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Inmitten internationaler Langstreckenprominenz: Nach 15 Kilometern läuft Thea Heim (Mi.) mit der Olympiateilnehmerin von Rio, Mayada al Sayad (li.) und der EM-Finalistin im Halbmarathon, Melina Tränkle (2. v. re.) in einer Gruppe.

Leichtathletik

Mit enormer Spurtstärke die eigene Bestzeit pulverisiert

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Die Sachsenkamer Langstreckenläuferin Thea Heim hat ihren ersten DM-Titel errungen: Mit der Mannschaft holte sie in Hannover Gold über die Halbmarathon-Distanz. 

Sachsenkam/HannoverThea Heim hatte gerade 21 Kilometer bei Sonnenschein und warmen 20 Grad hinter sich gebracht. Trotzdem strahlte sie von einem Ohr zum anderen und stand den vielen Gratulanten, Fans und Reportern so locker und gut gelaunt Rede und Antwort, als ob das ein Spaziergang gewesen wäre. Das Adrenalin im Körper half ihr wahrscheinlich dabei, die Anstrengung zu überspielen. Denn Thea Heim war mit ihrer Zeit bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften gerade sensationell auf den vierten Platz gelaufen. Zusammen mit ihren Teamkolleginnen von der LG Telis Finanz, Anja Scherl und Corinna Harrer, bedeutete das den Deutschen Meistertitel im Team. Für die junge Sachsenkamerin war es nach insgesamt sechsmal Bronze und Silber im Einzel und im Team der erste Deutsche Meistertitel bei den Frauen.

Höllisches Tempo von Mockenhaupt und Scherl 

„Jetzt ist die Medaillensammlung komplett“, freut sich Thea Heim über das Teamgold, das für Experten allerdings keine Überraschung war. Fast sensationell war jedoch die Leistung der Sachsenkamerin, die mit Platz vier mitten in die deutsche Langstreckenspitze lief. Bei diesen nationalen Meisterschaften, die im Rahmen des Hannover-Marathons stattfanden, waren nahezu alle deutschen Spitzenläuferinnen am Start. Für Heim, die bisher erst einen Halbmarathon absolvierte hatte, war es die Meisterschaftspremiere über diese Strecke.

Das Rennen war geprägt von dem Duell der beiden besten deutschen Langstrecklerinnen Sabrina Mockenhaupt (37) und Heims Teamkollegin Anja Scherl (30); die beiden trieben sich von Beginn an zu einem höllischen Tempo und setzten sich bereits nach wenigen Kilometern vom sich auseinanderziehenden Feld ab. Thea Heim ging das Rennen sehr überlegt an und hielt sich zurück. „Ich wusste, dass das Tempo der beiden zu hoch für mich sein würde. Mein Coach Norman Feiler und ich haben die taktische Marschroute festgelegt: sehr defensiv angehen, um den Rhythmus zu finden.“

Das gelang ihr sehr gut. Von Platz sieben arbeitete sie sich zunehmend nach vorne. Nach 15 Kilometern lief Heim zusammen mit der Olympiateilnehmerin von Rio de Janeiro, Mayada al Sayad, und der EM-Finalistin im Halbmarathon, Melina Tränkle, in einer Gruppe. Coach Feiler sah, dass es bei der Masterstudentin richtig rund lief: „Thea hat unsere Rennstrategie super umgesetzt. Als starke Mittelstreckenläuferin ist sie spurtstark. Da haben die gelernten Langstrecklerinnen kaum eine Chance.“

Diese enorme Spurtstärke setzte Heim auf den letzten 500 Metern ein, auf denen sie den beiden Kontrahentinnen davonzog und mit 1:15:13 Stunden ihre bisherige Bestzeit aus dem vergangenen September (1:16:21 Std.) pulverisierte und sich hinter drei Olympia-Teilnehmerinnen auf Platz vier schob. „Thea war mit der zwölfbesten Zeit gemeldet. Eine Platzierung unter den besten Zehn wäre bereits super gewesen. Platz vier mit dieser Zeit ist sensationell,“ freut sich Feiler.

Mit ihren 24 Jahren ist Thea Heim eine sehr junge Läuferin für die Langstrecke, wenn man sich Siegerin Sabrina Mockenhaupt (1:10:54 Std.) mit 37 Jahren und die zweitplatztierte Anja Scherl (1:11:10 Std.) mit 30 Jahren anschaut. Dabei war es für die Blondine auch zu verschmerzen, dass ihre Zeit erstmals bei einer DM nicht für eine Medaille gereicht hat.

Winzige drei Sekunden fehlen zum deutschen Rekord

Zumal Heim mit ihren Teamkolleginnen Scherl und Harrer (3., 1:14:28 Std.) den deutschen Mannschaftstitel in 3:40:48 Stunden holte. Nur um winzige drei Sekunden schrammte das schnelle Trio am deutschen Rekord vorbei, der seit 1995 besteht. Wären die schnellen Läuferinnen am Ende ihres Wettkampfes nicht in das früher gestartete Marathonfeld gelaufen, wäre der Rekord sicherlich unterboten worden.

„Das Langstreckenlaufen macht mir noch mehr Spaß als die Mittelstrecke. Und es läuft derzeit einfach super. Aber der Schwerpunkt liegt jetzt auf den kürzeren Langstrecke, den 10 000 Metern und den 5000 Metern. Die Grundlagenarbeit im Winter hat auf jedem Fall gepasst“, strahlte eine rundum zufriedene Thea Heim. Der Umstieg auf die Langstrecke ist in jedem Fall geglückt. Am 13. Mai stehen die Deutschen Meisterschaften über 10 000 Meter auf der Bahn an. Dieses Terrain ist der ehemaligen Deutschen Juniorenmeisterin über diese Strecke vertrauter. Sie wird es auf der halb so langen Distanz abermals mit denselben Gegnerinnen zu tun bekommen.

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