+
Wer kann dieses Foto zuordnen? Es zeigt den in seiner Heimat bekannten australischen Maler Ivor Hele bei seinem Aufenthalt 1928 in Reichersbeuern.

Spurensuche im Isarwinkel

Ein Foto aus Australien gibt Rätsel auf

Ein kleines Foto stellt eine Verbindung zwischen Australien und Reichersbeuern her. Aber wie sind die genauen Hintergründe? Ein ehemaliger Richter aus München sucht nach Antworten.

Reichersbeuern – Zwischen der australischen Hauptstadt Canberra und der kleinen Gemeinde Reichersbeuern im Isarwinkel liegen rund 16 200 Kilometer Luftlinie. Eine ganze Menge. Ein nur 9 mal 13 Zentimeter großes Foto, das sich in einem der größten Museen der Welt, dem Australian War Memorial in Canberra befindet, verbindet jedoch die Metropole und das bayerische Dorf. Klaus Bäumler, ehemaliger Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Bildes herauszufinden.

Eigentlich recherchiert der Münchner ja für eine Biografie von Moritz Heymann (1870-1937). Der jüdische Maler, Grafiker und Kunstpädagoge leitete seit der Jahrhundertwende eine Malschule in der Münchner Türkenstraße. In drei Jahrzehnten, so ist einem Bericht im Bayerischen Staatsanzeiger 1931 zu entnehmen, hatte er etwa 5000 Studenten, viele davon aus dem Ausland. Einige – der Expressionist Jules Pascin zum Beispiel – wurden später berühmt. Die Schule wurde von den Nazis geschlossen. Heymann beging 1937 Suizid.

Heymann unterhielt eine mehrmonatige Sommerakademie in Reichersbeuern

Heymann, so berichtet Bäumler, habe nicht nur in der Landeshauptstadt unterrichtet, sondern auch eine stets mehrmonatige Sommerakademie in Reichersbeuern unterhalten. Diese Akademie sei in zahlreichen Biografien der Studenten erwähnt worden.

Und hier kommt nun Canberra ins Spiel, wo im Australian War Memorial nicht nur die größte Gedächtnisstätte für die gefallenen Soldaten Australiens unterhalten wird, sondern eben auch ein riesiges Museum mit Kunstwerken, Reliquien, Fotos und Filmen zur Erinnerung an die Opfer der Australier in Kriegen. Bei seiner Recherche im Internet stieß Bäumler auch auf das kleine Foto, das in Reichersbeuern aufgenommen wurde. Es zeigt als Zweiten von links Ivor Hele und neben ihm einen gewissen Bertl. Das bemalte Haus dahinter müsste in Reichersbeuern stehen. Eine Nachfrage beim Reichersbeurer Archivar Rudi Laimer blieb zunächst erfolglos. Er sei aber, sagt er, immer noch auf der Suche.

Sir Ivor Thomas Hele (1912-1993) war in Australien ein sehr bekannter Künstler, der sich als Kriegsmaler einen Namen gemacht hatte. Er war als 15-Jähriger nach Europa gesegelt und hatte, so eine Beschreibung des Fotos, sechs Monate in der Sommerakademie Reichersbeuern verbracht.

Wer erkennt das Haus oder die Personen auf dem Foto?

Der ehemalige Richter Klaus Bäumler würde nun gerne wissen, ob das abgebildete Haus zu erkennen ist und noch steht? Vielleicht erkennt jemand auch die Personen auf dem Bild. Zumindest der junge Mann rechts könnte durchaus aus Reichersbeuern stammen. Wer Informationen hat, soll sich bitte unter der Telefonnummer 0 89/2 80 05 86 melden.

Lesen Sie auch:

Selbstbewusster Mittelpunkt des Stadtteils: Tölzer Kirche Heilige Familie wird 60

Flößerei ist jetzt Immaterielles Kulturerbe: „Schöne Bestätigung“

Das Kloster Benediktbeuern wird zur Großbaustelle

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tölz live: Vorschau auf Freitag
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz live: Vorschau auf Freitag
Coronavirus im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Zwei infizierte Reiserückkehrer
Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in unserem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.
Coronavirus im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Zwei infizierte Reiserückkehrer
Bauarbeiten auf der B13 südlich von Lenggries leicht in Verzug
Wer im Karwendel wandern geht, sollte seine Tour besonders gut planen. Denn abends könnte ihm auf der B13 der Rückweg nach Lenggries abgeschnitten sein.
Bauarbeiten auf der B13 südlich von Lenggries leicht in Verzug
Anwohner laufen Sturm gegen neue BOB/BRB-Züge - „Das ist infernalischer Lärm“
Die neuen Lint-Züge, die seit Mitte Juni unter dem Namen Bayerische Regiobahn (BRB) durchs Oberland fahren, rauben vielen Gmundern Schlaf und Nerven. Der Grund ist …
Anwohner laufen Sturm gegen neue BOB/BRB-Züge - „Das ist infernalischer Lärm“

Kommentare