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Gemeinsam ihre Stärken gezeigt: Lan Wang (li.) und Isabel Blank-Aschauer vom Max-Rill-Gymnasium.

Europäischer Wettbewerb

Sind soziale Netzwerke ein Demokratiekiller? Reichersbeurer Gymnasiastinnen forschen

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Die Schülerinnen Isabel Blank-Aschauer und Lan Wang vom Max-Rill-Gymnasium setzten sich mit dem Thema „Fake News“ auseinander.

Reichersbeuern – Sind soziale Netzwerke ein Demokratiekiller? Dieser Frage gingen zwei Schülerinnen des Max-Rill-Gymnasiums nach. Weil sie eine sehr ungewöhnliche Herangehensweise fanden, um zu einer Antwort zu gelangen, holten sie sich einen der höchsten Preise bei einem bundesweiten Wettbewerb.

„Wir wollten unbedingt einen Wettbewerb zusammen machen“, sagt Lan Wang (17), die die elfte Klasse besucht. Also machte sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Isabel Blank-Aschauer (17) auf die Suche. Die Herausforderung: Beide Mädchen haben unterschiedliche Stärken. Während Lan naturwissenschaftlich begabt ist und das schon bei mehreren Mathematik-Wettbewerben unter Beweis gestellt hat, hat Isabel ein Talent für Sozialwissenschaften. Die Zwölftklässlerin, die gerade Abitur schreibt, gilt als überdurchschnittlich begabt, hat eine Klasse übersprungen und bereits mehrfach Preise in verschiedenen Bereichen gewonnen. Außerdem wurde sie für den so genannten Uni-Tag ausgewählt.

„Wir wollten es einfach probieren.“

Fündig wurden die Mädchen beim Europäischen Wettbewerb. Sie entschieden sich für das Thema „Social Media – Ein Demokratiekiller“ und legten ihren Schwerpunkt auf „Fake News“, also Falschnachrichten. Mathe-Expertin Lan Wang stellte eine Parallele her zwischen „EU“ und dem Wort „Du“. „Sie haben den Buchstaben U gemeinsam. Da konnte ich mathematisch damit spielen“, sagt die junge Chinesin, die seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Sie überlegte sich eine mathematische Aufgabe, während Isabel Blank-Aschauer das Ergebnis wieder in Text umwandelte.

Ihr Fazit: Die EU und „Du“ hängen unmittelbar zusammen. Entscheidend ist man also selbst. Jeder müsse für sich achtsam mit Nachrichten umgehen und sich überlegen, wie glaubwürdig Meldungen aus dem weltweiten Netz sind. „Wir lernen schon in der Schule, Quellen im Internet immer auf ihre Seriosität zu überprüfen“, sagt Isabel. Wendet man das bei Nachrichten aus dem Netz an, könne man viele „Fake News“ entlarven. „Aber man kann sich nie zu 100 Prozent sicher sein.“

Ein Vorbild für die Methode, zwei an sich auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Wissenschaften zu verbinden, hätten sie in Leonardo da Vinci gefunden, sagt Lan Wang. „Als ich sein Schaffen genauer studiert habe, fand ich das so cool, wie er Kunst und Mathematik verbunden hat. So etwas wollte ich auch machen.“

Isabel und Lan hängten sich richtig rein in ihr Projekt, trotz der üblichen schulischen Aufgaben, die sie noch zu bewältigen hatten. Als die Abgabefrist nahte, wurde Isabel teilweise vom Unterricht befreit.

„Wir hätten ja gerne an mehr Wettbewerben teilgenommen, aber zeitlich wäre das nicht gegangen“, sagt Abiturientin Isabel. Gerade das Schreiben für den Europäischen Wettbewerb habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen, ebenso wie das Erstellen der Grafik.

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Das Anspruchsvollste aber sei es gewesen, den Wettbewerb an sich zu erfassen, sagt Isabel. „Es war anfangs nicht ganz leicht herauszufinden, wie man sich dafür eigentlich anmeldet“, sagt sie lachend. Durch ihre Teilnahmen an anderen Wettbewerben kannte sie aber ein Mädchen, das im vergangenen Jahr genau daran teilgenommen hatte. Diese gab ihr entscheidende Tipps.

Recht kurzfristig reichten die beiden Mädchen ihr Ergebnis ein. „Wir haben gar nicht an den Preis gedacht“, sagt Isabel. „Wir wollten es einfach probieren.“ Und es habe Spaß gemacht, ergänzt Lan. Umso größer war die Freude, als sie erfuhren, dass sie zunächst einen Landespreis geholt hatten und schließlich sogar auf Bundesebene abgesahnt hatten. Sie holten sich einen der Hauptpreise. Für Isabel und Lan bedeutet das: Das Ergebnis ihrer Arbeit wird online veröffentlicht, und sie bekommen eine Ferienreise geschenkt. Wohin genau es geht, wissen sie noch nicht.

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