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Da waren sie noch zu dritt (v. li.) Schwester Maria Faustina, Sr. Maria Augustina und Sr. Maria Benedicta, die kürzlich nach Koblenz zurückgekehrt ist.

Zukunft ungewiss

Kloster Reutberg: Mit Sorgenfalten ins Jubiläumsjahr

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Auf dem Reutberg gibt es 2018 allen Grund zum Feiern. Das Kloster wird 400 Jahre alt. Die Zukunft des dortigen Ordenslebens ist aber nach wie vor ungewiss.

Sachsenkam – Die Zahl der Ordensschwestern im Kloster Reutberg ist im neuen Jahr geschrumpft. Schwester Maria Benedicta ist am vergangenen Sonntag abgereist. „Sie ist nach Koblenz in das Kloster der Klarissen-Kapuzinerinnen zurückgekehrt“, berichtet Bettina Gröbner von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats auf Nachfrage. „Schwester Benedicta hat die beiden Reutberger Ordensfrauen im letzten halben Jahr sehr gut unterstützt“, sagt Göbner. „Sie konnte aber nicht auf Dauer in Reutberg bleiben, da sie einem anderen Orden angehört.“

Unterstützung erhalten die in Reutberg verbliebenen Ordensfrauen Schwester Faustina und Schwester Augustina nun aus dem Kloster Erlkam in Holzkirchen. Die dortigen Dillinger-Franziskanerinnen stellen eine Mitschwester ab. „Sie kommt künftig an zwei Tagen pro Woche nach Reutberg und hilft den beiden Schwestern“, sagt Göbner. Das sei mit Erlkam abgesprochen. Göbner ist zuversichtlich, „dass das sehr gut klappen wird“. Man tue alles, um die Zukunft der Reutberger Ordensfrauen gut zu gestalten. Dennoch müsse man sich im Klaren sein, dass das Ende des Franzsikanerinnen-Konvents absehbar sei. „Das Kloster wird sich eines Tages auflösen.“ Es habe mangels Nachwuchs keine Zukunft.

Beliebter Wallfahrtsort mit ungewisser Zukunft: Das Kloster Reutberg.

Es gab zwar eine Anfrage einer Frau, die in das Kloster eintreten wollte. Davon weiß auch Katrin Schöber, die seit 50 Jahren regelmäßig Gast in Reutberg ist. „Im Herbst 2017 hat sich eine Bewerberin für das Noviziat gemeldet“, berichtet sie der Heimatzeitung. „Am Reutberg gibt es aber keine Gemeinschaft, die die erforderliche Ausbildung übernehmen könnte“, stellt Göbner klar. Deshalb habe man die Anfrage nicht weiter verfolgen können.

Umso mehr richtet das Ordinariat sein Augenmerk darauf, eine Priestergemeinschaft für Reutberg anzuwerben. „Wir verfolgen dieses Vorhaben schon seit einiger Zeit“, versichert Göbner. Das Ziel sei, Priester zu gewinnen, die in der näheren Umgebung des Reutbergs in der Seelsorge mitarbeiten können. Details zu der Priestergemeinschaft könne das Ordinariat allerdings noch nicht nennen.

Diese Pläne waren erstmals bei einem Zusammentreffen mit Vertretern des Reutberger Freundeskreises Ende November 2017 bekannt geworden und von Sachsenkamer Seite sehr begrüßt worden (wir haben berichtet).

Die Klosterkirche Reutberg ist für viele Gläubige ein wichtiger Wallfahrtsort. Das hat sich nach Einschätzung von Kathrin Schöber wieder an Weihnachten gezeigt. Allein am Stephanitag sind demnach 100 Gläubige gekommen, „um sich den Segen des Reutberger Jesuleins spenden zu lassen“. Die Figur gilt als Gnadenkind, da es 100 Jahre in Bethlehem verehrt wurde, bevor es 1743 nach Reutberg kam. Heute noch werden die Reutberger „Fatschenkinder“ verehrt.

Das Reutberger Jesuskind wird von vielen Gläubigen verehrt.

Reutberg begeht 2018 das 400-jährige Bestehen des Klosters. Das soll laut Ordinariat groß gefeiert werden. Einzelheiten stehen laut Göbner aber noch nicht fest. Ein weiteres wichtiges Datum im neuen Jahr ist der 95. Todestag von Schwester Fidelis Weiß. Sie starb am 11. Februar 1923 im Ruf einer Heiligen. Der bereits 1936 eröffnete Seligsprechungsprozess der Ordensfrau dauert weiter an.

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