Weil viele leere Flaschen im falschen Tragl oder im Glascontainer landen, kann es bei heimischen Brauereien mit dem Leergut schon mal knapp werden.

Es kommen nur noch wenige Flaschen zurück

Reutberg-Chef August Maerz für Pfand-Verdoppelung

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Die ersten Getränkehersteller haben bereits Alarm geschlagen: Weil die jüngste Hitzewelle Durst machte und manche Verbraucher Getränke zu Hause horten, kommen zu wenige Pfandflaschen zurück.

Sachsenkam/Bad Tölz – Bei Brauereien im südlichen Landkreis sind diese Sorgen noch nicht akut – doch ganz einfach gestaltet sich die Sache mit dem Leergut nicht.

Zu sagen, dass die Reutberger Klosterbrauerei mit Leergut gut bestückt wäre, „das wäre übertrieben“, erklärt Vorstandsvorsitzender August Maerz auf Anfrage. Engpässe habe man heuer vermeiden können, „weil wir zweimal die Gelegenheit hatten, Flaschen zuzukaufen“. Selbstverständlich sei diese Chance aber nicht, denn leere Flaschen sind auf dem Markt begehrt. Zumal laut Maerz zuletzt etliche Brauereien auf die sogenannten Europool-Flaschen umgestiegen sind – also Halbliterbehälter in derselben Form, wie sie auch die Reutberger verwenden, im Gegensatz zu den ebenfalls verbreiteten „NRW-Falschen“. „Mei, vor 15 Jahren galt das eine als schön, heute das andere“, sagt August Maerz. Aber in jüngster Zeit hätten eben einige Brauereien mit den Europool-Flaschen Erfolg gehabt, andere ahmten das jetzt nach.

„In weiser Voraussicht haben wir schon im Februar komplettes Leergut mit Tragl und Flaschen bestellt“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Dieser Vorlauf ist auch nötig: Die Lieferung war eigentlich für Juli angekündigt, ist aber bisher nicht eingetroffen. „Es wäre gut, wenn die jetzt kommt“, meint März. Wenn das passiert, dann komme die Brauerei gut durch, auch mit dem Abfüllen der nächsten saisonalen Spezialsorte „Aegidiustrunk“ im September. Doch der Vorrat an Leergut sei „auf Kante genäht“, räumt Maerz ein.

Denn viel öfter als früher sei zu beobachten, dass Tragl ohne Flaschen in die Brauerei zurückkommen. Die Verbraucher stecken die leeren Flaschen entweder in Träger anderer Brauereien oder werfen sie einfach in den Glascontainer. Auch deshalb plädiert Maerz dafür, dass der Pfandbetrag deutlich erhöht wird – von 8 auf 16 pro Flasche beziehungsweise von 3,30 auf 6,60 Euro für den vollen Träger. „Dann wären zumindest unsere Anschaffungskosten gedeckt.“ Bleibt das Leergut aber in Umlauf, erweisen sich zumindest die Kunststoffträger als erstaunlich langlebig. „Da gibt’s welche, die sind schon seit 20 Jahren im Umlauf.“

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Deutlich entspannter beschreibt die Leergut-Situation Maximilian Liebhart, Braumeister beim Tölzer „Mühlfeldbräu“. „Wir haben keinen Notstand“, verkündet er und erklärt es sich damit, dass viel vom in Tölz gebrauten Bier direkt im Hause, also im „Gasthaus“, über die Theke gehe. Zwar sind Biere der Marke „TBM“ (Tölzer Mühlfeldbräu) auch im Einzelhandel erhältlich. „Aber insgesamt sind wir doch näher dran am Kunden.“

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Und wie wirkt sich der (bis vor Kurzem) heiße Sommer allgemein auf den Bierkomsum aus? „Man merkt schon, dass die Leute mehr Durst haben“, freut sich Liebhart. Nur wenn es zu heiß sei, dann verlagern sich die Gelüste ihm zufolge doch mehr auf Alkoholfreies, vor allem Mineralwasser. Das bestätigt August Maerz. Freuen würde er sich, wenn es statt am Wochenende „mehr in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag regnen würde“, wie er scherzhaft anmerkt. Wettertechnisch sei für die Brauereien am wichtigsten, dass größere Feste im Freien nicht abgesagt würden. „Denn dann müssen wir alles wieder zurücknehmen, was wir im Vorfeld geliefert haben.“  

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