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Schöne Lage: Das Kloster Reutberg.

Sachsenkamer haben Nase voll

Reutberg: Ein Dorf kämpft um  sein Kloster - gegen die Kirche

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Die Sachsenkamer wollen den Kampf um den Erhalt des Franziskanerinnen-Klosters Reutberg aufnehmen. Ihr Gegner: Das Ordinariat, das das Kloster zusperren will.

Sachsenkam – Der Konflikt um die drohende Auflöung des Klosters Reutberg in Sachsenkam (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) spitzt sich zu. 250 Interessierte kamen am Sonntagabend zu einer Infoveranstaltung – und sandten das klare Signal aus, dass die Gläubigen vor Ort bereit sind, für den Erhalt des Konvents zu kämpfen. Zu der Versammlung eingeladen hatte die „Sachsenkamer Gruppe“ – vier Laien, der Bürgermeister sowie Spiritual Josef Beheim.

Kleiner Konvent (v.l.): die Schwestern Maria Faustina, Maria Augustina und Maria Benedicta.

Die Sechser-Gruppe befand sich seit Februar 2017 mit dem Ordinariat in halbwegs regelmäßigem Dialog. Zuletzt aber schien das Tischtuch zerschnitten, das Ordinariat sagte ein für vergangene Woche geplantes Treffen ab. Streit gibt es auch um Beheims Abberufung. Der pensionierte Geistliche (75), der ehrenamtlich am Reutberg seelsorgerisch wirkt, war brieflich zum 31. Mai „entpflichtet“ worden. Auf eigenen Wunsch, wie das Ordinariat erklärte. Beheim selbst bestreitet dies. „Wir haben die Abberufung als skandalös empfunden“, sagte Ulrich Rührmair vom Pfarrgemeinderat. Dessen Vorsitzender Xaver Waldmann klagt: „Die Gespräche haben nie auf Augenhöhe stattgefunden. Wir wurden mit schwammigen Aussagen, Halb- und Unwahrheiten abgespeist.“ Helmut Rührmair vom Verein „Freunde des Klosters Reutberg“ sagt, das Ordinariat habe sämtliche Ansätze verhindert, den Orden wieder zu stärken. Fünf andere Ordensgemeinschaften hätten Interesse bekundet, Schwestern an den Reutberg zu entsenden. Bei den Salzburger Kapuzinerinnen seien drei Schwestern namentlich dafür benannt gewesen.

„Selbstverständlich trifft es nicht zu, dass das Ordinariat Lösungsansätze verhindert, die Zukunft haben“, erklärt dazu Ordinariats-Sprecherin Bettina Göbner auf Anfrage. Ein heute nur mehr aus zwei Schwestern bestehender Konvent – eine davon ist pflegebedürftig – sei nicht in der Lage, Novizinnen an das Ordensleben heranzuführen. Eine neue Ordensgemeinschaft am Reutberg anzusiedeln, sei ebenfalls nicht möglich. „In den müssten dann die verbleibenden Reutberger Schwestern ohne Ansehen ihrer besonderen Spiritualität und ihrer persönlichen Eignung übertreten“, so Göbner.

Dem Ordinariat schwebt stattdessen vor, dass sich auf dem Reutberg eine Ordensgemeinschaft von Priestern niederlässt, die in der Umgebung in der Seelsorge mithilft. „Diese Planungen werden allerdings erschwert durch die zum Scheitern verurteilten Bemühungen, einen Konvent zu retten, den es faktisch nicht mehr gibt.“ Die Sachsenkamer wollen dennoch gemeinsam „aufstehen“, wie es in der Versammlung hieß. Angedacht sind Mahnwachen oder konzertierte Briefaktionen. 3000 Bürger haben auf Listen für den Klostererhalt unterschrieben. Ob’s hilft? Laut Ordinariat hat die sogenannte Religiosenkongregation im Vatikan die Auflösung bereits Anfang 2016 beschlossen.

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