Den kirchlichen Segen für die neuen Räume spendete Diakon Joachim Baumann. 
+
Den kirchlichen Segen für die neuen Räume spendete Diakon Joachim Baumann. 

In alter Raiffeisenbank ist jetzt Gemeindeverwaltung

Segen fürs neue Rathaus in Reichersbeuern

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

627 000 Euro hat die Gemeinde Reichersbeuern in den Umbau der alten Raiffeisenbank zum neuen Rathaus investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Am Freitagabend wurde die Gemeindeverwaltung eingeweiht.

Reichersbeuern – Das Erdgeschoss – über eine Rampe barrierefrei erreichbar – ist ein echter Hingucker. Rechts vom Eingangsbereich öffnet sich ein großer Raum. Auf der Theke aus Eichenholz steht in großen Lettern „Bürgerservice“. Auch die Post ist dort untergebracht. In der Ecke plätschert ein Zimmerbrunnen, geschaffen und gestiftet von Künstlerin Birgit Niedernhuber. An einer Wand hängen die Wappen der Verwaltungsgemeinschaftsmitglieder Reichersbeuern, Greiling und Sachsenkam.

Schmuckstück im ersten Stock ist der Sitzungssaal

Jedes Büro darf an diesem Abend unter die Lupe genommen werden. Und auch im Keller gibt es Interessantes zu entdecken. Hinter der schweren Tresortür, die aus der Zeit stammt, als die Raiffeisenbank das Gebäude nutzte, ist nun das Archiv untergebracht. Im ersten Stock ist das Schmuckstück der neue Sitzungssaal. Helles Holz dominiert den Raum. Ringförmige Beleuchtungselemente an der Decke tauchen alles in angenehmes Licht. Gerade ist noch für eine Trauung bestuhlt. Ansonsten soll dort der Gemeinderat tagen. Tatsächlich hat er das aber noch nie getan. Wegen Corona finden die Sitzungen derzeit noch im benachbarten „Altwirtssaal“ statt. Wenn die Räte aber irgendwann im neuen Sitzungssaal Platz nehmen, werden sie das auf ihren gewohnten Stühlen tun. Denn die schweren, lederbezogenen Holzstühle wurden aus dem alten Rathaus mitgenommen, passen aber auch gut zur neuen Einrichtung.

„Ich möchte allen, die daran beteiligt waren, danken, dass das Projekt so ein Erfolg geworden ist“, sagte Bürgermeister Ernst Dieckmann. Den Grundstein hatte der damalige Gemeinderat Hans Niggl gelegt. Er regte die Grundstücksrochade an. Die Gemeinde kaufte von der Raiffeisenbank den Gebäudekomplex mit „Altwirt“ und Bankfiliale. Die Raiba wiederum erwarb schräg gegenüber den „Neuwirt“ und baut dort derzeit.

Umbau ohne Begleitung eines Fachbüros

Im Juni 2020 begann der Umbau zur Gemeindeverwaltung. „Am 18. November haben wir die Tore erstmals geöffnet“, sagte Dieckmann. 627 000 Euro wurden investiert. Dazu kamen 200 000 Euro für die Einrichtung. Der Umbau sei ohne Begleitung durch ein Fachbüro bewerkstelligt worden. „Das war wirklich eine tolle Leistung“, lobte der Bürgermeister. Und es habe mit Sicherheit einiges an Kosten gespart, ergänzte Landrat Josef Niedermaier in seinem Grußwort. „Dabei steht in der Beschreibung, was ein Gemeinderat zu leisten hat, mit Sicherheit nicht die Bauleitung beim Rathaus-Umbau drin.“ Hier sei eine Investition in die Zukunft der Gemeinde und der VG getätigt worden, so Niedermaier. Und dabei „ist ein bäriges VG-Gebäude“ entstanden, freute sich Greilings Bürgermeister Anton Margreiter. „Es ist an uns und den Bürgern, es mit Leben zu füllen – das ist aber schon in vollem Gange“, ergänzte sein Sachsenkamer Kollege Andreas Rammler. Margreiter lobte noch „den Weitblick, mit dem das Immobiliengeschäft getätigt wurde, sodass eine schöne Heimat entstanden ist“.

Dankte allen Beteiligten am Umbau: Bürgermeister Ernst Dieckmann.

Der Weg dahin war durchaus anstrengend, wie die beiden Verwaltungsmitarbeiterinnen Vera Steinmetz und Irmgard Markl humorvoll schilderten. Um 8 Uhr sei die Welt meistens noch in Ordnung gewesen. „Um 8.15 Uhr war dann alles ganz anders, und wir sind schnellen Schrittes hinter dem Ernst zum neuen Rathaus geeilt.“ Rasch habe sich gezeigt, dass die übliche Bürokleidung nicht geeignet war, weil sie über zu wenig Taschen für Meterstäbe und anderes verfügte, scherzten die beiden. 1000 Kisten wurden für den Umzug dann befüllt und beschriftet. Tatsächlich seien die letzten Arbeiten erst am Tag der Einweihung erledigt worden. „Jetzt können wir sagen: Mir san fertig“, erklärten Markl und Steinmetz lachend. Kollege Martin Schaffer ergänzte noch einen Dank an den Bauhof, der immer zur Stelle war, „wenn es bei uns mal wieder gebrannt hat“.

Heiligen Korbinian als Geschenk mitgebracht

Für den kirchlichen Segen war Diakon Joachim Baumann zuständig. Und da bereits ein Kreuz im Rathaus hängt, hatte er als Geschenk einen heiligen Korbinian mitgebracht. Der ist der Ortspatron, „und hat zu seiner Zeit auch den Politikern durchaus mal ins Gewissen geredet“, sagte Baumann.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die Schützenkapelle. Nach dem offiziellen Teil ging’s dann noch zum gemeinsamen Abendessen in den benachbarten „Altwirt“.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare