Kiesabbau
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Kies in größerem Stil möchte ein Unternehmer nahe dem Kirchseemoor abbauen (Symbolbild).

Gemeinde stellt sich gegen die geplante Grube nahe dem Kirchseemoor

Gemeinde Sachsenkam wehrt sich gegen Kiesabbau

Der Gemeinderat Sachsenkam ist skeptisch. Nahe dem Kirchseemoor möchte ein Unternehmer Kies abbauen - und zwar im großen Stil.

Sachsenkam – Der Baggerbetrieb Matheis möchte im Waldbereich der Kreisstraße 12 kurz vor dem Kirchseemoor zwischen Sachsenkam und Kirchbichl Kies abbauen. Und zwar im großen Stil. Über 168 000 Kubikmeter Kies sollen entnommen und die Grube später wieder verfüllt werden. Das sei etwa die dreifache Kiesmenge wie bei einer anderen, östlich gelegenen Abbaustelle, wurde in der jüngsten Sachsenkamer Gemeinderatssitzung vorgerechnet.

Gemeinderat sieht Probleme bei der Zufahrt

Die Zufahrt zur Abbaustelle soll laut Antrag über einen Wirtschaftsweg erschlossen werden. Dieser mündet später an einer, wie im Gemeinderat moniert wurde, unübersichtlichen Stelle in die Kreisstraße. Eine Einfahrt ist nur in Richtung Sachsenkam möglich, An- und Abtransport in Richtung Kirchbichl nicht möglich. Damit sind nach Ansicht des Gemeinderats die Probleme vorprogrammiert, da die Einfahrt in den Ort Sachsenkam von Westen kommend sehr eng ist und im Begegnungsverkehr auf Privatgrundstücke ausgewichen werden muss. Darüber, sowie über Lärm und Staub und über die Gefährdung von Fußgängern und Schulkindern haben sich Anlieger bei der Genehmigung der bestehenden Kiesgrube im Einfahrtsbereich des Waldstücks massiv beschwert. Die damalige gemeindliche Auflage, den Kies und das Wiederverfüllmaterial in Richtung Westen abzutransportieren, war im Genehmigungsverfahren durch das Landratsamt nicht berücksichtigt worden. „Die Belastung für das Dorf wäre enorm“, fasste Bürgermeister Andreas Rammler den Sachverhalt zusammen.

Gemeinderat lehnt Antrag einstimmig ab

„Diesen Fehler dürfen wir nicht noch einmal machen“, meinte Franz Lettner und brachte damit die Wortmeldungen auf einen Punkt. Matthias Thumfart wies auf die Möglichkeit einer gezielten Regelung für den Kiesabbau hin, wodurch nur in bestimmten Bereichen einer Gemeinde Kies geschürft werden dürfe. Auf eine mögliche Beeinträchtigung einer FFH-Fläche auf der Nordseite der Kreisstraße wies Maria Demmel hin.

Gegen einen Abbau spricht nach Ansicht des Gemeinderats auch die Tatsache, dass der Zufahrtsweg als öffentlicher Feld- und Waldweg gewidmet ist. Es bestehen deshalb erhebliche Zweifel, ob die Erschließung ausreichend und der Weg gewerblich genutzt werden darf. Entsprechende Urteile gebe es dazu bereits, so Rammler. Die gemeindliche Kiesgrube, die in unmittelbarer Nähe liegt, als Bezugsfall zu verwenden, sei nicht zulässig, da hier kein Gewerbe ausgeführt wird und sich die An- und Abfahrten über Monate verteilen. Vorsorglich habe er aber auch im Landratsamt nachgefragt, ob ein Abtransport in Richtung Süden möglich wäre. Dies werde allein schon aus Naturschutzgründen als sehr kritisch betrachtet. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme abgelehnt.  ps

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