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Die Sachsenkamer Halle wurde gestern von Landrat Josef Niedermaier (2. v. li.) und Abteilungsleiter Wolfgang Krause (re.) offiziell dem Sportverein zurückgegeben. Darüber freuten sich SV-Chef Fritz Kropius (li.) und Bürgermeister Hans Schneil.

Halle gehört wieder den Sportlern

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Sachsenkam - Die Asylbewerber-Unterbringung in Sachsenkam ist beendet.

Immer wieder hatte das Landratsamt in den vergangenen Monaten Turnhallen belegen müssen, weil die Unterkünfte für Asylbewerber einfach nicht mehr ausreichten. Umso mehr freute sich Landrat Josef Niedermaier über den Termin am Freitagnachmittag, als er die Sachsenkamer Turnhalle offiziell wieder dem Sportverein zurückgeben konnte. 

Ab Oktober hatten knapp 40 Asylbewerber an der Kirchstraße ein Obdach gefunden. „Wir hatten vor der Belegung der ersten Halle schon ein bisschen Bammel“, bekannte Niedermaier gestern. Man habe ja in umliegenden Landkreises gesehen, welche Probleme in engen Hallen entstehen können. „Ganz wohl war uns also nicht.“ Doch Sachsenkam – die drittkleinste Gemeinde im Landkreis – meisterte die Herausforderung mit Bravour. „Die haben uns kräftig überrascht“, so Niedermaier. Es sei ein völlig reibungsloses Miteinander gewesen – „und das erleben wir im Landkreis leider auch anders“. 

Bürgermeister Hans Schneil bestätigte das. „Es ist alles gut gelaufen.“ Das sei zum großen Teil der Verdienst des engagierten Helferkreises, aber letztlich habe das ganze Dorf mitgezogen. „Es hat keine Differenzen gegeben.“ Auch die anfangs befürchteten Austritte aus dem Sportverein seien ausgeblieben, bekräftigte SV-Vorstand Fritz Kropius. Anfangs habe es natürlich die Angst gegeben, dass die Halle auch dann nicht geräumt wird, wenn die Gemeinde Alternativen findet. Aber das Landratsamt hielt sein Versprechen: Als die Mobilheime am Kranzer, die die Gemeinde Sachsenkam gemeinsam mit Reichersbeuern und Greiling gekauft hat, bezogen werden konnten, wurde die Halle geleert. „Das war uns wichtig“, betont Landratsamts-Abteilungsleiter Wolfgang Krause. 

Zurück bleiben nur ein paar Schraubenlöcher

Die Halle habe durch die Belegung auch nicht gelitten, sagte Niedermaier. Kropius nickte: „Zurückgeblieben sind nur ein paar Schraubenlöcher. Aber die sieht man nicht, wenn man es nicht weiß.“ Tatsächlich habe die Gemeinde in einer Hinsicht sogar profitiert, ergänzte Schneil: Um den Brandschutz sicherzustellen, bekam die Halle die dringend benötigte weitere Fluchttür. Niedermaier verband den Termin gestern mit „einem großen Dankeschön an die Gemeinde und den Sportverein“. Dessen Abteilungen können nun wieder in ihr altes Domizil ziehen. „,Jetzt samma wieder dahoam‘, hat eines unserer Kinder aus dem Mutter-Kind-Turnen gesagt“, berichtete Kropius schmunzelnd. 

Die nächsten Turnhallen, die der Landkreis den Sportlern zurückgeben wird, sind die der Geretsrieder Mittelschule und des Tölzer Gymnasiums. Die dienen derzeit noch im Zuge des Notfallplans als Erstaufnahmeeinrichtungen. „Die Rückgabe ist für 12. März geplant“, sagte Niedermaier. Für die anderen belegten Hallen gilt, dass sie geräumt werden, „wenn wir Alternativen in der Gemeinde haben“, so Niedermaier. In Königsdorf (Stockschützenghalle) beispielsweise sei gerade eine Unterkunft im Bau. In Icking (Gymnasiumshalle) laufen zumindest schon einmal Planungen.

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