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Letzter Gottesdienst

Josef Beheim nimmt Abschied vom Reutberg

Abschied vom Reutberg: Monsignore Josef Beheim hat am Samstag seinen vorerst letzten Gottesdienst in der Klosterkirche gefeiert. Der langjährige Spiritual kehrt zurück in seine Heimat Mainz.

Sachsenkam Eine zehnjährige Lebensetappe ist zu Ende, eine neue beginnt: Am Samstag wurde Monsignore Josef Beheim mit viel Herzlichkeit aus seinem Amt als Spiritual des Klosters Reutberg und zugleich in einen neuen Lebensabschnitt in seiner alten Heimat Mainz verabschiedet.

Viele Gläubige waren an diesem Vormittag in die Klosterkirche gekommen, wo Beheim zusammen mit dem Sachsenkamer Ortspfarrer Jiri Tesar und der musikalischen Umrahmung des örtlichen Männergesangsvereins seinen Abschiedsgottesdienst feierte. Im Anschluss gab es im „Bräustüberl“ noch ein Beisammensein, zu dem Beheim eingeladen hatte.

Dass die Umstände, die den beliebten Ruhestands-Seelsorger zum Weggang veranlasst haben, im Umfeld des Reutbergs für absolutes Unverständnis und große Verärgerung gesorgt haben, kam am Samstag deutlich zum Ausdruck. Das Ordinariat hatte Beheim im Frühjahr völlig unerwartet von seinem ehrenamtlichen Dienst entpflichtet. Das Erzbistum begründete die Entpflichtung seinerzeit damit, dass Beheim dies selbst so gewünscht habe. Der Spiritual wiederum hatte diese Behauptung als unwahr zurückgewiesen. Aufgrund der öffentlichen Empörung ließ die Obrigkeit in München dem Geistlichen daraufhin zwar die Wahl, zu bleiben, die Entpflichtung und den Entzug der Befugnisse über die geistlichen Tätigkeiten am Reutberg machte sie aber nicht rückgängig.

Dass diese Geschehnisse für Beheim verletzend und enttäuschend gewesen seien und ihn schließlich auch zur Aufgabe seines Amtes bewegt hätten, sei nachvollziehbar, stellten der Sachsenkamer Bürgermeister Hans Schneil und Gerald Ohlbaum, Vorsitzender des Fördervereins „Freunde des Klosters Reutberg“, fest. Man lasse ihn ungern gehen und hoffe, „dass Sie uns bald besuchen kommen“, so Schneil.

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Für sein unermüdliches Wirken wolle man Danke sagen: „Jeden Tag ein Gottesdienst, wo gibt es das schon noch?“ Dazu kamen Trauungen, Taufen, Andachten, Einkehr- und Besinnungstage, Fahrzeugsegnungen und unzählige Kirchenführungen, wie Ohlbaum und in ähnlicher Weise auch Ortspfarrer Tesar anführten. Der Förderverein habe außerdem mit Beheims fachkundiger Begleitung einige eindrucksvolle Pilgerreisen unternommen. Und nicht zuletzt habe sein Engagement dem Erhalt des Klosters gegolten.

Beheim selbst bedankte sich in seiner Predigt für die Gemeinschaft, die ihm hier bei seinem „Dienst des Evangeliums“ zuteil geworden sei. Fünf Menschen habe er in die katholische Kirche aufnehmen können, die zuvor noch kaum etwas von Jesus gehört hatten. Dabei sei ihm bei seiner Einführung vor gut zehn Jahren bereits von mancher Seite gesagt worden, er brauche gar nicht alle seine Koffer auszupacken, „denn am Reutberg geht es nicht mehr lang“.

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Die jüngste Entwicklung um die Zukunft des Klosters sah der 75-Jährige zuversichtlich. Die sogenannte „Sachsenkamer Gruppe“ habe das Agieren des Ordinariats nicht weiter über sich ergehen lassen wollen und deshalb ein Gespräch mit den Verantwortlichen in Rom gesucht. „Es zeigte sich, dass dort der Reutberg noch gar nicht abgeschrieben ist.“ Es seien neue Wege entdeckt worden – „noch sind wir nicht am Ziel, aber erste Schritte sind gemacht, damit hier auch künftig geistliches Leben möglich ist.“

Er selbst werde nun in einer betreuten Wohnanlage in Mainz einen neuen Lebensabschnitt beginnen, aber im Gebet im Geiste mit dem Reutberg und den Menschen hier verbunden bleiben, sagte Beheim. Die Erinnerung an das Kirchseedorf aufrecht zu erhalten, war den Sachsenkamern auch wichtig gewesen bei der Auswahl der Abschiedsgeschenke, die Beheim überreicht bekam: Unter anderem gab’s eine Luftaufnahme von Reutberg, eine Landkreis-Chronik und einen Ehren-Bierkrug der Klosterbrauerei.Rosi Bauer

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