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Nachgefragt

Reutberger Brauerei ist gerüstet:  „Wir haben ausreichend Leergut“

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„Den deutschen Brauern geht das Leergut aus.“ Diese Schreckensmeldungen bestimmen seit Tagen die Schlagzeilen. Der Tölzer Kurier hat sich umgehört, wie die Lage im Tölzer Land ist.

Sachsenkam/Bad Tölz– Der Geschäftsführer der Klosterbrauerei Reutberg sieht den bevorstehenden Hundstagen ganz entspannt entgegen. „Wir haben ausreichend Leergut“, sagt Stephan Höpfl. Die Landbrauerei hat demnach erst im vergangenen Jahr Vorsorge getroffen. „Wir haben 5000 neue Bierträger gekauft“, sagt Höpfl. Das sei auch deshalb notwendig geworden, weil das Verbreitungsgebiet der Reutberger Brauerei immer größer werde. „Damit dauert es auch länger, bis das Leergut wieder zu uns zurückkommt.“ Deshalb habe man ausreichend Flaschen und Biertragl angeschafft. „Bei uns dürfte es keine Engpässe geben, auch wenn es noch heißer wird.“ Bei anderen Brauereien sieht es schlechter aus, dort wird Leergutmangel beklagt.

Die Reutberger Brauerei produziert und lagert Bier „in Hülle und Fülle“. Der Sudkessel wird in diesen Sommertagen nicht kalt. Der Gerstensaft reift in den sieben neuen Edelstahltanks, die die Reutberger Genossen im Herbst vergangenen Jahres angeschafft haben. 14 000 Liter Bier haben in jedem Tank Platz. „Damit haben wir derzeit keine Lieferengpässe mehr“, sagt Höpfl.

Über 21 000 Hektoliter hat die Brauerei im Jahr 2017 verkauft. Der Eigenbierausstoß sollte auch in diesem Jahr wieder ansteigen. „Aber abgerechnet wird halt erst Ende Dezember“, so Höpfl. Und: Der Wettbewerb werde schwieriger. Der Pro-Kopf-Verbrauch der deutschen Biertrinker und damit auch im Landkreis sei rückläufig. Zudem gebe es immer mehr kleine, regionale Betriebe, die auf den Markt drängen. Da müsse man dagegenhalten. Zum Beispiel mit dem Jubiläumssud, den die Brauerei Reutberg zum 400-jährigen Bestehen des Klosters anbiete. Die nostalgische 0,3-Liter-Bügelflasche sei schon starknachgefragt worden, als die Brauerei im Herbst 2017 an den ersten Reutberger Biersud vor 340 Jahren erinnerte. Jetzt gibt es die kleine Flasche, abgefüllt mit einem speziellen Jubiläumssud zum Geburtstag des Konvents. Die Werbung für dieses besondere Getränk sei angelaufen.

Das Reutberger Helle fließt in diesen Tagen und Wochen in Strömen. „Wir beliefern viele große Feste und Veranstaltungen“, sagt Höpfl. Dazu gehöre auch das Oberlandler Gaufest an diesem Wochenende in Bad Tölz.

Das Bier der Klosterbrauerei wird außerdem im Festzelt am Reutberg ausgeschenkt, in dem in der Zeit von 17. bis 20. August das 400-jährige Bestehen des Klosters gefeiert wird. Höhepunkt ist die Isarwinkler Schützenwallfahrt am Sonntag, 19. August, bei der die sieben Isarwinkler Schützenkompanien zum Reutberg marschieren.

Lesen Sie auch: Reutberg: Mit Sorgenfalten ins Jubiläumsjahr

Gut organisiert sein will in diesen Sommertagen auch die Geschäftsverbindung mit Aying. In der dortigen Brauerei wird das Reutberger Bier in Flaschen abgefüllt und nach Sachsenkam gebracht.

Im Gegenzug fährt der Bier-Lkw mit Leergut und vollen Tanks wieder nach Aying. „Die Transporte müssen alle rechtzeitig geplant sein“, sagt Höpfl. Sonst gebe es in der Tat Engpässe. Seine Empfehlung in diesen heißen Tagen: „Trinkt’s Reutberger Bier!“

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