s wurlig waren. Dann dürfen die Freunde eingreifen und trennen. Und der, der trennen will, kriegt eine aufs Auge. Das Ganze ist nicht durch Notwehr gerechtfertigt“, hielt Berger dem Angeklagten in seiner Urteilsbegründung vor. Er verurteilte den 27-Jährigen zu insgesamt 5850 Euro Geldstrafe, die sich aus 90 Tagessätzen zu je 65 Euro ergibt.

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