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„Hunde dürfen nicht ins Wasser“: Diese Infotafel weist auf das Badeverbot für Vierbeiner im Kirchsee hin. 

Im Tölzer Land

Badeseen: Hunde müssen draußen bleiben

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An heißen Sommertagen möchten sich auch Hunde gerne im Wasser abkühlen. Das ist aber gar nicht so einfach: In vielen Seen ist Tieren das Baden nicht gestattet.

Bad Tölz-Wolfratshausen Hundebesitzer in Erding und Umgebung setzen sich derzeit dafür ein, dass das dort geltende Badeverbot für ihre Vierbeiner gelockert wird. Ein allgemeines Verbot gibt es hier im Landkreis nicht, heißt es auf Nachfrage beim Landratsamt. Trotzdem ist nicht an vielen Gewässern das Baden mit Hunden erlaubt.

„An den Badeplätzen am Starnberger See ist das Mitbringen von Hunden in der Sommerzeit nicht gestattet“, sagt Josef Limm, Bauamtsleiter der Gemeinde Münsing. Entsprechende Nutzungsbedingungen in Ammerland machen die Gäste darauf aufmerksam. „Im Großen und Ganzen wird das angenommen, nur ganz vereinzelt kommt es zu Konflikten.“

Dagegen musste sich Sachsenkam gerade kürzlich mit einer Anfrage beschäftigen: Ein Hundehalter hatte zunächst bei der Regierung von Oberbayern angefragt, warum es am Kirchsee ein Badeverbot für Hunde gebe. Über das Landratsamt landete die Anfrage auf dem Tisch von Josef Wagner, Geschäftsstellenleiter der VG. „Bei uns ist es eindeutig geregelt: Seit 1976 gibt es eine Verordnung, in der dieses Verbot drinsteht.“ Vom 15. Mai bis 15. September ist es demnach nicht gestattet, den See mit Segelboten oder Windsurfbrettern zu befahren. Zudem dürfen Tiere aller Art den Kirchsee in diesem Zeitraum nicht betreten, darin gereinigt oder getränkt werden. „Es gibt eine eigene Beschilderung“, sagt Wagner.

Hintergrund der Verordnung ist zum einen, dass es sich beim Kirchsee um ein besonderes Naturschutzgebiet handelt. Zum anderen, so Wagner, wolle man Rücksicht auf die Badegäste nehmen. „Früher ist es schon manchmal vorgekommen, dass Reiter samt Pferden in den See gegangen sind.“ Zur Beschwerde des Hundehalters am Kirchsee nahm die Gemeinde Sachsenkam übrigens Stellung mit Verweis auf die geltende Verordnung. Generell werde diese schon angenommen. „Natürlich gibt es schwarze Schafe“, sagt Wagner. „Aber bei den meisten hat es sich herumgesprochen“ – und sie halten sich daran.

Hin und wieder landen bei Nicole Lutterer Beschwerden. „Wenn sich etwa Leute von Hunden belästigt oder bedroht fühlen“, sagt die Geschäftsleiterin der Gemeinde Kochel am See, die zugleich Leiterin des Ordnungsamts ist. Im gesamten Ortsgebiet gilt, dass große Hunde angeleint werden müssen. Für den Walchensee gilt zudem ein Badeverbot für Tiere – weil es sich hierbei um ein Landschaftsschutzgebiet handelt. Dieses stammt bereits aus dem Jahr 1982. Darin steht auch, dass bei einem Verstoß gegen die Verordnung Bußgelder bis zu 10 000 DM möglich sind, sollte jemand „Tiere den See betreten oder im See schwimmen“ lassen.

Hundehalterin und Tölzer Stadträtin Camilla Plöckl hält totale Verbote für „überdreht“. Denn auch die Vierbeiner wollen gerne mal ins Wasser, vor allem, wenn es heiß ist. „Aber ich verstehe es, wenn Badeverbote erlassen werden.“ Denn manche Hundebesitzer würden zu wenig Rücksicht nehmen. „Wenn manche ihre großen, nassen Hunde zwischen den Leuten durchlaufen lassen, dann schäme ich mich ein bisschen.“ Sie selber suche mit ihrem Vierbeiner gerne Plätze am Wasser auf – aber dort, wo niemand anderes ist. „Und wenn doch mal wer kommt, frage ich, ob es stört, wenn mein Hund ins Wasser geht.“

Plöckl fände statt Verboten Aufklärung besser: „Dass man den Hundehaltern erklärt, dass sie eben nicht zur Hauptbadezeit mit ihren Tieren ans Wasser gehen oder irgendwo, wo es niemanden stört.“ Aber auch auf die Vierbeiner könnte zugegangen werden: „Es wäre schön wenn für Hunde an manchen Seen ein eigenes Platzerl ausgewiesen würde.“

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