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Wollen den Kindern Geborgenheit vermitteln (v. li.): Die Initiatoren des Heims, Camilla und Andreas von Berg sowie die Mitarbeiter Tatjana Horschel und Veronika Gschwendtner. Für das Sommerfest konnten sie den Kabarettisten Wolfgang Krebs gewinnen. 

Zeit für die schönen Seiten des Lebens

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Reichersbeuern - Auch wenn die kleinen Einwohner und das Personal der Villa Südwind herzlich in Reichersbeuern aufgenommen worden sind, wissen die meisten Einheimischen nur wenig über die Arbeit in dem Kleinstkinderheim. 

Die erste Erfolgsgeschichte klingt vielversprechend: Zwei der acht Buben und Mädchen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren, die derzeit in der Villa Südwind leben, schaffen im Herbst den Sprung auf die Realschule – und das, obwohl sie laut Geschäftsführerin Camilla von Berg noch vor ein paar Monaten um ihre Versetzung bangen mussten. Zu verdanken haben sie diesen Erfolg nicht nur den Nachhilfelehrern, sondern auch der Villa Südwind, wo sie – in der Regel zum ersten Mal in ihrem Leben – erfahren, was Geborgenheit und Stabilität bedeuten.

Denn all’ diese Kinder haben bereits viel durchgemacht, sonst hätte das Jugendamt sie nicht aus ihren Familien genommen. In Reichersbeuern sollen die fünf Mädchen und drei Buben laut von Berg nun auch die schönen Seiten des Lebens kennenlernen – und dazu gehört definitiv auch ein Sommerfest mit Zauberer, Pferdereiten und Kinderschminken. Stattfinden soll das Ganze am Samstag, 30. Juli, ab 13.30 Uhr an der Bahnhofstraße 2a, wo seit Ende August des vergangenen Jahres das sogenannte Kleinstkinderheim angesiedelt ist. Eingeladen sind alle Interessierten, vor allem natürlich Familien mit Kindern, die sich auf ein buntes Programm freuen dürfen (siehe Kasten). Zur Stärkung werden Fingerfood sowie Kaffee und Kuchen verkauft.

„Der Erlös kommt zu 100 Prozent den Kindern zu Gute“, sagt von Berg. Außerdem hofft die 46-Jährige auf die Großzügigkeit der Besucher. Denn wie berichtet, handelt es sich bei Südwind um eine gemeinnützige GmbH, die sich neben Tagessätzen vom Jugendamt vor allem durch Spenden finanziert. Auch der zirka 90 000 Euro teure Ausbau der ehemaligen Speditionshalle, die sich auf dem Grundstück des Kleinstkinderheims befindet, wurde unter anderem durch Spenden finanziert. „In der Halle sind zwei Zimmer sowie Aufenthaltsräume entstanden, wo die Kinder spielen, basteln und tanzen können“, sagt von Berg. Dort werden beim Sommerfest auch verschiedene Aufführungen stattfinden. Ab 19.30 Uhr gibt sich dort zum Beispiel der Kabarettist Wolfgang Krebs die Ehre. „Das Programm ist eine Überraschung“, sagt von Berg. Der Rest der Einrichtung wird nicht frei zugänglich sein, um die Privatsphäre der Kinder zu schützen. „Wir bieten aber stündlich Führungen an, um zu zeigen, wie die Kinder bei uns leben.“

Das Wort „Villa“ darf in diesem Zusammenhang übrigens keinesfalls missverstanden werden: Es steht nicht etwa für Luxus. „,Villa‘ klingt einfach schöner als ,Heim‘.“

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