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Das 400-jährige Bestehen des Klosters Reutberg wird heuer gefeiert. Die Festlichkeiten und die mittlerweile gesicherte Finanzierung der Kirchensanierung können aber nicht über die insgesamt unsichere Zukunft hinwegtäuschen.

Kirchensanierung steht kurz bevor

Aussichten fürs Kloster Reutberg: Heiter bis wolkig

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Rund ums Kloster Reutberg stehen endlich wieder positive Nachrichten im Vordergrund: Die Vorbereitungen für die Kirchensanierung schreiten voran, und heuer stehen mit der Schützenwallfahrt und dem Jubiläum große Feierlichkeiten an. Das Grundproblem aber bleibt.

Sachsenkam– Des 95. Todestags von Schwester Fidelis Weiss gedachten am Sonntag die Gläubigen in der Reutberger Klosterkirche. Der stockende Seligsprechungsprozess für Fidelis ist einer der Punkte, bei dem die Freunde des Klosters in der Schwebe hängen. In manch anderer Hinsicht dagegen sind die Signale nach langer Unsicherheit mittlerweile vielversprechend.

Das gilt für die ersehnte Sanierung der Klosterkirche. Die Planungen werden konkreter, auch wenn Bettina Göbner, Pressesprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats, auf Anfrage noch keinen Baubeginn nennen kann. Doch sie hat Fortschritte zu vermelden: „Die Detail-Untersuchungen im Inneren, zu Raumschale und Ausstattung, sind jetzt abgeschlossen“, erklärt sie. „Gerade sind wir dabei, mit dem Denkmalschutz ein Konzept für den Ablauf abzustimmen, und hoffen, in den nächsten Wochen zu einem Abschluss zu kommen.“ Was noch ausstehe, seien weitere Untersuchungen für die Außensanierung, konkret zu Statik und Gebäudetechnik. Erst danach lasse sich ein Gesamtfahrplan aufstellen. Man werde außen beginnen und sich nach „nach innen zu den feineren Restaurierungen vorarbeiten“. Heuer gehe es wohl nicht mehr los.

Innensanierung dank Zuschüssen und Spenden gesichert

Die Gesamtkosten sind auf 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Wie berichtet kommt das Ordinariat für die Außensanierung auf. Rund eine Million Euro für die Innensanierung muss das Kloster selbst aufbringen. Diese Summe ist nach jahrelangen Bemühungen mittlerweile gesichert. Allein 225 000 Euro fließen aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Die Bayerische Landesstiftung beteiligt sich mit 130 000 Euro, der Bezirk Oberbayern übernimmt 50 000 Euro.

Einen großen Anteil hat zudem der Verein „Freunde des Klosters Reutberg“, der unermüdlich die Spendentrommel rührt und laut seinem Vorsitzenden Gerald Ohlbaum etwa 200 000 Euro beisteuern kann. Ein Ansatz ist dabei das Angebot, dass Spender Patenschaften für die Sanierung einzelner Kunstwerke übernehmen. Ab 100 bis 150 Euro können Interessierte die Wiederherstellung von Kleinobjekten sichern, für 700 die einer Putte – das geht weiter bis hinauf zu 45 000 Euro für einen Seitenaltar. Letzterer sei noch „komplett zu haben“, erklärt Ohlbaum. Insgesamt aber laufe diese Aktion „sehr erfreulich“. Größere Beiträge zwischen 1000 bis 4000 Euro seien in der Regel von Firmen gekommen, auch eine Patenschaft für 25 000 Euro sei – „auf zwei Streiche“ – vergeben worden. Die Spender werden zum Dank auf einer Tafel verewigt.

Darüber hinaus sammeln die Freunde des Klosters bei kulturellen Veranstaltungen Geld ein. Und das geht weiter, denn Unterstützung ist stets erwünscht. „Unsere nächste Veranstaltung ist ein Konzert mit dem Zither Manä am 3. März im Klosterbräustüberl“, berichtet Ohlbaum.

In Reutberg stehen in diesem Jahr noch größere Ereignisse an. Da ist zum einen die Schützenwallfahrt am 19. August, ausgerichtet von den sieben Isarwinkler Gebirgsschützenkompanien. Dazu wird ein Festzelt aufgestellt, 1000 bis 1500 Teilnehmer werden erwartet.

Für 29./30. September sind dann Feierlichkeiten zum 400-jährigen Bestehen des Klosters geplant. In welcher Form, das steht jedoch noch nicht fest. „Die Planungen laufen noch – es soll natürlich etwas dem Anlass Entsprechendes sein“, erklärt dazu Bettina Göbner vom Ordinariat.

Die anstehenden Feierlichkeiten und die guten Nachrichten zur Kirchensanierung können freilich nicht über die weiter unsichere Zukunft des Klosters hinwegtäuschen. Nur noch zwei Schwestern leben dort. Das Ende des Franziskanerinnen-Konvents ist absehbar. Das Ordinariat bemüht sich seit einiger Zeit, eine Priestergemeinschaft anzusiedeln. Dies hätte den zusätzlichen Vorteil, dass diese Priester in der Umgebung in der Seelsorge aushelfen könnten. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich laut Göbner dazu aber noch nichts Näheres sagen.

Schwester Fidelis fehlt ein Wunder zur Seligsprechung

Im Verhältnis dazu in den Hintergrund gerückt ist da die Frage der Seligsprechung von Schwester Fidelis Weiss (1882-1923). „Wir würden uns wünschen, dass diese Sache zu einem vernünftigen Abschluss kommt“, sagt Ohlbaum. Ein „Meilenstein“, so Ohlbaum, wurde bereits 2007 erreicht: die Zuerkennung des „heroischen Tugendgrads“, also eine Art Vorstufe zur Seligsprechung. Doch der zur Seligsprechung nötige Nachweis eines Wunders lässt auf sich warten. Laut Ohlbaum wurde zwar einmal von einem Wunder berichtet, das sich aber letztlich nicht eindeutig Fidelis zuordnen ließ. Der geheilte Kranke hatte nicht allein zu der Sachsenkamer Schwester gebetet.

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