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Freundeskreis trifft sich

Reutberg setzt auf Unterstützung aus Rom

Einmal mehr ging es in der Versammlung der „Freunde des Klosters Reutberg“  um die Zukunft des klösterlichen Lebens.

Sachsenkam Nun heißt es also abwarten. Abwarten, welche Entscheidung die Kongregation für religiöses Leben in Rom bezüglich der Zukunft des Klosters Reutberg trifft. „Wir glauben oder wünschen uns, dass diese Entscheidung noch in diesem Jahr gefällt wird“, sagte Helmut Rührmair jetzt bei der regulären Jahreshauptversammlung des Vereins „Freunde des Klosters Reutberg“.

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Vize-Vorstand Rührmair leitete das Mitglieder-Treffen anstelle des erkrankten Vereins-Chefs Gerald Ohlbaum. Beide waren dabei, als vor Kurzem eine Delegation der „Sachsenkamer Gruppe“ zu einem Gespräch mit eingangs erwähnter Kongregation nach Rom reiste. Ihr Gesprächspartner dort war der aus Hessen stammende Pater Clemens Gutberlet. „Wir haben dieses Treffen von langer Hand vorbereitet“, schilderte Helmut Rührmair. „Wir haben der Kongregation unser Konzeptpapier zukommen lassen und schließlich einige Themenbereiche zusammengestellt und vorangemeldet.“

Die Zusammenkunft mit Gutberlet sei in guter Atmosphäre verlaufen – „er hat sich Zeit genommen, er kannte unser Konzept und hat sehr gezielt nachgefragt.“ Wenn in Rom die Entscheidung gefallen sei, werde diese dem Ordinariat mitgeteilt. Das Ordinariat wiederum müsse dann die Anweisung aus Rom zur Umsetzung bringen. „Ich hatte das Gefühl, dass noch nicht alles verloren ist“, so Rührmair.

Ähnlich beschrieb auch Bürgermeister Hans Schneil seine Eindrücke von der Fürsprache an höchster Stelle: „Ich bin zuversichtlich.“ Dass der Kampf um den Erhalt des Klosters Reutberg von so vielen Menschen mitgetragen werde, sei eine positive Ausgangssituation. Schneil dankte dem Verein für seine zahlreichen Aktivitäten, die Reutberg und seine Bedeutung in die Öffentlichkeit tragen würden.

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An Unterstützern habe es auch dem Verein nicht gefehlt, resümierte Rührmair. Immerhin 12 000 Unterschriften seien inzwischen gesammelt und an Politik und Ordinariat übergeben worden. Aus einer Info-Veranstaltung im Juni sei die Lichterprozession entstanden, die mittlerweile bereits fünfmal mit guter Beteiligung durchgeführt werden konnte. Presseberichte und Leserbriefe würden das ihrige dazutun, und vor allem die Isarwinkler Schützenwallfahrt zum Reutberger Kalvarienberg im August habe großes mediales Interesse gefunden. „Ohne diese breite Aufmerksamkeit wäre das Kloster bei den Oberen wohl längst abgehakt.“

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Was aber könne man tun, so die Frage aus der Versammlung, wenn nun in Rom letztlich doch die Auflösung des Klosters beschlossen würde? Dann könne man sich vielleicht als letzte Möglichkeit noch um einen Kompromiss bemühen, so Rührmairs Hoffnung. Auf jeden Fall müsse man im Gespräch bleiben, merkte Vereins-Beirat Martin Englert an.

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Am Ball bleiben will der Freundeskreis ebenso mit seinem Spendenaufruf für die Innenrenovierung der Klosterkirche beziehungsweise für die Restaurierung bestimmter Kunstwerke in der Kirche. Bereits etablierte Aktivitäten wie etwa der Adventsmarkt, die Lesung der „Heiligen Nacht“, das Mariensingen oder heuer ein Benefizkonzert des Tölzer Knabenchors, ein Auftritt vom „Zither-Manä“ oder etwa der „Isarwinkler Kirchensänger“ sowie der Verkauf des Reutberger Jahreskalenders würden die Kasse durchaus stärken, erklärte Schatzmeisterin Christina Paul. Außerdem habe die Vorstandschaft beschlossen, „bei Erfordernis eines Rechtsbeistandes“ für die verbliebenen Klosterschwestern 6000 Euro bereitzustellen. ROSI BAUER

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