+
Der Greilinger Stadl war von den Mitgliedern des Vereins in eine Festhalle umgewandelt worden.

Jubiläum

150 Jahre Reservistenverein Sachsenkam: „Sie bewahren vor dem Vergessen“

Ein großes Jubiläum wurde in Sachsenkam gefeiert.  Der Krieger- und Reservistenverein wurde 150 Jahre alt.

Sachsenkam – In jener Zeit, als der Krieger- und Reservistenverein Sachsenkam-Piesenkam gegründet wurde, lagen die Herrscher in den umgebenden Ländern im Streit um Macht und Besitz. Die Untertanen hatten die Folgen zu ertragen. Heute, 150 Jahre später, liegen über 70 Jahre Frieden hinter uns. Dass dieser Frieden nicht selbstverständlich ist, das wurde bei den Jubiläumsfeierlichkeiten des Sachsenkamer Krieger- und Reservistenvereins am Wochenende einmal mehr unterstrichen.

Nachdem bereits am Freitagabend in Piesenkam und am Samstagabend in Sachsenkam in würdevollen Zeremonien der Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen gedacht worden war, sollte der Sonntag den Höhepunkt des runden Vereins-Geburtstags bilden. Das Wetter allerdings ließ zu wünschen übrig. Die Organisatoren verzichteten deshalb auf den morgendlichen Kirchenzug und die Messe unter freiem Himmel.

150 Jahre Krieger- und Reservistenverein Sachsenkam: Die Bilder

Letztlich musste aufgrund des anhaltenden Regens auch der nach dem Gottesdienst vorgesehene Festzug mit drei Musikkapellen, Ehrenkutsche, einem Wagen mit der Darstellung eines „Heldengrabes“ sowie den zwölf eingeladenen benachbarten und befreundeten Kriegervereinen abgesagt werden – sehr zum Bedauern von Jubiläumsvereins-Vorstand Karl Slawik.

Aber dem nassen und kühlen Umfeld zum Trotz: „Die Laune ist gut, und es ist warm hier in unserer Festhalle“, stellte Pfarrer Jiri Tesar dann im „Greilinger Stadl“ zu Beginn der von der Sachsenkamer Musikkapelle mitgestalteten kirchlichen Zeremonie fest. Die 150-Jahr-Feier sei ein besonderer Anlass, sich zu erinnern an die Opfer der Kriege und überdies auch an die Schicksale in den Familien, welche Ehemänner und Söhne verloren hatten. „Das können wir uns heute oft gar nicht mehr vorstellen.“

Appell des Pfarrers: Aus der Geschichte lernen

An Tesars Appell, aus der Geschichte zu lernen, knüpften Bürgermeister Hans Schneil und Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber in ihren Grußworten an. Die Krieger- und Reservistenvereine, deren Fortbestand in heutiger Zeit von mancher Seite als überflüssig betrachtet werde, hätten durchaus ihre Daseinsberechtigung: „Sie sind Mahner und bewahren vor dem Vergessen“, so Schneil. Dies sei nicht überflüssig in Anbetracht der aktuellen Situation, in der sich in Europa erneut rechtsgerichteter Nationalismus breit mache, betonte Bachhuber. Wer dieser Strömung folge, solle einmal auf die Soldatenfriedhöfe gehen, um sich das einstmals angerichtete Leid vor Augen zu führen.

Ihren besonderen Dank richteten Schneil und Bachhuber auch namens der weiteren Ehrengäste wie etwa dem Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann und dem Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak an den Jubiläumsverein und dessen ambitionierte Vorstandschaft, die die Geburtstagsfeier mit viel Engagement organisiert hatten.

Wie im Großen sei Harmonie auch im Vereinsleben wichtig, speziell in diesem Verbündnis, das zur einen Hälfte im Tölzer und zur anderen Hälfte im Miesbacher Landkreis angesiedelt sei. Schneils schmunzelnd vorgestellte Vision, aufgrund der vielen Verknüpfungen von Sachsenkam und Piesenkam letzteren Ort kaufen zu wollen – angelehnt an Donald Trumps Grönland-Spekulationen – dürfte allerdings mit ziemlicher Sicherheit und „wegen des mit inbegriffenen Golfplatzes“ ins Wasser fallen. Die spitzfindige Anmerkung des Bürgermeistes öffnete jedenfalls dem Humor Tür und Tor für den restlichen Teil des Tages, den die Gäste in geselliger Runde einschließlich musikalischer Umrahmung verbrachten. Rosi Bauer

Lesen Sie auch:

Sachsenkam: Platz für mehr Besucher in der Moar-Alm

Tag des offenen Denkmals:Zeitreise im alten Schusterhaus in Kochel

Bauarbeiten an der B472 bei Greiling: Vollsperrung der Unterführung Ötzstraße

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trotz gültiger Fahrkarte: Frauen werden in BOB zu Schwarzfahrern - „Verlieren mit uns zwei weitere Kunden“
Eine Fahrt mit der BOB von München nach Lenggries endete für eine Gruppe Frauen aus dem Isarwinkel alles andere als schön. Sogar die Polizei wurde geholt. Die BOB …
Trotz gültiger Fahrkarte: Frauen werden in BOB zu Schwarzfahrern - „Verlieren mit uns zwei weitere Kunden“
Buß- und Bettag: Frei und nicht frei
An diesem Mittwoch ist Buß- und Bettag – ein Tag, an dem Schüler frei haben, Berufstätige aber nicht. Was für Möglichkeiten gibt es für Kinder, den Tag zu nutzen? Und …
Buß- und Bettag: Frei und nicht frei
BMW-Raser flüchtet vor Polizei: Max (14) stirbt - Pfarrverband will an der Unfallstelle Zeichen setzen 
Unglaubliche Szenen spielten sich in der Nacht des 15. November in München ab. Ein Autofahrer raste in eine Gruppe Jugendlicher. Ein 14-Jähriger kam dabei ums Leben.
BMW-Raser flüchtet vor Polizei: Max (14) stirbt - Pfarrverband will an der Unfallstelle Zeichen setzen 
Der „Berg der Bedeutung“
„NICHTS was im Leben wichtig ist“ - so heißt die szenische Lesung, die die Komische Gesellschaft in Bad Tölz jetzt auf die Bühne brachte.
Der „Berg der Bedeutung“

Kommentare