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Ein ruhiger Ort zum Innehalten: Hier fand der von Albert Koller (Foto) restaurierte Gedenkstein einen würdigen Platz.

Steinmetz Albert Koller restauriert verwitterte Gedenksteine

Gegen das Vergessen

Marterl, Gedenktafeln in Holz oder Stein, meistens aufgestellt am Wegesrand, weisen hin auf Schicksale von Menschen und sollen an diese erinnern. Wenn sie verwittert sind, gehen Wanderer achtlos daran vorbei. Nicht so Albert Koller.

Reichersbeuern Der Steinmetz aus Bad Tölz ist zwar schon lange in Rente. Er hat aber immer noch einen Blick dafür – vorrangig, wenn es sich um Gedenksteine handelt. Einen davon fand er beim Pilze suchen am Reichersbeurer Vorberg. Der Stein lag verwittert mit fast unleserlicher Inschrift an eine Hütte gelehnt.

Der Gedenkstein erinnert an den Luftwaffenhelfer Benedikt Mayr aus Greiling, der am 27. April 1945 mit erst 17 Jahren auf dem Sandberg in Westheim bei Augsburg gefallen ist. Der damals dort ansässige und inzwischen verstorbene Oberlehrer Ludwig Hummel versprach den Eltern des „Letzten Gefallenen“, ihm ein schönes Denkmal zu setzen. Benedikt Mayr erhielt ein Feldgrab neben dem Kolbenkreuz, wurde dann später bei der Umbettung nicht wie von den Eltern gewünscht in die Heimat überführt, sondern in einem Heldenfriedhof beigesetzt.

Das Schicksal des jungen Luftwaffenhelfers war Albert Koller nicht bekannt. Es ging ihm nur um den verwitterten Gedenkstein, den er wieder ansehnlich machen wollte. Als Steinmetz tut ihm das „einfach weh“, wie er sagt.

Mit Genehmigung des Grundstückseigentümers Rudi Gehr wurde das Denkmal kostenlos gereinigt, die Inschrift mit Bleischrift nachhaltig erneuert und neben dem von Gehr 1972 errichteten Feldkreuz wieder aufgestellt. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Tölzer auf diese Weise engagiert. „So lange ich noch kann, werde ich weitermachen“, sagt Koller. „Mahnmale sollten nicht verkommen und gut leserlich sein, dann bleibt auch ein Wanderer kurz davor stehen.“ (Werner Männer)

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