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Ein Schilderwald begrüßt die Besucher der Tölzer Blomberg-Bahn.

Rodelbahnen bessern bei Sicherheit nach

Bad Tölz/München - Beim ADAC-Test haben einige Rodelbahnen schlechte Noten bekommen. Drei bayerische Strecken haben nun reagiert und bei der Sicherheit nachgerüstet. Auch die Tölzer Blomberg-Bahn.

Der Rodelbahntest des ADAC hatte Ende November für viel Wirbel gesorgt. In punkto Sicherheit fielen gleich elf der 30 getesteten Strecken in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz durch. Die Kritikpunkte: ungesicherte Absturzstellen, gefährliche Streckenführung und Fußgänger als Hindernisse.

Nun haben drei bayerische Bahnen gravierende Sicherheitsmängel beseitigt. Vorbildlich habe die Hocheckbahn bei Oberaudorf (Kreis Rosenheim) reagiert, teilte der ADAC gestern mit. Gefährliche Stellen wurden mit Holzbanden und Erdwällen entschärft. „Wir haben einige Dinge optimiert“, sagt Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheckbahn. „Zum Beispiel haben wir 40 Prallmatten angebracht.“ Zudem wurden Schilder aufgestellt, so dass Schlittenfahrer Notfallmeldepunkte und Warnungen besser erkennen können. Dass seine Bahn mit „mangelhaft“ bewertet worden ist, kann Rechenauer nicht nachvollziehen: „Wir sind die einzige Rodelbahn Deutschlands mit einer TÜV-Abnahme.“

Auch die mit „ausreichend“ bewertete Tölzer Blomberg-Bahn hat nachgebessert. „Insgesamt waren es 120 Maßnahmen – von Schildern über Zäune bis hin zu Prallmatten“, sagt Betreiber Hans Zintel. Ein Großteil dieser Nachrüstungen passierte aber bereits lange vor der Test-Veröffentlichung. Schon im Sommer 2011 habe die Bahn ein neues Sicherheitskonzept eingeführt, so Zintel. Dieses orientiert sich an einem österreichischen Gütesiegel für Rodelstrecken. Künftig soll die Bahn maschinell beschneit werden, so dass sie besser präpariert ist.

Die Rodelbahn Seealpe im Allgäu („ausreichend“) setzte die Kritik des ADAC ebenfalls um. Dort gibt es nun Wartezonen außerhalb von Gefahrenbereichen. Steilkurven in Kehren wurden mit Netzen oder Schutzmatten gesichert und die Schlussstrecke durch einen Schneewall von der Skiabfahrt getrennt.

Allerdings hat der ADAC die Verbesserungen nicht vor Ort überprüft, so Sprecherin Regina Ammel. Die Bahnbetreiber wurden aufgefordert, ihre Nachbesserungen mittels Fragebögen und Fotos nachzuweisen. Aber nur fünf der 30 getesteten Bahnen haben laut Ammel darauf reagiert.

Auch die Betreiber, die bisher noch nichts getan beziehungsweise ihre Nachbesserungen nicht gemeldet haben, bekommen eine zweite Chance: Der ADAC will die Bahnen erneut testen, dieses Mal aber nur die Strecken in den deutschen Bergen.

Die Ergebnisse werden in der kommenden Saison veröffentlicht, sagt Robert Sauter, Leiter des ADAC-Testzentrums Mobilität.

„Dieser erste Test hat gezeigt, dass es ein Defizit bei der Sicherheit gibt“, sagt Sauter. Der ADAC wolle nun einen gewissen Standard einführen. „Das geht aber nur, wenn man jedes Jahr die Kontrollen aufs Neue wiederholt.“ Dabei schließt Sauter Veränderungen in der Methodik nicht aus. Die Gewichtung der Einzelkriterien bei der Berechnung der Gesamtnote bleibe aber gleich: 70 Prozent Sicherheit und 30 Prozent Service.

Was meinen die Betreiber dazu, dass ihre Bahnen eine zweite Chance bekommen? „Ich finde es gut“, sagt Gerald Tretter, Bürgermeister von Bad Kohlgrub und Geschäftsführer der Rodelbahn am Hörnle. Das aktuelle Ergebnis sei ein Ansporn gewesen, die Sicherheit zu verbessern.

Hans Zintel von der Blomberg-Bahn steht einer Testwiederholung ebenfalls positiv gegenüber. Nicht nur wegen der Nachbesserungen ist er sich sicher, dass die Blomberg-Bahn „da landet, wo sie hingehört, nämlich unter den Top 5 in Bayern.“ Auch Georg Gröbl von der Hausbergstrecke in Garmisch-Partenkirchen begrüßt neue Kontrollen. „Die können gerne noch mal testen, wir haben nichts zu verstecken.“

Ganz anders die Reaktion beim deutschen Test-Schlusslicht, der Maria-Trost-Bahn in Nesselwang (Allgäu). „Wir halten nichts von neuen Tests“, sagt Geschäftsführer Ralf Speck. Man könne eine Naturrodelbahn wie in Nesselwang nicht mit künstlichen Strecken vergleichen. Speck bezweifelt die Kompetenz des ADAC auf diesem Gebiet. „Es fehlt an Erfahrung.“

Eva Dobler und Manuel Scholze

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