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Eine Seitenansicht des Modells für den neuen Sachsenkamer Kindergarten.

Detailplanung 

Neuer Sachenkamer Kindergarten: Hier wachsen die Bäume durchs Dach

Die Sachsenkamer Gemeinderäte sind begeistert. Für sie steht jetzt schon fest: Der neue Kindergarten wird ein Schmuckkästchen. Die Planer Sebastian und Robert Beham haben nach Überzeugung des Gremiums ganze Arbeit geleistet.

Sachsenkam Der Sachsenkamer Gemeinderat war beeindruckt davon, wie Sebastian Beham auf die vielen Wünsche der Mitarbeiter eingegangen ist und versucht hat, diese in das Raumkonzept zu integrieren, während Vater Robert Beham sich vor allem der Änderung des Bebauungsplanes angenommen hat. Im Grunde steht damit die am Donnerstag dem Gemeinderat vorgestellte Planung.

Abgesehen von noch wenigen kleineren Änderungen bereitet nur noch das von den Mitarbeiterinnen gewünschte Raumkonzept für den kostenintensiven Kellerbereich Anlass für weitere Überlegungen. „Hier werden wir nicht alle Wünsche erfüllen können“, meinte Bürgermeister Hans Schneil mit Blick auf die Kosten, die allerdings noch nicht feststehen.

Der Neubau wurde notwendig, weil die bestehende Kindertagesstätte, die erst vor drei Jahren durch den Anbau der Kinderkrippe erweitert worden ist, aus allen Nähten platzt. Allein bei der Kinderkrippe würden zum Beginn des Kindergartenjahres im September nächsten Jahres acht Plätze fehlen. Nach Umzug in das neue Gebäude wird der bisherige Kindergarten in eine Kinderkrippe umgewandelt und die ausgelagerte Kindergartengruppe im Rathaus aufgelöst.

Von oben sind die drei Bäume zu erkennen, die durch das Dach des Kindergartens wachsen.

Wie berichtet soll das Kindergartengebäude an der Reutbergstraße in Nord-Südausrichtung im jetzigen Auffahrtsbereich zum Rathaus entstehen und die Zufahrt nach Norden verlegt werden. Das 17,4 mal 38,5 Meter große Gebäude soll in Holzbauweise ausgeführt werden. „Dies schafft eine sehr angenehmes Raumklima für die Kinder“, erklärte Sebastian Beham. Zu dieser Wohlfühlatmosphäre tragen auch drei Bäume bei, die quasi aus der Dachfläche herauswachsen werden. Noch mehr Spaß wird den Kindern eine Außenrutsche bereiten, über die man von einem Balkon im 1. Stockwerk in wilder Fahrt hinunter zur Spielwiese rutschen kann.

Ins Gebäude gelangt man vom neugestalteten Parkplatz an der Reutbergstraße. Der Haupteingang mit Windfang befindet sich im Bereich des Bauhofvorplatzes auf der Ostseite des Gebäudes, wo ein Abstellplatz für Fahrräder vorgesehen ist. Im Inneren gelangt man ins Foyer des Kindergartens mit dem Warteraum für die Eltern. Auf der rechten Seite befinden sich die Küche und der Essbereich. Nach Süden sind die drei großen Gruppenräume mit Garderoben angeordnet. Die Gruppenräume lassen sich optisch und akustisch trennen und beispielsweise in Schlaf- und Ruheräume umwandeln. Außerdem sind dort Nebenräume, WCs, Bad/Dusche, Wickelraum und ein Kreativraum mit Ausblick auf einen der sogenannten Indoor-Bäume vorgesehen. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit für Behinderte.

Im Obergeschoss findet sich im nördlichen Bereich, ein großer Mehrzweckraum. Im Mittelteil des Gebäudes sind Räume für die Kindergartenleitung und Personal, ein Werk- und Therapieraum sowie Lagerräume vorgesehen. Nach Süden ausgerichtet ist der Hort für die Schulkindbetreuung mit einem Hausaufgabenraum und einem Gruppenraum zu finden. Außerdem ist in diesem Bereich der Einstieg zur Außenrutsche geplant. Über die Größe des Kellers, in dem neben Technikräumen und einer Waschküche vor allem Abstellräume vorgesehen sind, müsse man noch einmal reden, sagte Schneil.

Der neue Kindergarten ist kein einheitliches Viereck, sondern laut Schneil durch Vor- und Rücksprünge angenehm gegliedert, wozu auch die teilweise mit Holzbrettern verkleideten Nischen für die Indoor-Bäume beitragen. Außerdem sind bei der Fassadengestaltung viele planerische Details vorgesehen, die das Gebäude je nach Standort in unterschiedlichem Licht erscheinen lassen.

Dass die Planung bei den Gemeinderäten sehr gut angekommen ist, zeigte sich am spontanen Applaus zum Ende der Vorstellung. Ein Ausruhen für die Planer gibt es allerdings nicht. Sobald wie möglich soll die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn eingereicht werden. Dies ist die Voraussetzung für die Bezuschussung, die laut Bürgermeister Schneil bis zu 80 Prozent der Kosten betragen kann. Anschließend will man mit Hochdruck die Eingabeplanung vorantreiben, um wie geplant im September den Betrieb aufnehmen zu können.

Günter Platschek

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