Gewürdigt: Hans Schneil (li.) wurde von Nachfolger Andreas Rammler zum Altbürgermeister und Ehrenbürger ernannt.
+
Gewürdigt: Hans Schneil (li.) wurde von Nachfolger Andreas Rammler zum Altbürgermeister und Ehrenbürger ernannt.

Amtsvorgänger ausgezeichnet

Sachsenkam: Altbürgermeister-Titel und Ehrenbürgerwürde für Hans Schneil

Mit der doppelten Würdigung, die ihm nun in einer Sondersitzung des Gemeinderats zuteil wurde, hatte Hans Schneil, der ehemalige Bürgermeister von Sachsenkam, nicht gerechnet.

Sachsenkam – Als „Sondersitzung“ des Gemeinderats war sie angekündigt, eigentlich handle es sich aber um eine „besondere Sitzung“, sagte Sachsenkams Bürgermeister Andreas Rammler einleitend. Er hatte die Ehre, verdiente Gemeinderäte und seinen Amtsvorgänger Hans Schneil aus der kommunalpolitischen Arbeit zu verabschieden. Vor einem Jahr sei dies aufgrund der Corona-Fallzahlen nicht möglich gewesen. Besonders freute es Rammler, dass auch Altbürgermeister und Ehrenbürger Max Gast an der Sitzung teilnahm.

Für die Arbeit im Gemeinderat stellen die Ehrenamtlichen viele private Interessen zurück

Petra Kronwitter, Evi Norman, Martin März und Sepp (Pauli) Riesch waren nach der Kommunalwahl im März 2020 ausgeschieden. Wie alle anderen Mandatsträger auch „habt Ihr persönliche Interessen hinten angestellt und euch für das Gemeinwohl engagiert“, sagte Rammler. „Kommunalpolitik ist eine sehr intensive Form der Politik. Was wir beschließen, ist unmittelbar sichtbar und spürbar.“ Oft würden in Berlin und München medienwirksam Beschlüsse gefasst, die in den Kommunen nachher ausgebadet werden müssen. Ohne Aufgabe von privaten Interessen und Hobbys sei die kommunalpolitische Arbeit nicht zu bewältigen. Schließlich müsse man sich mit den anstehenden Entscheidungen auseinandersetzen, Aktenberge durcharbeiten und sich Informationen einholen. „Ich bin überzeugt, dass sich eure Arbeit gelohnt hat. Dafür bedanke ich mich im Namen der Sachsenkamer sehr herzlich.“

Wurden zum Abschied geehrt: Die ausgeschiedenen Gemeinderatsmitglieder (v. li.) Martin März, Evi Norman, Petra Kronwitter und Sepp (Pauli) Riesch.

Petra Kronwitter gehörte 18 Jahre dem Gemeinderat an und engagierte sich besonders für die Jugendarbeit. Gleichzeitig habe sie viele Dinge – angefangen vom Hobbymarkt bis zu den Ramadama-Aktionen – auf den Weg gebracht. Die Seniorenarbeit war das Aufgabengebiet von Evi Norman, die sechs Jahre im Gemeinderat saß. „Du hast viele Hilfestellungen gegeben, von denen nicht viel in die Öffentlichkeit gedrungen ist“, erinnerte Rammler. Bei Sepp (Pauli) Riesch, der ebenfalls sechs Jahre im Gemeinderat war, hob Rammler die ruhige und besonnene Art hervor und erinnerte an dessen Einsatz bei der Verkehrssicherung der Hawe-Kreuzung.

Kommunale Dankurkunde vom Innenminister

„Herr der gemeindlichen Waldungen und Bindeglied zur Landwirtschaft“ war Martin März, der 18 Jahre dem Ratsgremium angehörte. Rammler dankte ihm ganz besonders für seinen gewissenhaften Einsatz als Waldbeauftragter.

Unter dem Beifall des Ratsgremiums überreichte Rammler den Geehrten ein Wappen der Gemeinde. Petra Kronwitter und Martin März erhielten außerdem eine von Innenminister Joachim Hermann unterzeichnete kommunale Dankurkunde.

„Aus tiefster Überzeugung und mit Leidenschaft Politik für die Menschen gemacht“

Als „besonders beeindruckend“ beschrieb Rammler den kommunalpolitischen Werdegang seines Amtsvorgängers Hans Schneil, der 1978 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt worden war und dies bei jeder Wahl wiederholen konnte. 2008 und 2014 wählten ihn die Sachsenkamer zum Bürgermeister. „Die Menschen in Sachsenkam haben stets gespürt, dass du aus tiefster Überzeugung und Leidenschaft Politik für die Menschen vor Ort gemacht und damit die Zukunft unseres Ortes gestaltet hast.“ Von den vielen Projekten, die Schneil initiiert und umgesetzt hat, griff Rammler den Bau des „Hauses für Kinder“ heraus. „Dies wird untrennbar mit deinem Namen und deiner Amtszeit in Verbindung gebracht werden“, betonte das Gemeindeoberhaupt. „Im Zeichen des Dankes, der Anerkennung und Wertschätzung der Verdienste um die Gemeinde verleihe ich dir die Ehrenbezeichnung Altbürgermeister und freue mich ganz besonders, dich gleichzeitig zum Ehrenbürger unserer schönen Gemeinde ernennen zu dürfen“, sagte Rammler und übergab unter anhaltenden Beifall eine Ehrenurkunde.

Der Geehrte zeigte sich überrascht. Die Verleihung des Titels Altbürgermeister sei noch vorstellbar gewesen. „Ehrenbürger ist schon etwas ganz Besonderes“, bedankte er sich für die hohe Auszeichnung. Er nahm die Gelegenheit wahr, um sich seinerseits bei allen, die ihn bei seinem kommunalpolitischen Wirken begleitet haben, zu bedanken.

Von Günter Platschek

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare