Sechs Männer attackieren 16-Jährige sexuell - fast ein Jahr später veröffentlicht die Polizei Fahndungsfotos

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Auf die Details kommt es an: Der Sachsenkamer Hubert Pölt z eigt mit Vergnügen seine Krippe. In Spitzenjahren führte er über 320 Gäste in sein Wohnzimmer. 

Interview

Hubert Pölt ist verrückt nach Krippenbau - und hat für sein Hobby oft den Familienfrieden riskiert

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Sie ist der Höhepunkt des Sachsenkamer Krippenwegs: die Krippe von Hubert Pölt. Um die über sechs Quadratmeter große Krippe ranken sich viele Geschichten, wie Pölt im Interview erzählt.

Wie viele Besuchergruppen haben Sie schon durch Ihr Wohnzimmer geführt?

Als es den Krippenweg das erste Mal gab, habe ich in einer Saison 324 Leute in die Wohnung gelassen. Das war das besucherstärkste Jahr.

Wie lange brauchen Sie zum Aufbauen?

Wir arbeiten vier bis fünf Tage von morgens bis 21.30 Uhr daran. Nur der Felsen und der Bach bleiben fest, der Rest verändert sich. Das Gelände besteht aus einem Fliegengitter, unter dem sich Styropor befindet. Mit Papier kann ich jedes Mal ein neues Gelände modellieren.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, solch eine außergewöhnliche Krippe zu bauen?

Angefangen hat es 1961. Damals habe ich meine ersten Figuren bekommen, die Heilige Familie. Zwischen 1961 und 1963 habe ich weitere Figuren gekauft, den Verkündigungsengel und den Hirten. Die haben ein Vermögen gekostet. Vom Gesichtsausdruck sind das aber die schönsten Figuren, die ich je gekauft habe. Meine Frau hat sie angezogen. Die Schafe habe ich von der Holzschnitzerei Demmel bekommen. Das Werkzeug und den Stall habe ich selbst gemacht.

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Was war am aufwändigsten?

Eindeutig der Stall. An den habe ich gut zweieinhalb Monate gearbeitet. Er hat 780 Schindeln auf dem Dach. Die habe ich selbst runtergehauen. In dem ganzen Stall ist kein Nagel, alle Schindeln sind mit Zapfen verbunden. Da hängt brutal viel Arbeit dran. Ein Beispiel: Die Stube sieht man kaum, aber sie ist voll eingerichtet. Man kann zum Beispiel einstellen, ob der Ofen mehr oder weniger hell brennt. Auf dem Ofen ist eine Pfanne. Da liegen eine Scheibe Leberkas und ein Spiegelei drin. Lauter so Feinheiten.
Das Werkzeug ist aus massivem Stahl. Die Sensen und Sägen haben eine scharfe Klinge, mit der Wiegsäge könnte man was umschneiden. Das hängt mit meinem Beruf zusammen – ich bin gelernter Maschinenbauer.

Bach überflutet Wohnzimmerteppich

Außergewöhnlich ist auch der Bach, der durch die Krippe fließt.

Der Bach – oh mei, oh mei. Eine Katastrophe. Was ich da schon für Überschwemmungen gehabt habe. Einmal habe ich das Wohnzimmer unter Wasser gesetzt. Ein Behälter war nicht geschlossen, da habe ich 27 Liter Wasser auf den Teppich gepumpt. Da war die Hölle los. Der ganze Teppich war total vollgesaugt. Meine Schwiegermutter hat mich gefragt, ob ich noch ganz sauber bin. Da hätten sie mich beinahe aus der Wohnung rausgeschmissen. Mit meinen Wasserspielen – was ich da schon alles unter Wasser gesetzt habe...

Was um Himmels willen ist noch passiert?

Mal war dieses nicht dicht und mal jenes. Mal ist das Wasser nicht mehr in den Brunnen gelaufen. Im See ist plötzlich kein Wasser mehr drin. Da hab’ ich mir gedacht: Was ist denn jetzt los? Da habe ich gemerkt, dass das ganze Wasser ins Moos läuft. Das Moos hat eine Kapillarwirkung, es hat das ganze Wasser abgezogen. Alles war waschelnass. Mit dem Wasser hatte ich oft die helle Freude.

Ich habe gehört, dass in dem Teich früher sogar Fische geschwommen sind.

Das stimmt. Früher waren echte Fische drin. Erst zwei Goldfische, dann vier. Die haben sich aber immer unter den Steinen versteckt. Da hab’ ich mir gedacht: Das ist nichts. Also habe ich vier Schleierschwänze reingetan. Die sind immer ganz brav an der Oberfläche geschwommen. An einem Morgen habe ich die Fische gefüttert und bin in die Arbeit gegangen. Als ich am Abend heimgekommen bin, habe ich gesehen, dass das Futter noch immer da ist – aber kein Fisch. Ich hab die Steine weggetan. Nichts zu sehen. Da ist mir klar geworden: Unsere Katze hat alle Fische gefressen. Mit der Katze gab’s auch noch andere Erlebnisse.

Schwarze Pfote aus dem Fensterkreuz erschrickt Pölt zu Tode

Zum Beispiel?

Einmal haben wir die Katze vier Stunden lang gesucht, und wir haben sie einfach nicht gefunden. Da schau ich zur Krippe, und plötzlich kommt eine schwarze Pfote aus dem Fensterkreuz raus. Mei bin ich erschrocken. Ich hab’ mir gedacht, da kommt der Teufel höchstpersönlich raus. Der Stall ist von Dachrinne zu Dachrinne 1,20 Meter lang. Da hat sie locker drin Platz gehabt.

In der Krippe befinden sich auch einige große Steine. Wo kommen die her?

Einer stammt vom Wendelstein. Er sieht aus wie ein Drachenkopf. Als ich ihn gesehen habe, habe ich mir gedacht: Den brauch’ ich unbedingt. Also hab’ ich ihn runtergetragen. Der Hund war schwer. Ich hab’ mir gedacht, der bricht mir das Kreuz ab.

Woher stammen die Kulissen?

Die Kulissen hat Michael Frenzel gemalt hat, sie sind der Hammer. Ich hab ihm Papier und Bleistift hergerichtet, damit er sich was aufzeichnen kann. Ihm hat es aber pressiert. Er ist nur reingegangen und hat gefragt: ,Was willst Du haben?‘ Ich hab gesagt Berge und ein bisserl Schnee. Ich hab’ ihm Platten vorbeigebracht. Als ich sie abgeholt habe, bin ich erschrocken. Ich hab’ mir gedacht: Was hat der denn gemalt? Damit kann ich nicht viel anfangen. Ich hab’ die Platten trotzdem hingestellt. Dann habe ich gemerkt: er ist ein Bühnenmaler. Er hat eine ganz andere Vorstellung. Abends wenn ich dasitze und das Licht runterdrehe, dann ist das richtig schön, wie das Krippen-Gelände in die gemalte Landschaft und die Berge übergeht. Fantastisch.

Denken Sie darüber nach, die Krippe noch weiter zu vergrößern?

Ich wollte. Der Kulissen-Maler hat mir gesagt, dass man das Gelände noch locker zwei Meter größer machen könnte. Im Keller hätte ich noch einiges. Meine Frau hat aber gesagt: Wenn ich noch einen Zentimeter weiterbaue, kann ich mich mit meiner Krippe schleichen. Also hab ich gesagt: Gut, es ist Schluss. Als wir noch in Föching gewohnt haben, konnte meine Schwiegermutter nicht mehr auf den Fernseher hinschauen. Also hab’ ich den Fernseher dann freigeschnitten. Irgendwie verrückt. Aber so ist es eben.

Geführte Wanderung am kommenden Freitag

Die nächste und letzte geführte Krippenwanderung findet am Freitag, 4. Januar, statt. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr an der Pfarrkirche. Dies ist die einzige Möglichkeit, sich die außergewöhnliche Krippe im Wohnzimmer von Hubert Pölt anzusehen.

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