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In Reichersbeuern gibt es große Diskussionen um einen Mobilfunkmasten. 

Reichersbeurer Gemeinderat: Bürger diskutieren im „Altwirt“

Weiter Wirbel um Mobilfunkmast am Kirchberg

Bürgermeister Ernst Dieckmann hatte einen guten Riecher, als er die jüngste Gemeinderatssitzung in den Saal des „Altwirts“ verlegte, denn das Thema Mobilfunkstandort lockte viele Bürger an. Nach der Genehmigung durch den Gemeinderat konnten sie sich an der Diskussion beteiligen und Fragen stellen.

Reichersbeuern – Wie berichtet favorisiert der Gemeinderat einen Standort an der ehemaligen Wasserversorgung am Kirchberg. Mit diesem könnte die Deutsche Telekom leben. Auch für die Gemeinderäte schien der Standort besser zu sein als eine Absage an die Telekom, die dann bei Privatleuten auf die Suche ginge.

Um die von der Anlage ausgehende Belastung besser einschätzen zu können, hatte man die Firma Müller-BBM beauftragt, die momentane Strahlung an verschiedenen Standorten im Dorf zu ermitteln und eine Prognose nach Inbetriebnahme des Funkmasts zu berechnen. Das Ergebnis: Die Belastung ist an allen untersuchten Standorten auch künftig deutlich unter dem Grenzwert.

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Aus den Wortmeldungen der Zuhörer wurde allerdings deutlich, dass sie sich vor allem um die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenbelastung Sorgen machten. Von Schlafstörungen bis hin zu vermehrtem Krebsrisiko war die Rede. Die Ergebnisse der „Naila-Studie“, gepaart mit dem in Deutschland geltenden relativ hohen Grenzwert von 40 V/m (Volt pro Meter), tragen nicht dazu bei, die Ängste der Bürger zu zerstreuen. Zweifel wurden zudem laut, ob der von der Teleom dargestellte Bedarf auch wirklich vorhanden sei und ob es keine alternativen Standorte weiter weg gebe.

Zu Wort meldete sich aber auch ein Bürger, der sein Smartphone nach eigenen Angaben übermäßig nutzt. Er störte sich an den optischen Auswirkungen eines Sendemasts in der exponierten Lage. „Der Telekom geht es um maximalen Profit mit möglichst geringem Aufwand“, lautete seine Vermutung.

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„Wir suchen nach einem Kompromiss“, meinte Bürgermeister Ernst Dieckmann. Die Gemeinde könne nicht entscheiden, dass es keinen Mobilfunkstandort im Dorf gibt. „Wenn wir nicht einen finden, wird der Anbieter im Ort selbst auf die Suche gehen.“ Die Gemeinde habe dann keinen Einfluss mehr auf den Standort.

Für ein Dialog-Verfahren mit der Telekom tritt Diplom-Ingenieur Hans Ulrich ein, der neben vielen anderen Orten in Sachsenkam und Greiling tätig war. Ziel sei die Immissionsminderung, sagte Ulrich im Rahmen seines Vortrags. Er untersuchte in den Nachbargemeinden vergleichend mehrere Standorte und die davon ausgehende Strahlenbelastung und berechnete Möglichkeiten, die Strahlung zu verringern. Falls der Betreiber diese Alternativstandorte als nicht geeignet einstuft, wird diese mit einem Netzplanungstool auf Plausibilität hin überprüft. Für Reichersbeuern würden die bereits von der Firma Müller untersuchten sechs Standorte und dazu weitere Alternativen auf Eignung untersucht.

Der Vortrag von Hans Ulrich überzeugte die Gemeinderäte. Nach kurzer Diskussion wurde seine Firma einstimmig mit der Erstellung eines Immissionsgutachtens beauftragt.  (ps) 

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