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Wie sieht die Zukunft des Reutberger Klosters aus? Bei dieser Frage sind die Ansichten zwischen Sachsenkam und München gespalten.

Kirche: „Vorwurf ist absurd“

Kloster Reutberg vor Auflösung: Bürgermeister erhebt schwere Vorwürfe gegen Ordinariat

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Das Ordinariat forciert die Auflösung des Reutberger Klosters, um den großen Besitz einzukassieren: So sieht es Sachsenkams Bürgermeister Hans Schneil. Die Antwort aus München: „Der Vorwurf ist absurd.“

Sachsenkam – Nicht nur Markus Söder – auch der Sachsenkamer Bürgermeister Hans Schneil nutzte die große Bühne im Reutberger Bierzelt. Er kritisierte die drohende Auflösung des Klosters Reutberg. Klare Worte schickte Schneil vor etwa 1300 Menschen im Zelt in Richtung des Erzbischöflichen Ordinariats. „Wir haben ein 25-seitiges Konzeptpapier, in dem wir Alternativen für den Erhalt des Klosters aufzeigen, eingereicht. Aber dazu schweigt das Ordinariat“, sagte er. Das Papier mit Vorschlägen für die künftige Nutzung der Räumlichkeiten stammt von Ulrich Rührmair, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderats.

Hans Schneil, Bürgermeister von Sachsenkam.

Seit einem Jahr sei man laut Schneil immer wieder im Gespräch mit den Münchner Kirchenvertretern, aber es komme nichts dabei heraus. „Das Ordinariat hält sich an Paragrafen fest.“ Der Bürgermeister warf den Verantwortlichen vor, die Auflösung zu forcieren, um anschließend „den gesamten Klosterbesitz einzukassieren“. Dazu gehören nicht nur die verschiedenen Gebäude, sondern auch ein Waldstück und umliegende Ländereien. Ordinariats-Sprecherin Bettina Göbner sagt dazu: „Der Vorwurf ist absurd. Wir werden in das Kloster investieren, um es als geistlichen Ort zu erhalten.“ Schneil geht es vor allem darum, dass sich auch in Zukunft Schwestern in Reutberg niederlassen. In den Räumlichkeiten am Reutberg leben nur noch zwei Franziskanerinnen, eine davon ist hochbetagt. Eine öffentliche Aussage zur Zukunft des Klosters möchten die Schwestern nicht tätigen. Das Ende des Franziskaner-Konvents sei vorgezeichnet, sagt Göbner. Der Vatikan habe den Schwestern bereits 2013 mitgeteilt, dass die Auflösung des Konvents unvermeidlich sei. „Das bedeutet aber nicht das Ende des Klosters“, so Göbner. Klar ist: Nach der Auflösung fällt das Kloster und dessen Besitz an das Ordinariat. Dort bereite man laut Göbner bereits ein Konzept für die weitere Nutzung vor. Zum einen soll sich wie mehrmals berichtet eine Priestergemeinschaft ansiedeln, die auch die Seelsorge in der Region unterstützen soll. Zum anderen soll ein pastorales Zentrum mit dem Schwerpunkt auf Familienseelsorge aufgebaut werden. Denkbar sei, dass eine der Schwestern in Reutberg bleiben kann.

„Historische Entscheidung für die ganze Umgebung.“

Im Bierzelt bat Bürgermeister Schneil auch den neuen Ministerpräsidenten Söder um Unterstützung, indem er auf die Relevanz des Themas aufmerksam machte: „Das wird eine historische Entscheidung für die ganze Umgebung.“ 400 Jahre Tradition, so alt wird das Kloster in diesem Jahr, gelte es zu erhalten.

Die bisherigen Treffen mit Vertretern des Ordinariats verliefen laut Schneil „nicht auf Augenhöhe. Das gefällt mir nicht“, sagte er auf Nachfrage am Telefon. Voraussichtlich im Mai wird es wieder zu einem Gespräch in München kommen, an dem der Bürgermeister, Landrat Josef Niedermaier sowie Vertreter des Pfarrgemeinderats und des Vereins „Freunde des Klosters Reutberg“ teilnehmen sollen. „Wir wurden schon oft hingehalten“, sagt Schneil. „Wir haben jetzt um mehrere Terminvorschläge gebeten.“

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